Coburg

Platz genug für ein zweites Gleis?

Stadtratsmitglied Hans-Heinrich Eidt fordert, dass sich die Stadt für eine zweigleisige Anbindung ihres Hauptbahnhofs einsetzt - nicht nur in Richtung Süden, sondern auch nach Norden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Bahnübergang an der Neustadter Straße zwischen Coburg und Dörfles-Esbach. Hier verliefen schon einmal zwei Gleise, als es die Werrabahn noch gab. Foto: Simone Bastian
Der Bahnübergang an der Neustadter Straße zwischen Coburg und Dörfles-Esbach. Hier verliefen schon einmal zwei Gleise, als es die Werrabahn noch gab. Foto: Simone Bastian

"Das Kernproblem ist die fehlende Zweigleisigkeit zwischen Coburg und Dörfles-Esbach", sagt Gerd Weibelzahl. Der Kreissprecher des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) kennt sich mit Fahrplänen aus, und er hat auch Einblick in die Zielfahrpläne für den Raum Coburg ab dem Jahr 2023. Denn da könnte auf Coburg einiges an zusätzlichem Bahnverkehr zukommen. Zumindest dann, wenn es ein Eisenbahnunternehmen gibt, das fünfmal täglich ein Regionalexpresspaar auf die Strecke Nürnberg-Erfurt über Coburg schicken möchte. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft hat diese Strecke ausgeschrieben, als Teil des Betriebs auf dem elektrifizierten Gleisnetz in Oberfranken.

Allerdings ist der Regionalexpress nach Erfurt nur eine Kann-Position, kein Muss. Wenn niemand die Verbindung anbietet, wird es sie nicht geben. Sie könnte auch einige Probleme verursachen, wie Gerd Weibelzahl aufzeigt. Denn die Strecke vom Coburger Hauptbahnhof in Richtung Norden werde buchstäblich zum Nadelöhr.

Wegen der Anschlussbeziehungen fahren die Züge von und nach Sonneberg fast zur gleichen Zeit wie der Regionalexpress in Coburg ein und aus. So lange die Regionalbahn von Sonneberg sich auf der eingleisigen Strecke zwischen Dörfles-Esbach und Coburg befindet, kann der Regionalexpress nach Erfurt nicht in Coburg abfahren. Könnte er es, wäre der Anschluss an den ICE-Sprinter in Erfurt sicherer, sagt Weibelzahl. So aber sei der Fahrplan "auf Kante genäht", und es bestehe die Gefahr, dass Verspätungen sich aufschaukeln. Denn ein verspäteter Zug auf der eingleisigen Strecke würde auch die nachfolgenden ausbremsen.

Hans-Heinrich Eidt, Stadtratsmitglied der FDP, hat die Problematik aufgegriffen und gefordert, dass die Stadt sich für die zweigleisige Anbindung ihres Hauptbahnhofs einsetzen soll - im Norden zumindest bis an die Grenze von Dörfles-Esbach. Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) hat aber offenbar wenig Neigung erkennen lassen, das zu tun, wie aus einem Schreiben hervorgeht, das Eidt an den OB und an die Medien sandte. Darin weist Eidt darauf hin, dass bis zur Lauterer Straße Platz genug sei für ein zweites Gleis. In der Tat verliefen dort einst zwei, als die Werrabahn noch in Dörfles-Esbach in Richtung Eisfeld abzweigte.

"In der Eigenheimstraße wären einige Vorgärten betroffen", wenn in Coburg erneut ein zweites Gleis verlegt werden würde, schreibt Eidt. Er stellt sogar die Frage, ob diese Gärten seinerzeit legal angelegt wurden. Aber so oder so "könnte man wohl die Umsetzung einer Gartenhütte erreichen". Enger werde es erst in Dörfles-Esbach. Zu prüfen sei, ob dort ein zweites Gleis nötig sei oder ob ein Ausbau der Strecke bis zum Real-Markt reiche, meint Eidt. "Das sollten ein Gutachten oder zumindest Infrastrukturexperten der DB klären. Diese Detail-Planungen sollte man Fachleuten, nicht der Politik, überlassen."

Ohne das zweite Gleis könne und werde die DB Fernverkehr "auf keinen Fall einen ICE-Systemhalt einrichten", ist Eidt überzeugt. Außerdem würde ein zweites Gleis sogar einen besseren Lärmschutz für die Anwohner bringen, da dieser bei einem Neubau vorgeschrieben sei. sb

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren