Kronach

Politik legt neuen Maßstab an

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder macht Nägel mit Köpfen: Der geplante Hochschul-Campus in Kronach wird unterstützt, die Beamtenfachhochschule wird deutlich ausgeweitet.
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Die Beamtenfachhochschule in Kronach befindet sich bereits seit Monaten im Bau.  Foto: Sandra Hackenberg
Die Beamtenfachhochschule in Kronach befindet sich bereits seit Monaten im Bau. Foto: Sandra Hackenberg
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Marco Meissner Es waren nur sechs Ziffern, die Ministerpräsident Markus Söder bei der Klausurtagung in Seeon für die Stadt und den Landkreis Kronach verkündete. Doch diese beiden dreistelligen Zahlen dürften tiefe Spuren in der Region hinterlassen. Sie lauten: 600 und 280.

Landtagsabgeordneter Jürgen Baumgärtner (CSU) ist bekannt dafür, selbstbewusst, offensiv und optimistisch an Mammutaufgaben heranzugehen. Doch selbst ihm war nach Söders Grundsatzrede am Mittwochnachmittag anzumerken, dass ihm ein Stein vom Herzen gefallen ist. "Heute ist ein Tag der Freude", wies er darauf hin, dass sich Kronach jetzt tatsächlich sicher sein darf, etwas ganz Besonderes geschafft zu haben. "Mit dem heutigen Tag ist endgültig klar: Kronach ist Hochschulstadt!"

Und das in einem für Außenstehende unerwarteten Maß. Denn aus geplanten 200 Studierenden für die so genannte Hochschule für den Öffentlichen Dienst im Bereich Finanzwesen sollen nun 600 werden. Also eine Erweiterung um 400 Studienplätze. Hinzu kommen 70 Vollzeitstellen für Lehr- und unterstützendes Personal. "In den nächsten Jahren" soll der Betrieb in dieser Größenordnung laufen.

"Ein riesiger Erfolg", wie Baumgärtner versichert. Ein Erfolg, der allerdings auch eine neue Herausforderung mit sich bringen wird. Schließlich ist die bisherige Planung für das Schulgebäude und die Wohnmöglichkeiten für einen solchen Ansturm nicht ausgelegt gewesen. Wie dieser Knoten gelöst wird, darauf wollte Baumgärtner am Mittwoch noch nicht im Detail eingehen. Er versicherte aber, dass "wir das alles hinkriegen werden". Das jetzige Vorgehen sei schließlich "wohldurchdacht und kein Schuss aus der Hüfte", betonte der Abgeordnete.

Söder hatte für die Region jedoch noch ein zweites Paket geschnürt. Wie Baumgärtner feststellte, soll der Lucas-Cranach-Campus mit 280 Studierenden in den ersten fünf Jahren sowie dem zuständigen Personal auf den Weg gebracht werden. Dabei werde weiter an einen Startschuss Ende 2020 oder Anfang 2021 gedacht. Kronach wird dann zu einer Außenstelle der Hochschulen Hof und Coburg.

Dass es soweit gekommen ist, schreibt Baumgärtner mehreren Faktoren zu. So sei ein Ruck durch die Region gegangen und Ideen entstanden - gerade auch im Zug der einst hitzig geführten Nationalpark-Debatte. Viele jetzt in Angriff genommene Projekte seien ein Ausfluss dessen. Und ihre Verwirklichung sei vor allem dem engen Schulterschluss innerhalb der Frankenwald-CSU zu verdanken. Dabei nennt Baumgärtner besonders Landrat Klaus Löffler sowie seine Mitstreiter Hans Rebhan und Jens Korn, ohne die er die Hochschulprojekte wohl nicht hätte schultern können.

Für Bundestagsabgeordneten Hans Michelbach (CSU) sind Söders Aussagen ein Bekenntnis zu gleichwertigen Lebensverhältnissen in Bayern. "Ich begrüße, dass die bayerische Staatsregierung mit der Dezentralisierung der Landesverwaltung ernst macht und diese mit Nachdruck vorantreibt", teilte er am Mittwoch mit. "Die Aufstockung der Ausbildung an der Außenstelle Kronach der Hochschule für den öffentlichen Dienst für die Finanzverwaltung ist eine gute Nachricht und stärkt die Region nachhaltig." Für Kronach, aber auch für die gesamte Region sei das ein wichtiger Impuls.

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