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Bamberg

Play-off-Platz ist kein Selbstläufer

Zur Saison-Halbzeit in der Bundesliga liegt die neu formierte Mannschaft von Brose Bamberg nur auf dem neunten Platz. Die negative Heimbilanz verhinderte ein besseres Abschneiden.
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Foto: Daniel Löb
Foto: Daniel Löb
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Die Tabelle lügt nicht. Die Basketballer von Brose Bamberg liegen nach 16 von 32 Hauptrundenspielen in der Bundesliga als Tabellenneunter außerhalb der Play-off-Ränge, weil sie gegen sieben der acht vor ihnen platzierten Mannschaften verloren haben. Nur gegen den Tabellenzweiten MHP Riesen Ludwigsburg sprang ein Sieg heraus. Die übrigen sieben Erfolge feierten die Bamberger allesamt gegen Teams aus der zweiten Tabellenhälfte.

Nach dem Hinrundenende weist die Mannschaft von Trainer Roel Moors mit 18:14 Punkten zwar ein positives Punktekonto auf, für einen angestrebten sicheren Play-off-Rang reicht das aber nicht. Tabellenplatz 9 ist nicht der Anspruch des früheren Serienmeisters, der personelle Umbruch fällt schwerer als erwartet. Davon zeugt auch das Scheitern in der Vorrunde der Champions League. Beim zu Saisonbeginn neu formierten Team mit zunächst acht Neuzugängen greift noch längst nicht ein Rädchen ins andere - daran konnten auch die beiden Nachverpflichtungen Retin Obasohan und Darion Atkins nichts ändern.

Schwächen in der Schlussphase

Ein Grund für die holprige Hinrunde in der Bundesliga ist die negative Heimbilanz. Die Brose-Arena, die früher als uneinnehmbare Festung galt, hat beim Gegner ihren Schrecken verloren. Nur drei Heimsiege gelangen dem Moors-Team bislang, fünfmal ging es als Verlierer vom Parkett. Besonders ärgerlich waren die Niederlagen gegen Ulm, Würzburg und Vechta, in denen die Bamberger mit einer Führung ins letzte Viertel gegangen waren, diese aber verspielten. Schwächen in der Schlussphase kosteten den Bambergern auch in den Champions-League-Partien gegen Nymburk sowie in Nischni Nowgorod, Bar und jüngst in Peristeri den Sieg. Moors stellte daher zurecht fest: "Wir haben viele Spiele, die wir gut starten, aber am Ende fehlt es an Konzentration. Das müssen wir schnellstens abstellen." Der 94:85-Sieg zum Hinrundenende in Braunschweig am vergangenen Wochenende schien ein Schritt in die richtige Richtung zu sein, dem aber prompt ein Rückschlag in Peristeri folgte.

Der Erfolg bei den Niedersachsen hatte einen Hinweis darauf gegeben, was die Trendwende auslösen könnte. Sechs Bamberger punkteten in Braunschweig zweistellig. Zu selten überzeugten sie bislang aber als Kollektiv. Zwar ragten Retin Obasohan, Kameron Taylor, Tré McLean oder Bryce Taylor in einigen Partien heraus, tauchten dann aber auch schnell wieder ab.

Nur zwei punkten zweistellig

Kein Wunder daher, dass bei den Bambergern mit Assem Marei (12,7) und Christian Sengfelder (10,9) nur zwei Spieler einen zweistelligen Punkteschnitt aufweisen. Anführer ihres Teams sind diese beiden aber nicht. Der ägyptische Center Marei steht in umkämpften Schlussphasen aufgrund seiner Freiwurfschwäche (Trefferquote 51 Prozent) kaum auf dem Feld, Sengfelder scheint für diese Rolle anscheinend nicht vorgesehen, nur wenige Systeme sind auf ihn zugeschnitten. Die Nachverpflichtungen Obasohan und Atkins sind lediglich Rollenspieler. Atkins bleibt noch den Nachweis schuldig für den Grund, warum er geholt wurde: ein großer Spieler zu sein, der auch von außen werfen kann.

Mit guter Verteidigung und Reboundarbeit trägt Atkins aber dazu bei, dass die Bamberger in diesen beiden Bereichen des Spiels zu den besseren Mannschaften der Bundesliga gehören. Mit 77,6 Punkten, die sie ihrem Gegner im Schnitt lediglich gestatten, sind sie hinter Bayern München die zweitbeste Mannschaft. In der Vorsaison hatten die Brose-Basketballer noch acht Punkte mehr pro Partie kassiert. In der Reboundstatistik rangieren sie auf Platz 3, wobei sie das beste Bundesligateam beim Defensivrebound stellen.

Obwohl der Abstand zum Tabellenvierten EWE Baskets Oldenburg nur zwei Punkte beträgt, lässt der Spielplan in der Rückrunde erahnen, dass der Einzug in die Play-offs für die Bamberger kein Spaziergang werden wird. Mit München, Ludwigsburg und Berlin müssen die Bamberger bei den drei Erstplatzierten antreten, bei denen die Trauben sehr hoch hängen. Zudem liegt in den Partien gegen die in der Tabelle direkt vor ihnen platzierten Teams aus Vechta, Würzburg und Ulm der Heimvorteil beim Gegner.

Doch müssen im zweiten Saisonabschnitt auch Siege über besser platzierte Mannschaften her, sonst droht der einstige Serienmeister die Play-offs zum ersten Mal seit 19 Jahren zu verpassen.