Marktschorgast
Nachruf

Pfarrei Marktschorgast trauert um Erzbischof von Shillong, Dominic Jala

Dominic Jala, Erzbischof von Shillong in Nordostindien, lebt nicht mehr. Die Pfarrei Marktschorgast gedachte des Verstorbenen und betete für ihn unlängst bei einem Sonntagsgottesdienst. Im Heinrichsbl...
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Dominc Jala 1983 in Marktschorgast Foto: privat
Dominc Jala 1983 in Marktschorgast Foto: privat

Dominic Jala, Erzbischof von Shillong in Nordostindien, lebt nicht mehr. Die Pfarrei Marktschorgast gedachte des Verstorbenen und betete für ihn unlängst bei einem Sonntagsgottesdienst.

Im Heinrichsblatt vom 27. Oktober hieß es, die Nachricht des tödlichen Autounfalls von Jala treffe missio schwer. Jala habe seine Lebensregion auch als langjähriger Vorsitzender der Bischofskonferenz Nordostindiens maßgeblich vorangebracht. Jalas Arbeit sei von missio über Jahre hinweg gefördert worden.

Jala starb in den USA bei einem Verkehrsunfall. Laut dem asiatischen katholischen Pressedienst Ucannews stieß das Fahrzeug des Erzbischofs mit einem Sattelschlepper zusammen. Neben dem 68-jährigen Jala kam demnach auch ein mit ihm reisender Priester ums Leben, ein weiterer Geistlicher wurde verletzt.

Im Juli 2018 war Dominic Jala noch ein paar Tage zu Gast in Marktschorgast. Bereits 1982 hatte Jala im August die Urlaubsvertretung von Dekan Markus Brendel übernommen, und 1984 die Urlaubsvertretung von Pfarrer Reinhard Stauch.

Als Pfarrvertreter fühlte sich Dominic Jala in Marktschorgast sehr wohl. 1983 übernahm er während seiner Semesterferien (er studierte in Rom) die Urlaubsvertretung von Pfarrer Reinhard Stauch und sagte beim Schlussgottesdienst im August: "Ich durfte in diesen Wochen die brüderliche Freundschaft unserer weltweiten Kirche erleben. Nach meinem zweiten Aufenthalt in Marktschorgast kann ich sagen, dass es hier schön war. Die Bevölkerung war freundlich und gut zu mir. Ich habe Marktschorgast sehr gut kennengelernt und viele Erfahrungen gesammelt, die mich bereichert und ermutigt haben."

Viele Freunde gewonnen

Auch die Marktschorgaster hatten Jala ins Herz geschlossen. Sie verstanden ihn gut, denn er sprach fließend Deutsch. Bereits während seines zweiten Aufenthaltes in Marktschorgast gewann Jala viele Freunde. In Gesprächen erzählte er aus seiner Kindheit über Sitten der indischen Stämme und Methoden der Erziehung: Wer zum Beispiel als Kind einen Papagei tötet, der müsse frühzeitig sterben, oder wer Wasser aus einer Schale und nicht aus einer Bambustasse trinkt, der werde frühzeitig Kopfschütteln bekommen.

Bis etwa 1950 gab es im Nagaland Nordostindiens die Kopfjäger. Dort war es Sitte, erzählte Jala, dass ein junger Mann erst heiraten durfte, wenn er wenigstens einen Kopf eines Stammesfremden vorzeigen konnte. Gegenüber Missionaren seien die Nagas sehr gastfreundlich gewesen.

Pater Otto Hopfenmüller, ein in Weismain geborener Missionar, hat den christlichen Glauben nach Nordostindien gebracht. Seine sterblichen Überreste wurden am 1. Juli 2001 exhumiert und feierlich nach Shillong überführt, wo sie von Erzbischof Dominic Jala beigesetzt wurden. red

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