Thurnau

Parks, Parken und Projekte

Während in Tannfeld die Dorferneuerung in Alladorf im Fokus stand, beklagte eine Thurnauerin die Parksituation am neu gestalteten Rathausplatz.
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Hier soll im Frühling das neue Alladorfer Dorfhaus entstehen. Foto: Archiv/Sonny Adam
Hier soll im Frühling das neue Alladorfer Dorfhaus entstehen. Foto: Archiv/Sonny Adam

Die Dorferneuerung Alladorf war das Thema, das die Bürger aus dem Thurnauer Oberland am meisten interessierte. Der Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft Alladorf, Detlef Zenk, berichtete in der Bürgerversammlung im Gasthaus Passing in Tannfeld über die Fortschritte. Die Wirtsbrücke in Alladorf sei bereits grundlegend saniert und jetzt wieder für Fahrzeuge bis zu 60 Tonnen ausgelegt.

250 000 Euro, so Zenk, habe die Maßnahme gekostet. Doch der Markt Thurnau habe Dank hoher Förderung nur einen Eigenanteil von 25 000 Euro zu tragen gehabt.

Dorfhaus ein ehrgeiziges Projekt

Als nächste Maßnahme solle nun das Dorfhaus errichtet werden. Start soll im Frühling sein. Die Kosten seien immens. 1,2 Millionen Euro solle die Sanierung kosten. "Das ist eine Riesen-Summe, aber unser Eigenanteil liegt bei nur 120 000 Euro", so Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU). "Wir werden dafür bei der Ortsdurchfahrt Einsparungen vornehmen", betonte er. Die Straße solle mit einem Gehweg ausgestattet werden.

Doch nicht nur für die Sanierungsarbeiten in Alladorf, sondern auch für die Ausgleichsgelder aus dem Windkraft-Fonds interessierten sich die Tannfelder. Bislang wurde von den Geldern der Eisweiher hergerichtet. Außerdem sollen Felsenkeller für Fledermäuse umgestaltet werden. "Es ist noch nicht klar, ob man die Ausgleichsgelder nur für reine Naturschutzmaßnahmen oder auch für landschaftsbildende Projekte verwenden kann", erklärte Bernreuther. Der Markt Thurnau würde auch gerne Felsen freilegen oder Parks gestalten.

Durch die Sanierung des alten Rathauses in Thurnau für 1,344 Millionen Euro ist der gesamte Bereich neu belebt worden. Weitere 700 000 Euro hat die Gestaltung des Umfelds gekostet. Doch jetzt wird auf dem gesamten Areal wild geparkt, monierte eine Anwohnerin bei der Bürgerversammlung im "Fränkischen Hof". Das sorge für Unübersichtlichkeit und für Gefahrensituationen. Auch die Ausfahrt auf die Ortsstraße sei oft gefährlich, hieß es.

Die Situation werde sich verbessern, war sich Bürgermeister Martin Bernreuther sicher, und zwar, wenn der Bauzaun am Schloss verschwunden sei, durch den viele Stellflächen im Ortskern blockiert würden. Zudem werde das Parken im Zentrum neu geordnet. "Wir versuchen ein Konzept zu erstellen, bitten aber noch ein bisschen um Geduld."

Große Probleme hatten die Thurnauer bei der Bürgerversammlung nicht auf dem Herzen. Ortssprecher Hermann Krauß aus Menchau thematisierte den Brunnen an der Zufahrt zur Kompostieranlage. Bislang wurde er von Bürgern instandgehalten und gepflegt. Jetzt sei die Zuleitung defekt.

"Wir können die Arbeiten nicht in dem Umfang leisten, wie die Bürger dies getan haben. Wir müssen auf die Mithilfe der aus der Bevölkerung setzen", erklärte Bernreuther. Er versprach jedoch, mögliche Instandhaltungsarbeiten zu tätigen.

Ein weiteres Thema war der Verkehr am Seidelsberg. Dort sei die Ausfahrt in die Jägerstraße unübersichtlich, sogar gefährlich. Doch die Stelle ist so eng, dass ein Spiegel nicht aufgestellt werden kann.

Bürgermeister Martin Bernreuther nutzte die Bürgerversammlungen in Thurnau, Tannfeld und Hutschdorf (wir berichteten), um auf die Ortspolitik einzugehen.

Fibel für Bauwillige

Besondere Werbung machte er für die neue Gestaltungsfibel des Marktes Thurnau. Sie solle allen Sanierungs- und Bauwilligen einen Leitfaden zur Bewahrung und Entwicklung von stadtbildprägenden Elementen sein. Auch private Investoren könnten bis zu 30 Prozent Förderung beanspruchen, wenn sie im Ortskern denkmalgeschützte Gebäude sanieren.

Thema waren auch die Bauarbeiten am Schloss. Thurnau möchte Veranstaltungen wie das Open-Air-Kino ausbauen und den Ort beleben. Außerdem versucht der Markt Stück für Stück, die Freizeiteinrichtungen und das Freibad zu sanieren. Die öffentliche Toilette bei der Kirche sei bereits für 75 000 Euro hergerichtet worden.

Außerdem investiert der Markt Thurnau jedes Jahr 100 000 Euro in die Sanierung der örtlichen Straßen. Ein echtes Problem allerdings sei das Leitungsnetz. Denn immer wieder komme es zu Rohrbrüchen. Deshalb müssten auch in Zukunft Investitionen in diesem Bereich erfolgen.

Grund zur Freude zeigt die Entwicklung des Wohnbaugebiets an der Kirschenallee und des Industriegebiets. Der Markt steht mit potenziellen Großinvestoren in Kontakt. Und an der Kirschenallee auf dem Gelände des früheren Baugeschäfts Müller seien von den 17 Parzellen bereits 15 verkauft.



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