Herzogenaurach
Bilanz

Polizei registriert zunehmende Gewalt rund um die Sommerkirchweih

Die Bilanz der Polizeiinspektion Herzogenaurach zur 68. Sommerkirchweih fällt laut Pressebericht in diesem Jahr eher durchwachsen aus. Während die Anzahl der Straftaten in Zusammenhang mit dem Kirchwe...
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Die Bilanz der Polizeiinspektion Herzogenaurach zur 68. Sommerkirchweih fällt laut Pressebericht in diesem Jahr eher durchwachsen aus. Während die Anzahl der Straftaten in Zusammenhang mit dem Kirchweihgeschehen insgesamt auf dem Niveau vom Vorjahr blieb, ist im Bereich der Gewaltdelikte ein Anstieg zu verzeichnen. Die Anzahl stieg im Vergleich zu 2018 von drei auf sieben Fälle.

Insbesondere am ersten Kirchweihwochenende ereigneten sich bereits fünf Körperverletzungsdelikte, davon drei im Nachgang der Festveranstaltung im Gartenbereich einer Innenstadt-Bar. Drei Personen erlitten dabei Verletzungen durch Schläge ins Gesicht. Eine 21-Jährige verlor sogar einen Zahn. Die Täter konnten bislang noch nicht ermittelt werden.

Auf dem Festgelände eskalierte ein Streit um einen Platz auf einer Bierbank. Dabei schob ein 18-jähriger Kirchweihbesucher seine gleichaltrige, vermeintliche Konkurrentin von der Bank. Diese verletzte sich dabei leicht. Bei einem weiteren Vorfall trat ein 18-Jähriger einem Gleichaltrigen mit dem Fuß in den Unterleib. Nahezu alle Beteiligten waren alkoholisiert.

Attacke mit Candysprays

Am letzten Kirchweihtag erlitten drei Kinder während einer Fahrt im Autoscooter leichte Augenreizungen und Schmerzen, nachdem sie von bislang unbekannten Minderjährigen gerammt und mit sogenannten Candysprays, deren Inhalt zum Verzehr geeignet ist, im Gesicht besprüht wurden. Die "Angreifer" trugen allesamt blaue Trainingsjacken mit der Aufschrift eines Sportvereins. Die Polizeiinspektion Herzogenaurach ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung und sucht nach möglichen Zeugen.

Bei einer Vielzahl von Jugendschutzkontrollen, insbesondere am Auftaktwochenende, stellten Beamte der Polizeiinspektion Herzogenaurach insgesamt 14 zum Teil stark alkoholisierte Jugendliche auf dem Festgelände fest, was ebenfalls eine leichte Steigerung zum Vorjahr (zehn Fälle) darstellt. Den Höchstwert mit 2,12 Promille Atemalkohol hatte ein 16-Jähriger. Die Betroffenen mussten zum Teil von ihren Erziehungsberechtigten abgeholt werden. Alle wurden eindringlich belehrt. Im Vergleich zu den Vorjahren fielen vermehrt Verstöße gegen das Mitbringverbot von Alkoholika auf.

Ein 48-Jähriger war nach dem Kirchweihbesuch derart betrunken, dass er auf dem Heimweg auf einem Gehweg einschlief. Eine aufmerksame Passantin entdeckte den Mann und meldete den Vorfall der Polizei. Nach dem Wecken stellte der Rettungsdienst eine deutliche Unterkühlung bei dem Mann fest. Bei einer Fußstreife ertappte eine Polizeistreife außerdem einen 24-Jährigen, wie dieser sich gerade einen Joint drehen wollte. Ihn erwartet nun eine Anzeige nach dem Betäubungsmittelgesetz.

Betrunkener zeigt "Hitlergruß"

Am letzten Kirchweihsamstag wollte ein 36-Jähriger in den frühen Morgenstunden eine Anzeige wegen einer vermeintlichen Körperverletzung erstatten und wählte den Notruf der Polizei. Da er seinen Aufenthaltsort nicht konkretisieren konnte, wurde er gebeten, sich zur nahe gelegenen Polizeiinspektion zu begeben. Nachdem er zunächst gegenüber dem Notrufsprecher ausfällig wurde, beleidigte der Mann in der Polizeidienststelle weitere Beamte und zeigte einen sogenannten "Hitlergruß". Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert über zwei Promille. Eine Anzeige wegen diverser Delikte folgt. Die Polizei verzeichnete außerdem zwei Anzeigen wegen Sachbeschädigung an einem Sonnenschirm und einem Hinweisschild und fertigte zwei Ordnungswidrigkeitenanzeigen gegen "Wildpinkler" an, die ihre Notdurft an Hauswänden verrichteten.

Während die Einsatzkräfte an den Wochenenden teils alle Hände voll zu tun hatten, verlief die Veranstaltung unter der Woche überwiegend friedlich und ohne besondere Vorkommnisse. An den letzten Festtagen führte einsetzendes Regenwetter bei den Besuchern teilweise zum vorzeitigen Verlassen des Festgeländes.

Positiv ist laut Polizei anzumerken, dass bislang keinerlei Diebstahlsdelikte in Zusammenhang mit der Kirchweih gemeldet wurden. Die verstärkte Präsenz der Einsatzkräfte an den Wochenenden und die Bestreifung der Fahrradabstellplätze nach Fahrraddiebstählen in den vergangenen Jahren scheinen Wirkung zu zeigen. pol

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