Wildflecken
Gemeinderat

Parkende Kurierfahrzeuge in "Little Manhattan" werden zum Problem

Seit vielen Jahren hapert es in Oberbach gewaltig an der Mobilfunkversorgung. Riesige Lücken klaffen im Ortsbereich. Um das zu ändern, will die Deutsche Telekom einen neuen Mobilfunkmasten errichten l...
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Seit vielen Jahren hapert es in Oberbach gewaltig an der Mobilfunkversorgung. Riesige Lücken klaffen im Ortsbereich. Um das zu ändern, will die Deutsche Telekom einen neuen Mobilfunkmasten errichten lassen. Der Mast soll eine Höhe von rund 29 Metern haben und wird aller Voraussicht nach von mehreren Mobilfunkanbietern genutzt werden. In der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates ging es um den Bauantrag. "Ich will aber jetzt keine Grundsatzdiskussionen mehr haben", forderte Bürgermeister Gerd Kleinhenz (PWW). Das Gremium erteilte mehrheitlich sein Einvernehmen zu dem geplanten Bauvorhaben bei einer Gegenstimme.

Das Mountainbike-Konzept im Landkreis Bad Kissingen hatte der Marktgemeinderat bereits vor einigen Monaten im Detail besprochen. "Das ist ein Schritt, der uns touristisch weiterbringt", sagte der Rathauschef. "Wenn man sich draußen bewegt, sieht man schnell, wie stark der Radsport in der Region zunimmt."

Allerdings hatte die Kommune einige Einwände zu den vorgeschlagenen Routen vorgebracht. Konflikte mit den Wanderern, der militärischen Nutzung und dem Jagdbetrieb in der Rhön sollen grundsätzlich vermieden werden. Das Gremium stimmte der neuen, angepassten Streckenführung ohne weitere Bedenken zu.

Pro-Kopf-Verschuldung steigt

Die staatliche Rechnungsprüfungsstelle des Landratsamtes hat zum Haushalt 2018 der Marktgemeinde Wildflecken ihre Stellungnahme abgegeben. Die Gesamtverschuldung der Kommune wird sich in diesem Jahr deutlich erhöhen auf rund 1208 Euro pro Kopf. Die Behörde beurteilt die neuerlichen Kreditaufnahmen als kritisch, weil die finanzielle Leistungsfähigkeit der Gemeinde gefährdet werden könnte. Das Landratsamt fordert daher dazu auf, die aktuell steigenden Schulden in den kommenden Jahren wieder abzubauen. Darüber hinaus müsse die Gemeinde über Einsparmöglichkeiten und Einschnitte im Leistungsangebot nachdenken, um dauerhaft leistungsfähig zu bleiben.

Die Rechnungsprüfer weisen zudem darauf hin, dass zum Beispiel die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung kostendeckend gestaltet werden müssen. Die finanzielle Lage der Gemeinde sei angespannt, heißt es aus dem Landratsamt. Bürgermeister Kleinhenz machte deutlich, dass die Gemeinde auch weiterhin mit der notwendigen Zurückhaltung wirtschaften werde.

Ebenfalls großes Kopfzerbrechen bereitet dem Marktgemeinderat der Zustand in "Little Manhattan" in Wildflecken, wo unzählige Kurierfahrzeuge entlang der Straßen geparkt werden und es immer wieder zu nächtlicher Stunde zu Ruhestörungen gekommen sein soll. Bürgermeister Kleinhenz machte klar, dass spätestens im Winter erhebliche Probleme zu erwarten sind, wenn die Räumfahrzeug nicht mehr durchkommen. Bisherige Versuche, die Lage zu entschärfen, schlugen allesamt fehl.

Daher wird in den kommenden Wochen ein Ortstermin zusammen mit der Polizei und der Wohnungsgesellschaft stattfinden, um nach Lösungen zu suchen. Die Zahl der nachts abgestellten Kurierfahrzeuge ist derart gestiegen, dass ganze Straßenzüge komplett zugeparkt sind. Auch sollen die Autos schon nachts beladen worden sein. "Der Appell an die Vernunft hat nicht viel bewirkt", sagte Kleinhenz weiter.

Wolfgang Illek (PWG) sprach noch einige Themen an. Unter anderem müsse man sich mit den Bäumen in der Königsberger Straße beschäftigen, die bereits über das Dach und in die Fenster der Wohnhäuser ragen. Die Dächer würden dadurch dauerhaft gefährdet und die Sicht aus den Fenstern erheblich eingeschränkt beziehungsweise die Helligkeit in den Wohnungen gemindert. Schon jetzt seien Dächer teilweise mit Moos bedeckt.

Zudem solle man mit der Stadt Bischofsheim darüber reden, warum Schwimmbadbesucher aus Wildflecken zum Beispiel im Freibad Kurtaxe bezahlen müssen. "Ich sehe da keinen Gegenwert, der die Kurtaxe in irgendeiner Form rechtfertigen würde. Außerdem sind wir ja auch noch Mitglied in der Kreuzbergallianz. Es müsste doch möglich sein, dass man für die Wildfleckener Kinder zum Beispiel eine Ausnahme macht." Bürgermeister Kleinhenz will das Thema direkt mit dem Bischofsheimer Stadtoberhaupt besprechen. bit

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