Büdenhof

Pekingente vom Büdenhof

Der Büdenhof wartet auf die Bio-Zertifizierung für die Entenzucht. 400 Küken schnattern bereits im Heu.
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Fotos: Christiane Lehmann
Fotos: Christiane Lehmann
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Zuwachs auf dem Büdenhof. 400 kleine Enten watscheln zur Zeit durch den dick mit Bio-Stroh ausgelegten Stall. In einer paar Wochen geht's raus ins Grüne, auf die Kräuterwiese und in den Frischwasserweiher. 16 Wochen Lebenszeit in Bioqualität.

Dann ist Weihnachten und das zweieinhalb bis drei Kilogramm schwere Federvieh landet auf den Festtagstellern der Region.

So zumindest wünschen es sich Julika Gerlach und Sascha Laufmann, Bewohner des Büdenhofs und neuerdings auch Bio-Entenzüchter. Die beiden sind zwei von acht Bewohnern der Büdenhof-Gemeinschaft, in der alle den Traum von einem möglichst unabhängigen, nachhaltigen und selbstbestimmten Leben teilen.

Was 2016 als solidarisches Landwirtschaftsprojekt begann, ist mittlerweile - nach einigen Mieterwechseln - zu einer Wohngemeinschaft gereift, die den Hof mit Pflanz' und Tier ertragsfähig machen möchte.

Warten auf die Bio-Kontrolleure

Das Projekt "Pekingente" - oder wie Julika Gerlach lieber sagt, das Projekt "Bio-Bauernente", wartet jetzt noch auf die Bio-Zertifizierung. Eine EU-Kontrollnummer liegt bereits vor. Der Büdenhof ist Mitglied im regionalen Biokreis und wurden von Gerhard Bickels, dem Gründer der Naturkost-Supermarktkette ebi, begutachtet. Der große Bio-Filialist aus Fürth wird Abnehmer des größten Teils der Büdenhof-Enten sein.

Bereits im vergangenen Jahr hatten Sascha Laufmann und Julika Gerlach einen "Testlauf" mit 70 Enten gestartet. "Es funktionierte", so ihr Resümee. Keines der Tiere hatten sie verloren, sei es durch Krankheit oder Fuchs und Habicht. So entschlossen sie sich zum nächsten Schritt.

Drei Wochen sind die Enten mittlerweile alt und quietschfidel. Ganz bewusst entschieden sich die Nebenerwerbsbauern für Pekingenten von einem Biozüchter bei Rosenheim. Alternative wäre die Warzenente gewesen. Doch die Fleischqualität und das konstante Wachstum der Pekingente hat die beiden überzeugt. "Das Fleisch ist zart und der Fettgehalt genau richtig", sagt Sascha Laufmann, gelernter Koch, momentan "Vollzeitpapa", wie er sagt. Ein Probeessen hat gezeigt: Die Haut ist knusprig, die Fettschicht hauchdünn.

Die Laufmanns, Vater, Mutter und zwei Kinder, sind erst im vergangenen Jahr aus Norddeutschland auf den Büdenhof gezogen. "Ein Glücksgriff", wie Julika Gerlach sagt. "Denn Sascha bringt sich ganz wunderbar ein und steckt voller Ideen und Energie." So möchte er zu Weihnachten den Abnehmern der Enten auch anbieten, gleich ein fertiges Weihnachtsmenü bestellen zu können. Erfahrung damit hat er bei einem großen Cateringservice gesammelt.

Weihnachtsmenü in Bioqualität

"Wir bereiten alles in Bioqualität und aus eigener Herstellung zu: Klöße, Rotkraut und die Ente. Dazu gibt's eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie und wann etwas gewärmt werden muss - servierfertig ist das Gericht", erläutert Sascha Laufmann. Julika Gerlach könnte sich gut vorstellen, dass dieses Angebot so manches Familienfest entspannt.

Voraussetzung für all die Vorhaben ist allerdings, dass sich noch ein Bio-Schlachter findet. Möglichst ortsnah. Das sei gar nicht so einfach. "Der nächste ist 200 Kilometer weit weg", bedauert Gerlach. Doch die beiden bleiben zuversichtlich und suchen auch nach einem mobilen Schlachter.

Sollte das Projekt so gelingen, wie es sich die beiden vorstellen, sind Zwergziegen die nächste Anschaffung. Sie dürfen dann mit ins Entengehege. Erfahrungen haben gezeigt, dass sich Fuchs und Greifvogel davon abschrecken lassen. "Wir haben viele Ideen und Möglichkeiten hier am Büdenhof. Aber wir nehmen uns Zeit dafür und machen alles nach und nach", sagt der 40-jährige Laufmann. Er möchte möglichst viel Zeit mit seinen kleinen Söhnen genießen. Mateo (2) und Bento (3) spielen glücklich zwischen Enten, Katzen, Hunden, Hasen und Hühnern. Der Pfau schreitet stolz an ihnen vorüber.

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