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Energie

Photovoltaik-Anlage der Schule Hemhofen ist von Bundespolitik abhängig

Die Energiewende macht auch vor der Sanierung der Grundschule in Hemhofen nicht halt. Die Gemeinde ließ daher vom Landratsamt die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Grundsch...
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Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Grundschule Hemhofen könnte die Hälfte des Strombedarfs decken. Ob sie realisiert wird, ist noch offen. Foto: Thomas Schöbel
Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Grundschule Hemhofen könnte die Hälfte des Strombedarfs decken. Ob sie realisiert wird, ist noch offen. Foto: Thomas Schöbel

Die Energiewende macht auch vor der Sanierung der Grundschule in Hemhofen nicht halt. Die Gemeinde ließ daher vom Landratsamt die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Grundschule prüfen. Diese könnte im Zuge der Sanierung des Gebäudes installiert werden. Der Klimaschutzmanager des Landkreises Erlangen-Höchstadt, Simon Rebitzer, stellte die Ergebnisse am Dienstagabend im Gemeinderat vor.

Zunächst stellte Rebitzer fest, dass aus statischen Gesichtspunkten nichts dagegen spricht. Auch die Wirtschaftlichkeit der Anlage wäre unter den aktuellen Umständen gegeben. Die Schule würde durch den Eigenverbrauch des erzeugten Stroms - bei Kosten von zwölf Cent pro Kilowattstunde - nur noch die Hälfte des derzeitigen Preises für ihren Strom bezahlen. Der gesamte Jahresverbrauch von 65 000 Kilowattstunden könnte mit der geplanten Anlage zu 50 Prozent gedeckt werden. Der übrige Strom würde ins Netz eingespeist werden.

Unter der derzeitigen Förderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) kann man mit einer gesicherten Vergütung von acht Cent pro Kilowattstunde auf 20 Jahre rechnen. Unter diesen Voraussetzungen würde die Anlage bei Annahme einer moderaten Strompreisentwicklung ingesamt 116 000 Euro Gewinn abwerfen.

"Allerdings gibt es bei diesen ganzen Berechnungen leider eine Unwägbarkeit", so Rebitzer. Gemeinderat Gerhard Kerschbaum (CSU) wollte nämlich wissen, ob diese Zahlen auch bei einer möglichen Deckelung der Photovoltaikförderung durch die Bundespolitik Bestand haben. Dies musste Rebitzer verneinen.

Sollte die angedachte Reform des EEG mit einem Deckel umgesetzt werden, so entfällt die entsprechende Förderung des eingespeisten Stroms. Konkret: Mit diesem Strom würde zum derzeit sehr niedrigen Börsenpreis Verlust gemacht. Auch eine eventuelle Speicherung des Stroms wäre wirtschaftlich nicht sinnvoll.

Entscheidung ist aufgeschoben

Da die Anlage vermutlich erst 2021 realisiert werden kann, sieht der Gemeinderat derzeit von einer finalen Entscheidung ab. Rebitzer zeigte sich zwar optimistisch, dass es wohl keine Deckelung der Förderung geben wird, aber genau könne man dies eben nicht sagen. Letztendlich legte sich der Gemeinderat mit 17:1 Stimmen darauf fest, die grundsätzliche Errichtung einer Anlage weiter zu verfolgen, die endgültige Entscheidung aber von den Vorgaben aus der deutschen Energiepolitik abhängig zu machen.