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Pettstadt favorisiert Kanal nach Kirchlauter

Die Situation um die Kläranlage in Pettstadt stand im Mittelpunkt der Bürgerversammlung im Gutshof Andres in Pettstadt. Es ging um die Frage: Soll das Klärwerk saniert oder aufgelassen und damit ein A...
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Die Scheibentauchkläranlage, die aufgelassen werden soll. Im Hintergrund liegt Pettstadt.  Foto: gg
Die Scheibentauchkläranlage, die aufgelassen werden soll. Im Hintergrund liegt Pettstadt. Foto: gg

Die Situation um die Kläranlage in Pettstadt stand im Mittelpunkt der Bürgerversammlung im Gutshof Andres in Pettstadt. Es ging um die Frage: Soll das Klärwerk saniert oder aufgelassen und damit ein Anschluss an das Kirchlauterer Kanalnetz herbeigeführt werden?

Der Bürgermeister Karl-Heinz Kandler (SPD) wollte vor einer Entscheidung im Gemeinderat die Möglichkeiten mit den betroffenen Bürgern besprechen. Der Gemeinderat hat sich bereits mehrfach mit dem Thema beschäftigt. Die zahlreichen Wortbeiträge im Bürgerforum ließen eindeutig den Schluss zu, dass eigentlich nur ein Anschluss an Kirchlauter infrage kommt.

63 Einwohner

Vorhabensträger im 63 Einwohner zählenden Pettstadt ist die Gemeinde Kirchlauter. Bürgermeister Karl-Heinz Kandler und Ingenieur Peter Ruck vom TBW-Ingenieurbüro in Eltmann erläuterten die möglichen Varianten für den kleinen Ort mit der sanierungsbedürftigen Scheibentauchkörperanlage, die rund 170 Meter südlich von Pettstadt liegt. Sie ist in die Jahre gekommen ist, starke Abnutzungserscheinungen sind an der Anlage aufgetreten. Kandler und Ruck stellten die Varianten und die Kosten vor.

Frühere Aussagen

"Früher hat es geheißen, es geht nicht nach Kirchlauter. Angeblich wäre die Leitung in der Straße zu klein", eröffnete Albert Feulner die Diskussionsrunde. "Wem sollen wir da noch glauben", fragte Dieter Iberl. "Was früher alles versprochen wurde, nutzt uns jetzt alles nicht", machte der Ortssprecher Helmut Sieghörtner deutlich. Er sagte weiter: "Bei uns kommt einfach zu wenig Abwasser in die Kläranlage. Wenn einige Bewohner in Urlaub sind, kommt nur noch von unserem Gasthof Andres etwas, und deswegen sehe ich auch keine Zukunft mehr in einer eigenen Kläranlage. Außerdem gibt es für eine Sanierung keinen Zuschuss. Eigentlich war es damals schon sinnlos, eine eigene Kläranlage zu bauen und wir hätten gleich nach Kirchlauter anschließen sollen."

Geraldine Kluge fragte nach Kosten für die Anlieger und den Gebühren bei einem Anschluss nach Kirchlauter. Und was passiere, wenn anschließend etwas im Bereich von Kirchlauter defekt sei. "Müssen dann auch wir Pettstadter wieder mitzahlen?" Ortssprecher Helmut Sieghörtner erklärte: "Wenn wir in Kirchlauter sind, werden die Unterhaltungskosten auf mehr Köpfe umgelegt." Gemeinderat Reinhold Stöhr ergänzte: "Wir haben in Pettstadt hohe Gebühren durch die Wartung. Diese würden wir bei einem Anschluss nach Kirchlauter einsparen."

Fördergelder für Anschluss

Gemeinderat Robert Muckelbauer trat der Meinung entgegen, dass man sich schon früher für einen Anschluss nach Kirchlauter oder für einen Anschluss von Kirchlauter nach Lauter hätte entscheiden sollen. "Das wäre für uns um das Zigfache teurer gewesen. Die Anlage war die günstigste Lösung, auch für Pettstadt. Das Problem ist jetzt aber, dass bei einer Sanierung alle Kosten an den Pettstadtern hängen bleiben. Wir befinden wir uns aber in der glücklichen Situation, dass ein Anschluss nach Kirchlauter jetzt bezuschusst wird."

Das hat nur den einen Haken, dass dies wegen der Zuschüsse bis 2021 über die Bühne gehen muss. Hier kamen einige Zweifel auf, ob das realistisch ist.

Manfred Muckelbauer meinte, dass der Blick zurück nichts nutze und nichts für die Lösung bringe. "Wir sollten die Vergangenheit abhaken. Es gibt nur eine logische Lösung: den Anschluss nach Kirchlauter."

Peter Ruck sprach von einer "sportlichen Aufgabe", denn es gehe durch zehn Grundstücke. Bürgermeister Kandler kündigte die Gemeinderatssitzung für 2. Mai an, in der das Ratsgremium erst einmal den Beschluss für diese Lösung fassen müsse. "Dann geht die Sache erst richtig los. Meine Osteraufgabe wird es sein, die Grundstückseigentümer zu fragen, ob wir schürfen dürfen und ob sie mit dieser Lösung einverstanden sind." gg

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