Coburg

Passen 3D und Puppen zusammen?

An der nächsten Ausstellung im Puppenmuseum sind viele Partner beteiligt.
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Barbara Fuchs (rechts) mit dem hölzernen Mobile, das den Mittelpunkt der Ausstellung bilden wird. Foto: F. Koch
Barbara Fuchs (rechts) mit dem hölzernen Mobile, das den Mittelpunkt der Ausstellung bilden wird. Foto: F. Koch
Umringt von ihren Studenten sitzt Barbara Fuchs auf dem Dielenboden eines Ausstellungsraums des Puppenmuseums Coburg und fasst in wenigen Sätzen die Arbeit der letzten Monate zusammen.
Was die Professorin im Studiengang Innenarchitektur erzählt, klingt wie lang gewachsene Teamarbeit, ist in Wirklichkeit aber ein Novum in der Geschichte der Hochschule Coburg: eine Sonderausstellung im Puppenmuseum, entwickelt und umgesetzt von Museumsmitarbeitern, Studenten, Lehrenden und Fachexperten, unterstützt vom Amt für Schulen, Kultur und Bildung sowie vom Stadtmarketing der Stadt Coburg.
Ein Großprojekt also und eines, das es thematisch in sich hat. Denn wissenschaftliche 3-D-Modelle bringt man nicht sofort mit den Exponaten eines Puppenmuseums zusammen. Genau diese, aus zahlreichen Studiengängen der Hochschule zusammengetragenen Objekte, stehen aber im Fokus der Ausstellung. Neben Modellen der physikalischen Lehrsammlung werden auch Beispiele aus den Fachbereichen Informatik, Produktdesign oder Architektur zu sehen sein. Und natürlich darf hier auch das Modell des Globe-Theaters nicht fehlen, das auf dem ehemaligen Güterbahnhofgelände entstehen soll.
Vorausgegangen ist der Idee einer gemeinsamen Sonderschau ein interdisziplinäres Symposium zum Gebrauch von Modellen im vergangenen Sommer, an dem auch Christine Spiller, Leiterin des Puppenmuseums, beteiligt war. Die Parallelen sind laut Barbara Fuchs unübersehbar. "Puppenstuben geben einen Einblick in das bürgerliche Leben einer Epoche und bilden eine Welt ab, die es real gibt. Wissenschaftliche Modelle dagegen zeigen, was es in Zukunft einmal geben soll", erklärt die Professorin, die die Ausstellungsplanung vonseiten der Hochschule zusammen mit Prof. Christian Holtorf leitet.
In den vergangenen Wochen wurden Modelle gebaut und mit verständlichen Erklärtexten versehen. Auch die Bedingungen in den drei Sonderausstellungsräumen sind zu beachten: "Das Licht ist nicht dimmbar, und die 30 Jahre alten Vitrinen unbeweglich und noch dazu jede unterschiedlich in Tiefe und Höhe", so Christine Spiller. Mithilfe lasergefertigter abnehmbarer Holzkonstruktionen können die Vitrinen von außen optisch an das Ausstellungskonzept angepasst werden. Künstlerische Inszenierungen sollen Übergänge zum Rest der Sammlung des Puppenmuseums schaffen und Anknüpfungspunkte zwischen den wissenschaftlichen Modellen einerseits und den Puppen und ihren Stuben andererseits herstellen. So wird der Besucher automatisch durch das ganze Haus geleitet. red
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