Coburg

Parkraum: Was ist machbar?

Der Bau- und Umweltsenat beschloss, dass eine Studie über den möglichen Bau von Parkgaragen in der Oberen Klinge oder unter dem Schlossplatz erstellt wird - unter einer Bedingung. Wieder wurde das Thema emotional diskutiert.
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Bei der Machbarkeitsstudie über den Bau von Parkgaragen geht es nicht nur um eine "Schlossplatz-Tiefgarage": Das Gutachten soll bei der Klärung der Standortfrage alle städtischen Aspekte von Gastronomie, Kultur und Wirtschaft bis zum Landestheater berücksichtigen. Foto: Jochen Berger
Bei der Machbarkeitsstudie über den Bau von Parkgaragen geht es nicht nur um eine "Schlossplatz-Tiefgarage": Das Gutachten soll bei der Klärung der Standortfrage alle städtischen Aspekte von Gastronomie, Kultur und Wirtschaft bis zum Landestheater berücksichtigen. Foto: Jochen Berger

Eine Parkgarage in der Nähe des Landestheaters ist auf der kommunalpolitischen Coburger Themenliste immer gegenwärtig. Zumal das Parken eventuell unter dem Schlossplatz seit Jahren die Gemüter bewegt und mitunter für emotional gesteuerte Diskussionen sorgt. So geschehen am Mittwoch bei der Sitzung des Bau- und Umweltsenats.

Die Wählergemeinschaft Pro Coburg, CSU, Junge Coburger und die Fraktion "Sozial und bürgernah für Coburg" (SBC) hatten im April vergangenen Jahres beantragt, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die den Bau einer Parkgarage in der Nähe des Landestheaters prüft. Diese Arbeitsgruppe unter Leitung von Baureferentin und Bürgermeisterin Birgit Weber (CSU) empfiehlt nach zwei Sitzungen, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben. Darin sollen der Schlossplatz, die Allee sowie die Obere Klinge als mögliche Standorte für eine Quartiersgarage untersucht werden.

Der Arbeitsgruppe gehören neben Stadtratsmitgliedern aller Fraktionen auch Vertreter der Industrie- und Handelskammer, die stadteigene Wohnbau sowie Ordnungs- und Stadtplanungsamt an. Die Wohnbau wird zusätzlich aufgefordert, die Kapazitätserweiterung des Parkhauses Post zu untersuchen.

Schneider versagt Zustimmung

Das Wort "Schlossplatz-Tiefgarage" war in dem Antrag vom vergangenen Jahr wohlweislich nicht aufgetaucht. Das Gutachten soll dabei alles und jeden berücksichtigen: sämtliche öffentliche, kulturelle und gastronomische Einrichtungen, den Einzelhandel, Dienstleistungen, Tagungen und Schulungen sowie den Tourismus und die Theaterbesucher.

SPD-Stadträtin Petra Schneider versagte am Mittwoch ihre Zustimmung. Nicht, weil sie dem Thema nicht zugetan war, sondern "weil Angaben zu den Kosten fehlen". Der Beschluss, nur eine Studie in Auftrag zu geben, sei zu unkonkret. "Besonders die Reihe da drüben", meinte sie mit Blick auf die Senatsmitglieder aus den Reihen der CSU und Pro Coburg, poche sonst immer auf Kostenschätzungen. Auch sei nicht genannt, wie viele Stellplätze eventuell neu entstehen sollten.

Baureferentin Weber teilte mit, mit 50 000 Euro müsse man rechnen. In der Oberen Klinge gehe es um etwa 140 Stellplätze, unter dem Schlossplatz sei die Zahl 160 im Gespräch.

"Endlich einmal Fakten bei dem Thema als Grundlage für eine Entscheidung", reklamierte die gescholtene Reihe "da drüben". Jürgen Heeb (Pro Coburg): "Wir investieren in die Sanierung und Erweiterung des Theaters und lassen das Parken außen vor." In die Innenstadt würden Menschen erst dann ziehen, "wenn sie auch ihr Fahrzeug abstellen können".

Jürgen Oehm (CSU) kritisierte: "Es wird was gelabert, ohne Grundlagen zu haben." Eine Machbarkeitsstudie sei wichtig, erklärte Barbara Kammerscheid (SBC). Schließlich wurde der Beschluss erweitert, so dass eine Machbarkeitsstudie über den Bau von Parkgaragen in der Oberen Klinge oder unter dem Schlossplatz mit maximal 50 000 Euro zu Buche schlagen darf. Petra Schneider blieb dennoch eisern und stimmte dagegen.



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