Herzogenaurach

Pfarreien wachsen zusammen

Beim Drei-Türme-Fest zelebrieren St. Maria Magdalena, St. Otto und St. Josef ihre Gemeinsamkeiten. In Kürze bekommt der Seelsorgebereich mit den Pfarreien Weisendorf und Hannberg weiteren Zuwachs.
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Das Logo der Pfarreiengemeinschaft wurde in drei Teilen durch die Straßen getragen und auf dem Festplatz zusammengesetzt. Foto: M. Welker
Das Logo der Pfarreiengemeinschaft wurde in drei Teilen durch die Straßen getragen und auf dem Festplatz zusammengesetzt. Foto: M. Welker

Zum zweiten Mal feierten die drei Pfarreien der katholischen Pfarreiengemeinschaft Herzogenaurach ihren gemeinsamen Weg am Festgelände am Weihersbach. Die Fahnen zierte das Logo der Pfarreiengemeinschaft: die Türme der drei Kirchen miteinander verbunden. Das Motto lautete daher: "Miteinander weitergehen".

Die Personalsituation im Erzbistum Bamberg hatte es nötig gemacht, dass zu Beginn des Jahrtausends Überlegungen angestellt wurden, wie die Seelsorge in den verschiedenen Pfarreien gebündelt werden könne. Ein Ergebnis der Überlegungen war es, Pfarreien zu Seelsorgeeinheiten zusammenzufassen. In Herzogenaurach waren dies die Stadtpfarrei St. Maria Magdalena, St. Otto sowie St. Josef in Niederndorf.

Die Stadtpfarrei entstand als Urpfarrei im 1002 erstmals als Uraha erwähnten Herzogenaurach. Das Patrozinium der Maria Magdalena findet sich seit dem 14. Jahrhundert erwähnt.

Im Jahr 1923 wurde in Niederndorf die Kuratiekirche St. Josef errichtet und aus dem Pfarrverband ausgegliedert. Die Weihe des Gotteshauses nahm am 18. November 1923 Erzbischof Jacobus von Hauck vor.

St. Otto ist erst 25 Jahre alt

Der erste Spatenstich für die Otto-Kirche in Herzogenaurach war 1991. Die Kirche konnte am 12. Juni 1994 durch Weihbischof Werner Radspieler eingeweiht werden.

Zum Seelsorgeverband gehört auch die Filialkirchenstiftung St. Marien in Haundorf. Nach einer Bauzeit von knapp einem halben Jahr konnte am 6. Oktober 1936 die Kirche durch den Bamberger Erzbischof Jakobus von Hauck eingeweiht werden.

Hatte jede der einzelnen Pfarreien zuvor einen eigenen Seelsorger, so ist seit dem Weggang von Pfarrer Franz Noppenberger aus Niederndorf im Jahr 2008 und dem frühen Tod von Pfarrer Joachim Kauer Stadtpfarrer Helmut Hetzel für alle drei Pfarreien zuständig. Er wird zur Zeit in der Seelsorge von Kaplan Tobias Fehn, Kaplan Pater Moison Michael und Pfarrvikar Pater Ashok Antony Mathew sowie Pastoralreferent Thomas Matzick und Gemeindereferent Bernhard Keller unterstützt.

Das Vorbereitungsteam um Stadtpfarrer Helmut Hetzel hatte ein reichhaltiges Programm erarbeitet. Am Samstag gab es einen gemeinsamen Marsch vom Marktplatz zum Festgelände mit der Stadtjugendkapelle, wo die offizielle Eröffnung erfolgte. Zur Eröffnung wurde kein Fass angestochen, vielmehr wurden Bocksbeutel mit Frankenwein entkorkt.

Für Essen und Trinken war reichlich gesorgt. Der Festbetrieb zog zahlreiche Interessenten an. Für die Bewirtung sorgten zahlreiche Freiwillige der Pfarreien. An einem eigenen Stand gab es fair gehandelte Produkte zu erwerben, etwa Kaffee, Tee und Schokolade. Für die musikalische Umrahmung zeichnete am Samstagabend "Faded Glory" verantwortlich. Im Vorprogramm spielten "The Lasts".

Die nächste Herausforderung

Am Sonntag fand ein Festgottesdienst mit Stadtpfarrer Helmut Hetzel statt, der von Elmar Klinger, Johannes Saffer, Tobias Fehn, Moison Michael, Ashok Antony Mathew, Thomas Matzick und Bernhard Keller unterstützt wurde. Ungezählt waren die assistierenden Ministranten aus den Pfarreien. Den musikalischen Akzent setzten die Chöre und Musikgruppen der drei Pfarreien.

Angeregt durch das Evangelium vom wunderbaren Fischfang hefteten Kinder Darstellungen von Fischen an ein Netz, das vor dem Podium aufgespannt war. Stadtpfarrer Hetzel thematisierte in seiner Predigt, dass die Besucher hier seien, um gemeinsam das Fest des Lebens zu feiern. Es gelte, sich "zu öffnen für Jesus Christus, der in seiner Welt zu uns kommt". Die Gläubigen stünden vor der nächsten Herausforderung. Die Kirchenbesuche nähmen ab, die Hauptamtlichen würden immer weniger, die zweite Strukturreform stehe vor der Tür. Daher könne man nicht so weitermachen wie immer.

Musik und Kinderprogramm

Auch die Jünger wollten zunächst nach dem Kreuzestod Jesu wieder zurück zum Alltag. Aber ihr Fischfang lief ins Leere. Es gelte daher, sich neu auszurichten an den Lebenswirklichkeiten der Menschen hin zur guten Seite des Lebens. Hetzel rief die Gläubigen dazu auf: "Wenn wir gemeinsam anpacken, uns neu ausrichten und miteinander weitergehen, haben wir eine Zukunft."

Nach dem Gottesdienst luden unter anderem die Ehemaligen der Stadtjugendkapelle auf dem Podium zum Verweilen beim Frühschoppen ein. Auch für die Unterhaltung war gesorgt, ein Kinderprogramm fesselte die jüngsten Anwesenden. Die Kindertagesstätten sangen Mitmachlieder, die Loisachthaler Tanzgruppe sowie die Chorjugend zeigten ihr Können. Den Schlusspunkt setzte am Abend "Paddy's Last Order". Sie boten Musik zum Mitsingen und Mittanzen.

Für Stadtpfarrer Helmut Hetzel ist es eine gute Gelegenheit, die Gemeinsamkeiten der Pfarreien durch dieses Fest zu betonen. In Zukunft werden die drei Herzogenauracher Pfarreien mit den Pfarreien Weisendorf und Hannberg mit Großenseebach zusammenwachsen. Daher nahm auch Pfarrer Johannes Saffer am Gottesdienst teil. Ein Übergangsseelsorgebereichsrat ist bereits gebildet.

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