Lichtenfels

Pianist der Extraklasse

Timur Gasratov spielt an Silvester in der ehemaligen Synagoge die weltbekannten Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach.
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Timur Gasratov gastiert in Lichtenfels. Foto: privat
Timur Gasratov gastiert in Lichtenfels. Foto: privat

Zum zweiten Mal öffnen sich die Pforten der ehemaligen Synagoge in Lichtenfels für ein Silvesterkonzert der Reihe "Weltklassik am Klavier!". Dazu eingeladen ist am Dienstag, 31. Dezember, um 17 Uhr der ukrainische Pianist Timur Gasratov.

Er präsentiert seinem Publikum das wohl berühmteste Variationswerk der Musikgeschichte: Johann Sebastian Bachs einzigartige Goldberg-Variationen, ein Werk, das kaum geschichtsträchtiger als auch zukunftsweisender hätte sein können. Zu Recht sagte Beethoven über den Meister des Barocks: "Nicht Bach, Meer sollte er heißen". Die zweite Konzerthälfte gehört Robert Schumanns wunderbaren, hoch-romantischen Fantasiestücken.

Klassikliebhaber dürfen sich in Lichtenfels regelmäßig auf junge, vielversprechende oder aber schon renommierte Künstler freuen und in einer intimen Atmosphäre Klavierkonzerte vom Barock über Klassik und Romantik bis hin zum Impressionismus, von Bach, Beethoven, Mozart, Chopin, Liszt, Debussy und vielen mehr genießen.

Timur Gasratov debütierte bereits mit zehn Jahren als Komponist und mit 14 Jahren als Pianist. Seine Ausbildung begann in der berühmten Stoljarski-Musikschule in Odessa, aus der u.a. auch David Oistrach und Emil Gilels hervorgingen. Er verfeinerte sein pianistisches Können weitergehend auch in Freiburg und Saarbrücken. Sein Spiel überzeugt in hohem Maße durch die Reife seiner Interpretationen, seine Innigkeit und seine grandiose Virtuosität. In den vergangenen Jahren wurde er deshalb mit zwölf Preisen bei internationalen Klavier- und Kammermusik-Wettbewerben in Europa ausgezeichnet.

Unterrichtet in Freiburg

Seit 2007 unterrichtet Timur Gasratov klassisches Klavier an der Hochschule für Musik Freiburg und konzertiert regelmäßig als Solist und Kammermusiker. Die Goldberg-Variationen lagen bereits 1741 gedruckt vor und sind seitdem nie in Vergessenheit geraten. In den Goldberg-Variationen treffen sich italienische, französische und deutsche Traditionen der Klaviermusik. Darüber hinaus erfassen sie stilisierend auch Kompositionsweisen und Formen der vokalen und instrumentalen Ensemblemusik. Das Spektrum reicht von einfachen Volksliedern bis zu gelehrten polyphonen Techniken und von Gesanglichem bis zu ganz aus der Technik des Klaviers Erfundenem. In einer überlegen disponierten Ordnung versammelt das Werk von Bach viele Stücke aus der Musikgeschichte und aus seiner eigenen Zeit bekannte Musikarten zu einer lebendigen Einheit. Die Goldberg-Variationen geben eine überzeugende Demonstration dessen, dass kunstvoller Bau und natürliche Anmut einander keineswegs ausschließen.

Platzreservierungen sind unter Telefon 0211/9365090, per E-Mail an info@weltklassik.de oder über die Tourist-Information Lichtenfels, Marktplatz 10, Telefonnummer 09571/795-101, möglich. Jugendliche bis 18 Jahre zahlen keinen Eintritt. Weitere Informationen unter www.weltklassik.de. red

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