Stadtsteinach

Partnersuche auf fränkisch

Kabarettist Rainer Dohlus nahm die Zuschauer im Frankenwaldtheater mit auf seine ganz persönliche Tour d'Amour - und kein Auge blieb trocken.
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"Addrakdiver Middfünfziger in sicherer Position sucht...": Rainer Dohlus begibt sich als Postbote, der noch zu Hause bei Mama wohnt, auf Partnersuche - und wundert sich bei seinem Auftritt im Frankenwaldtheater über die Reaktion der Damenwelt. Dohlus begeistert einmal mehr mit Komik und Witzigkeit. Foto: Sonny Adam
"Addrakdiver Middfünfziger in sicherer Position sucht...": Rainer Dohlus begibt sich als Postbote, der noch zu Hause bei Mama wohnt, auf Partnersuche - und wundert sich bei seinem Auftritt im Frankenwaldtheater über die Reaktion der Damenwelt. Dohlus begeistert einmal mehr mit Komik und Witzigkeit. Foto: Sonny Adam

Der "Postbote" Rainer Dohlus war bislang mit seinem Leben sehr zufrieden. Er wohnte bei Mama, sie kochte und putzte für ihn. Er war mit seinem Job als Postbeamter rundum glücklich. Doch so langsam kann die 84-jährige Mutter nicht mehr zwei Wohnungen gleichzeitig versorgen - also muss eine Frau her. Der Postbote beschließt, per Video und per Anzeige eine Heiratskandidatin zu suchen. Doch wie stellt man das an?

Schon die Formulierung ist eine echte Hürde. Denn jedes Wort kostet Geld. Und allzu viel will der Postbote dann doch nicht ausgeben. Schließlich reduziert er seine Suche auf "Bett gemacht - du kannst zum Kochen und Putzen kommen."

Aberwitzig und hintersinnig

Rainer Dohlus nahm die Zuschauer im Frankenwaldtheater mit auf seine ganz persönliche Partnersuche: aberwitzig, komisch, einfallsreich und hintersinnig. Der Kabarettist, der in der Vergangenheit schon mit seinem fränkischen Programm "Aus der Daadnleidung kummd ka Bier" begeistert hat, frotzelte über weibliche Schwarmintelligenz und kam zu dem Schluss, dass diese wohl - im Gegensatz zur Schwarmintelligenz der Bienen - manchmal irren muss. Denn wie kann es sein, dass die begehrten Männer von allen Damen gleichermaßen umworben werden - und immer noch frei sind?

Er präsentierte einen "Lady-Configurator", kurz "Lady-Fig" genannt, und erklärte, wie man mit Einzelteilen seine ganz persönliche Lieblingsfrau finden könne. Natürlich bezog er das Publikum mit ein und bewies, dass auch Situationskomik auf fränkisch einen ganz besonderen Charme hat.

Die Schöne ist ein Biest

Schließlich hatte Dohlus Erfolg: Er erzählte von seinen Abenteuern mit Ludmilla aus der sibirischen Steppe. Leider entpuppte sich die "Schöne" als ehemalige sowjetische Kugelstoßerin. Und das Foto, das ihn so angesprochen hatte, war Jahrzehnte alt.

Keinen Erfolg hatte er auch bei May-Ling aus Thailand. In diesem Fall war er schlauer, reiste nicht selbst nach Thailand, sondern ließ sie - auf eigene Kosten - kommen. Doch May-Ling wollte eigentlich nur einen Aufenthalt und Studienplatz und dachte nicht daran, Thüringer Klöße und Sonntagsbraten für den braven Postboten zu kochen. So gab es auch in diesem Fall kein Happy-End.

Rainer Dohlus probierte Speed-Dating - natürlich nicht, ohne das Publikum mit einzubeziehen. Er trat als Jedi-Ritter mit Laserschwert auf. "Die Frauen wollen doch einen Beschützer und Retter", glaubt Dohlus.

Bei seinem Programm schlüpfte Dohlus auch in die Rolle der Frauen - und haderte als fesche Französin mit sich selbst. Und am Ende bekam er dann doch noch eine Frau. Doch auch da lauerten die Missverständnisse. Denn während der Mann versuchte, die Frau nach allen Regeln der Kunst zu verführen, versuchte sie stattdessen nur, sich einen Überblick über die Wohnverhältnisse zu verschaffen.

Die Suche "Addrakdiver Middfünfziger..." wird also weitergehen. Sie bescherte den Zuschauern jedenfalls einen temporeichen, amüsanten und abwechslungsreichen Abend.

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