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Ebrach

Polizei agiert nun dezentral

Für den regulären Publikumsverkehr ist die Wache in Ebrach geschlossen, dafür werden hier acht Beamte für den westlichen Landkreis stationiert. Bislang halten sich die Menschen offenbar an die Ausgangsbeschränkungen.
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Hier ist künftig ein Stützpunkt.
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Anette Schreiber Täglich, fast stündlich ändert sich die Situation angesichts der Pandemie. Davon bleibt auch die Polizei nicht verschont. Ende der letzten Woche wurde die Außenstelle, die Wache in Ebrach geschlossen. Kein Publikumsverkehr, keine Beamten. Nun hat die Polizei umdisponiert: Dezentralisierung lautet das Stichwort, so der Leiter der Polizeiinspektion Bamberg-Land, Albert Häfner. Mit ganz konkreten Folgen für die Wache im westlichsten Landkreisort: Hier tun fortan acht Beamte in verschiedenen Schichten Dienst. Ihr Zuständigkeitsbereich umfasst auch Schlüsselfeld und reicht bis Stegaurach.

So braucht man sich also nicht groß wundern, wenn demnächst gleich mehrere Polizeiautos in und um Ebrach gesehen werden.

Die Dezentralisierung der Polizei ist auch eine Schutzmaßnahme vor Ansteckungen in den eigenen Reihen. Generell agieren die Einheiten vollkommen getrennt voneinander.

Ansonsten zeigt Häfner sich positiv überrascht von der Disziplin der Landkreisbevölkerung bei der Einhaltung der seit Freitagnacht geltenden Ausgangsbegrenzung. Nur vereinzelt musste beanstandet werden. Darunter etwa eine geöffnete Spielothek oder ein Verein, der eine Feier im Keller abhielt. Es gab aber auch eine Gruppe, die sich auf einem Parkplatz traf, von Beamten belehrt und nur wenig später auf einem anderen Parkplatz getroffen wurde. Da blieb es dann nicht mehr bei der Belehrung, es gab saftige Anzeigen. Freilich musste die Polizei auch zu den Corona-bezogenen ersten Familien-Streitigkeiten anrücken.

Häfner rechnet damit, dass sich das noch häuft. Wenn Menschen lange miteinander daheim verbringen, "bleiben Spannungen nicht aus". Das verschärft sich noch, wenn viele Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenleben. So galt ein Einsatz auch einer Unterkunft für Asylbewerber.

Jedenfalls sind derzeit Streifen verstärkt unterwegs, um die Einhaltung der Ausgangsbegrenzung zu überprüfen. Die Bevölkerung solle sich auch nicht scheuen, Verstöße mitzuteilen (0951/9129 310). "Es geht nicht, dass einige glauben, Sonderrechte für sich in Anspruch nehmen zu müssen", stellt Häfner dazu fest. Doch die Mehrheit halte sich an die Beschränkung, so Häfners Eindruck.

Das bestätigt die Reporterfahrt durch das Gebiet der Ebracher Wache: Auf dem sonst vielbefahrenen Radweg in den Westen waren vereinzelt Inline-Fahrer unterwegs, ein paar Radler, wenige spazierende Paare. Immer wieder mal ein Auto auf der sonst vielfrequentierten B 22. Aber dann: eine Ansammlung vor einem Restaurant, das auf Mitnahme umgestellt hat.

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