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Herzogenaurach

Partner auch in Krisenzeiten

Das Virus kennt keine Grenzen. Die Partnerstädte Herzogenaurachs kämpfen ebenfalls mit der Pandemie. In Österreich liegt eine der Partnerstädte. Lob gibt es vom Bürgermeister Hans-Peter Schlagholz für seine Wolfsberger. Und einen Plan für den nächsten Besuch in Herzogenaurach.
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Michael Busch Die Wolfsberger halten sich an die Auflagen. "Ich kann da nur ein dickes Lob aussprechen", sagt der Bürgermeister der Kärntner Gemeinde Wolfsberg. Die Bevölkerung der Partnerstadt von Herzogenaurach leidet ebenfalls unter den Auswirkungen der Pandemie.

"15 mit Corona infizierte Menschen sind uns bekannt", sagt Schlagholz. Die Dunkelziffer könnte anders ausfallen. Und wie in Herzogenaurach auch, hoffe man darauf, dass durch die vollzogenen Einschränkungen die Corona-Ausbreitung verlangsamt, vielleicht sogar regional gestoppt werden könnte. "Das öffentliche Leben steht still, lediglich die Versorgungsbetriebe für den täglichen Bedarf haben geöffnet", sagt das Stadtoberhaupt.

"Wir versuchen, füreinander da zu sein", beschreibt er die Situation. Zum einen sei das der unglaublich große Zusammenhalt der Gemeinde. Nachbarschaftshilfe funktioniert, unter dem Motto "Wolfsberg hilft" gebe es unterschiedlichste Angebote, um den Menschen zu helfen, die Risikogruppen angehören oder die alltäglichen Besorgungen nicht tätigen können.

So hat die Gemeinde zur Ergänzung zur Nachbarschaftshilfe einen Zustellservice für ältere, hilfsbedürftige Menschen über 65 Jahren und Risikogruppen gestartet. Grundnahrungsmittel, Arzneimittel und Hygieneartikel können über die Gemeindeverwaltung im Servicezentrum bestellt werden. "Die Zustellung erfolgt dann per Taxi", erklärt Schlagholz. "Die Fahrtkosten übernimmt die Stadtgemeinde."

Thomas Auer ist der zuständige Disponent der Fahrten und für das Gebiet Wolfsberg. Die Firma IStmobil GmbH gibt es in den Gemeinden Wolfsberg, St. Andrä, St. Paul und Frantschach St. Gertraud. Auer erklärt, dass die Partnerunternehmen eng zusammenarbeiten. "Das sind die Taxiunternehmen TBF, Bischof, NSM und mein eigenes Unternehmen Reibi's Taxi." Angefahren werden der ADEG Markt, die Sajovic GmbH, Kainz das Restaurant und die Apotheke Maria Hilf in der Wienstraße.

Aber auch die Verwaltung ist besetzt. "Wir sind für unsere Bürger da und Ansprechpartner", betont der Rathauschef. Vereinzelt gebe es Telearbeit, aber die Schlüsselpositionen seien gesichert. Die Versorgungssicherheit sei letztlich geleistet.

Touristische Einschränkungen

Der Störungs- und Bereitschaftsdienst ist ebenso wie die Bestattung erreichbar. Einschränkungen gab es bei den Wolfsberger Stadtwerken. Deren Mitarbeiter sind zwar für die Aufrechterhaltung der Infrastruktur und des Funktionieren des täglichen Lebens rund um die Uhr da, aber zur Eindämmung der Ausbreitung der Corona-Epidemie wurden einige Betriebsstandorte für den Kundenverkehr bis auf weiteres gesperrt.

Intensiv mit eingebunden sind die ehrenamtlichen Helfer. "Das Rote Kreuz hat viele Bereiche in der Pflege übernommen, da die ausländischen Pflegekräfte weitgehend weggebrochen sind", schildert Schlagholz. Es sind viele Aufgaben, die zu bewältigen sind. "Kompliment an die Müllmänner, die Mitarbeiter in den Wasserwerken, den Erziehern, die Kinder von Menschen mit Schlüsselpositionen betreuen." Schlüsselposition ist das, was in Herzogenaurach als "systemrelevant" bezeichnet wird.

Im touristischen musste die Gemeinde aber auch aktiv werden. Die Bezirkshauptmannschaft Wolfsberg beschloss im Rahmen des Epidemiegesetzes, dass der Betrieb der Seilbahnen eingestellt wurde. Ebenso mussten die Beherbergungsbetriebe geschlossen werden.

Es gibt aus dem Lavanttal und Wolfsberg aber auch positive Meldungen. Die dortige "Meine Woche" berichtet von der gebürtigen Lavanttalerin Sonja Schatz. Diese lebt zurzeit in Wien, um dort Musikerziehung zu studieren. Die ehemalige Musical-Darstellerin überträgt per Facebook aber nahezu täglich per Liveübertragung kleine Balkonkonzerte, um den Menschen in ihrer Heimat Mut zu machen.

Hans-Peter Schlagholz macht sich aber auch Gedanken zur Zukunft. "Ich bin mir sicher, dass es in vielen Bereichen ein Umdenken geben wird. Man wird erkennen, was im alltäglichen Leben tatsächlich eine Rolle spielt."

Und dass der Optimismus eine wichtige Rolle spielt, zeigt sich darin, dass er sich auf den nächsten Besuch in Herzogenaurach freut, um dann gemeinsam mit Herzogenauracher Freunden in der Brauerei Heller den Krug zu heben.