Neustadt bei Coburg

Per Trommel-SMS in Ruhestand

Günter Dekrell, Schulleiter der Grundschule Wildenheid-Haarbrücken, geht in den Ruhestand. Mit einer fröhlichen Feier verabschiedeten sich Kollegen, Eltern und Kinder.
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Begeisternd trommelnde Kinder schickten ihre "Trommel-SMS" ihrem Schulchef lautstark zu.  Fotos: Manja von Nida
Begeisternd trommelnde Kinder schickten ihre "Trommel-SMS" ihrem Schulchef lautstark zu. Fotos: Manja von Nida
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Die vielen lieben Worte und Wünsche zum Ruhestand machten es Rektor Günter Dekrell von der Grundschule Wildenheid-Haarbrücken zum Abschied nicht leicht, Adieu zu sagen. Das fröhliche Festprogramm seiner Schulfamilie stimmte das große Lehrerherz am Donnerstag etwas milder. "Sie wären jetzt sozusagen in der 60. Jahrgangsstufe. Es ist so weit, die Zeit Ihres Schulbesuchs endet nun offiziell am 31. Juli. Sie bekommen Ihre Urkunde in die Versetzung in den Ruhestand", sagte Schulrat Ulrich Barth zum Abschied.


"Etwas länger in der Schule"

"Sie gehören zu denen, die die Schule etwas länger besucht haben. Nach dem Abitur am Albertinum hatten Sie offenbar nicht genug davon und gingen zum Lehramtsstudium nach Bamberg", so Barth. Dekrells Vorbereitungsdienst begann an der Volksschule Rödental-Oeslau. Für drei Jahre unterrichtete der junge Lehrer an der Schule am Hofgarten, machte ein kleines "Gastspiel" an der Jean-Paul-Schule und leitete dann als Rektor 16 Jahre die Melchior-Franck-Schule. Es folgten Rektorenstellen an der Creidlitzer Schule, an der Schule Rödental Mitte und seit 2013 in Wildenheid-Haarbrücken.
"Ihm waren die Kinder immer wichtig, die Vermittlung von Werten, die Erziehung, das Wohlergehen der Schüler, dass sie gerne zur Schule kamen", sagte Barth. "Menschen mit Ihrer Berufsauffassung hinterlassen im gesamten Umfeld Spuren. Ich habe Sie als einen sehr kollegialen, kooperativen und loyalen Kollegen erlebt", dankte der Schulrat. "Ihre Schüler haben Sie nicht nur geschätzt, Sie haben Ihre Schulkinder geliebt", sagte Barth, und das Schulkinder-Echo lieferte unüberhörbar den Beweis dazu.
Auch das Kollegium dankte für 43 Jahre Schuldienst. "Dein Verständnis für jede mögliche Situation deiner Mitarbeiter sorgten für Motivation und Engagement. Nun erntest du besonders süße Früchte deiner Arbeit: deinen Ruhestand." Über seinen erfolgreichen Weg könnte er ein Buch schreiben, wie Hape Kerkeling ("Ich bin dann mal weg"). "Danke, dass wir ein Stück von deinem Weg mit dir gehen durften." Von seinem "Märchenschloss", der Wildenheider Schule, erhielt "Prinz Günter" ein Bild zur Erinnerung.
Herzerfrischend waren die Geschenke der Schulkinder: Im Schulgarten tanzten die Haarbrücker Trachtenkinder, spielten die Flöten-Mädels und ein Trommelzauber verzauberte den Abschied in ein fröhliches Fest. Denn alle Kinder hatten bei Johnny Lamprecht gelernt, Trommeln könnten sprechen und trommeln sei pure Lebensfreude! Lamprecht hatte für jedes Kind eine Trommel aus dem Allgäu dabei und dann wurde getrommelt und gesungen. "Marmor, Stein und Eisen bricht, aber wir vergessen dich nicht. Jetzt ist Neustadt auch vorbei, endlich bist du frei", trällerten die Kinder.


Schüler kaum zu bändigen

Als Martin Stingl das Kommando gab: "Und jetzt verabschieden wir euren Schulchef mit einem riesengroßen Applaus, mit einem Gekreische und Gejohle, dass er das mit heim nimmt und die nächsten Jahre dran zehren kann und das er wirklich im Herzen behalten kann", waren die Kinder kaum zu bändigen. Unzählige Luftballons schickten die Kinder zum Abschied in die Luft und schauten den bunten Grüßen fasziniert nach.
"Die Arbeit hat mir Spaß gemacht, denn sonst wäre ich nicht mit 65 Jahren noch immer hier", dankte Dekrell seiner Schulfamilie und der Stadt Neustadt für die gute Zusammenarbeit. Und dann verpackte Country-Fan Dekrell seinen Dank musikalisch, mit Stimme und Gitarre: "Flieg, junger Adler, flieg" und lud seine "jungen Adler" sodann ein, "Flug-Kurs" Richtung Eiswagen aufzunehmen.
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