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Nachspiel

Paul Nerb kritisiert "Stadtratsbashing" des OB beim Neujahrsempfang

Der Neujahrsempfang in der Kaiserpfalz vom Sonntag hatte dem Stadtrat Paul Nerb (FBF) keine Ruhe gelassen. Daher ergriff er bei der Stadtratssitzung am Dienstag das Wort, um "im Nachgang" einiges klar...
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Der Neujahrsempfang in der Kaiserpfalz vom Sonntag hatte dem Stadtrat Paul Nerb (FBF) keine Ruhe gelassen. Daher ergriff er bei der Stadtratssitzung am Dienstag das Wort, um "im Nachgang" einiges klar zu stellen.

Nach der Meinung vieler sei es ja ein gelungener Abend gewesen, sagte Nerb. Und stimmte zu, was den literarischen Beitrag des Bestsellerautors Wladimir Kaminer und die musikalische Einlage von David Saam betraf.

Doch die Neujahrsansprache von OB Uwe Kirschstein (SPD) kritisierte Paul Nerb vehement. Nebenbei attackierte der FBF-Stadtrat Kirschsteins Parteifreund Reiner Büttner. Der hatte via Facebook verbreitet, die Ansprache des OB sei "gelungen" gewesen, weil sie den Neujahrsvorsatz einer offenen Gesprächs-und Zuhörerbereitschaft betont habe.

Wunden schlagen

Kommentar Nerb: "Vergessen" habe "der Kollege Büttner" allerdings, dass OB Kirschstein "gleichzeitig den Stadtrat abgewatscht" habe, weil dieser angeblich die Ansiedlung einer Firma für landwirtschaftliche Produkte um ein Jahr verzögert habe. "Ich finde dieses Stadtratsbashing völlig unpassend. Es ist sicher nicht geeignet, für das Jahr 2020 ein besseres Miteinander in den politischen Gremien zu begründen", ärgerte sich Nerb am Dienstag im Stadtrat.

Er begründete seine Kritik in dreierlei Hinsicht: "Eine Neujahrsansprache soll auch im Wahlkampf versöhnen und nicht Wunden schlagen, wobei ich mich über die sachliche Rechtfertigung gar nicht auslassen will." Zweitens warf er OB Kirschstein vor, er verpacke "den Stachel des Vorwurfs in ein Angebot zu einem versöhnlichen Miteinander" und vergifte damit das versöhnliche Angebot.

Drittens kritisierte Nerb: "Als Stadtrat darf man zuhören, sogar klatschen, hat aber keine Möglichkeit, sich unmittelbar zu wehren. Somit war für mich dieser Neujahrsempfang nicht ungetrübt, er erinnerte mich fatal an den Empfang von vor zwei Jahren." Damals habe es ein "Bashing" des Jahn Forchheim gegeben.

Trotzdem, betonte Paul Nerb, gebe er die Hoffnung nicht auf, "dass wir trotz Wahlkampfgetöse im Jahr 2020 zivilisiert miteinander umgehen können, so wie man sich halt den Umgang erwachsener Menschen gemeinhin vorstellt."

Die meisten Stadträte applaudierten Nerb, OB Kirschstein entgegnete nichts. Lediglich Udo Schönfelder äußerte sich noch zum "Miteinander": Leider hake es "zu häufig". Wobei die Ursachen "nicht beim Stadtrat, sondern im Umgang mit dem Stadtrat" lägen. roe

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