Haßfurt

Pflege in guten Händen

Mit einem großen Festakt wurde das 60-jährige Bestehen der Pflegefachschule in Haßfurt gefeiert.
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Thi Kim Thao Nguyen ist im dritten Jahr Auszubildende zur Gesundheits- und Krankenpflegerin an der Berufsfachschule für Pflegeberufe. Mit im Bild Wolfgang Coufal, der sich bei ihr bestens aufgehoben fühlt (Foto oben). Mit einem Festakt wurde das 60-jährige Bestehen der Berufsfachschule für Pflegeberufe in der Stadthalle Haßfurt gefeiert. Fotos: Ulrike Langer
Thi Kim Thao Nguyen ist im dritten Jahr Auszubildende zur Gesundheits- und Krankenpflegerin an der Berufsfachschule für Pflegeberufe. Mit im Bild Wolfgang Coufal, der sich bei ihr bestens aufgehoben fühlt (Foto oben). Mit einem Festakt wurde das 60-jährige Bestehen der Berufsfachschule für Pflegeberufe in der Stadthalle Haßfurt gefeiert. Fotos: Ulrike Langer
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Vor 60 Jahren wurde in Haßfurt die Berufsfachschule für Pflegeberufe als "staatlich anerkannte Krankenpflegeschule beim Kreiskrankenhaus Haßfurt" ins Leben gerufen. Vor 15 Jahren führte die Kooperation mit dem Leopoldina-Krankenhaus der Stadt Schweinfurt zur Gründung des Zweckverbandes "Berufsfachschule für Krankenpflege und Kinderkrankenpflege Haßfurt/Schweinfurt". Den runden Geburtstag der Schule feierte der Zweckverband mit seinem Vorsitzenden, Schweinfurts Oberbürgermeister Sebastian Remelé, am Dienstagabend mit einem Festakt in der Stadthalle Haßfurt.

Bei der Feier betonte Landrat Wilhelm Schneider die positive Entwicklung der Schule: "Auch wenn sich in den 60 Jahren vieles verändert hat, so bieten wir mit der dreijährigen Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege doch immer noch jungen Menschen in der Region eine zukunftssichere berufliche Perspektive und sichern gleichzeitig den beruflichen Nachwuchs im Pflegedienst unserer Krankenhäuser."

Die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger sei weit mehr als Wissensvermittlung und habe stets den gesamten Menschen im Blick.Die Besonderheit der Ausbildung in der Krankenpflege sei, dass die Ausbildung in Praxis und Theorie unter einem Dach stattfinde. "Seit kurzem gibt es an den Haßberg-Kliniken drei Fachkräfte, die komplett von ihrer Arbeit in der Pflege freigestellt sind und sich ausschließlich um die Anleitung kümmern. Dieses Zusammenwirken war ein großes Anliegen des scheidenden Schulleiters Udo Burger", so der Landrat, der auch "die problemlose Zusammenarbeit mit dem Zweckverband" lobte.

Zusammenfügen

"Die echten Vorteile einer großen Krankenpflegeschule lernen wir aktuell bei der Umsetzung der sogenannten Generalistik kennen, bei der Alten- und Krankenpflege zusammengebracht werden müssen."

Für die Regierung von Unterfranken überbrachten Glückwünsche der Leitende Medizinaldirektor und Prüfungsvorsitzende Rainer Schuà und der Leitende Regierungsschuldirektor Norbert Kornder. Schuà ließ die Entwicklung der Ausbildung Revue passieren und betonte die "stets gute Zusammenarbeit mit der hervorragenden Schule in Haßfurt".

Dort seien seit der Gründung 800 Pflegekräfte ausgebildet worden. Angesichts der Schätzung, dass bis zum Jahr 2030 rund 300 000 Pflegekräfte in Deutschland fehlen werden, meinte er, dass das eine enorme Aufgabe für die Krankenpflegeschulen bedeute. "Ich bin aber sicher, dass Sie die Herausforderung annehmen werden", sagte Rainer Schuà.

Norbert Kornder nannte vor allem die Generalistik eine "gewaltige Aufgabe". Denn noch würden dafür die Lehrer fehlen.

Für den Leiter der Krankenpflegeschulen Schweinfurt und Haßfurt und Geschäftsführer des Zweckverbandes, Dirk Niedoba, bieten das neue Pflegeberufegesetz und die generalistische Ausbildung ab 2020 eine Chance für die professionelle Pflege: "Es war längst überfällig, die drei Ausbildungsgänge der Pflege zusammenzuführen, die vorbehaltlichen Aufgaben zu benennen und die Kompetenzorientierung in der Ausbildung konsequent umzusetzen."

Emotionale Kompetenz

Denn es gehe bei der Pflege nicht um Fächer, sondern um hohe emotionale, persönliche und fachliche Kompetenzen. Gerade die Pflege sei ein Beruf, in dem Pflegende für die zu pflegenden Menschen Sorge trügen. Es gehe auch um Solidarität und Nähe mit ihnen, die die normale Distanz überbrücken. Auch wenn die Grundpflege weniger wert zu sein scheine als die Behandlungspflege, sei es doch gerade umgekehrt. Denn Behandlungspflege sei eine assistierende Tätigkeit, die angelernt werden könne.

Die Grundpflege jedoch sei Fürsorge, Betreuung und Begleitung und brauche besondere Nähe, Intimität und Intensität.

Letztendlich habe die Pflege zwei Kernaufgaben: Nähe und Vermittlung zwischen vielen Professionen. "Mit dem neuen Gesetz werden wir eine sehr attraktive Schule im Landkreis Haßberge und in Schweinfurt", so Dirk Niedoba.

Die Geschichte der Schule, deren erster Träger der Orden der Salvadorianerinnen war, skizzierte Chefärztin Hildrun Schättin, die selbst eine Ausbildung zur Krankenschwester an der Schule absolvierte. Die Leitung hatten Schwester Aloysia Grad (1959-1969), Schwester Hiltrud Geser (1969-1976), Arthur Weigand (1976-2001) und Udo Burger (2001-2018) inne; seit 1. Januar fungiert Dirk Niedoba als Leiter.

Remelé dankte im Namen der Patienten allen Krankenpflegern, die täglich ihren Dienst versehen. Sie seien die eigentlichen Kontaktpersonen für Kranke. Die Feier nahm er zum Anlass, den Schulleiter Udo Burger zu verabschieden.

Burger hatte 1975 drei Monate im Krankenhaus gearbeitet, bevor er seine dreijährige Ausbildung mit "sehr gut" abschloss. Bis 1980 war er als Krankenpfleger tätig. Jeweils fünf Jahre war er danach Schulassistent und Unterrichtspfleger. Von 1990 bis 2001 arbeitete er als Stellvertreter des leitenden Lehrpflegers, bevor er bis Ende 2018 leitender Lehrpfleger und Schulleiter wurde und auch die Leitung der Schulen des Zweckverbandes Haßfurt/Schweinfurt übernahm.

"Sie haben eine Bilderbuch-Karriere hinter sich und ich möchte Ihnen großen Respekt zollen. Sie haben unserer Schule gut getan", betonte Oberbürgermeister Remelé.

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