Bad Kissingen

Panikmache ist nicht angebracht

Betrifft: "Dient die Gesundheitsfürsorge nur der Gewinnmaximierung?" vom 27.01.2016, Bad Kissingen: Ich halte es für es für nicht angemessen, mangelnde Hygiene in zwei Helios-Krank...
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Betrifft: "Dient die Gesundheitsfürsorge nur der Gewinnmaximierung?" vom 27.01.2016, Bad Kissingen:

Ich halte es für es für nicht angemessen, mangelnde Hygiene in zwei Helios-Krankenhäusern auf das Klinikum Bad Kissingen und alle Helios-Kliniken zu übertragen. Der Schreiber hätte wissen müssen, dass die Konzernspitze die RTL-Berichterstattung ernst genommen hat. Das Krankenhaus in Wiesbaden befand sich im Übernahmeprozess durch Helios. Die gezeigten Probleme wurden erkannt, und mit den notwendigen Veränderungen wurde im zweiten Halbjahr 2015 begonnen.
Fehlverhalten im Klinikum Buch wurde zugegeben. Der Helios-Konzern hat sehr souverän in der Öffentlichkeit Stellung bezogen. Meine Familie ist in den letzten zwei Jahren in mehren Helios-Kliniken behandelt worden. Wir lassen aus positiver Selbsterfahrung nichts auf die verschiedenen "Helios"-Kliniken kommen. Der Empfang war herzlich und freundlich. Behandlung bestens, kompetent. Die Ärzte und Schwestern sind fachlich versiert und auskunftsfreudig.
Was manche Journaille oder Leserbrief-Schreiber befürchtet, hat sich nicht bewahrheitet. In den Helios-Kliniken gibt es ein strenges Qualitätsmanagement nach dem Motto: "Besser geht immer". Die Patientensicherheit und die damit verbundene offene Fehlerkultur haben einen hohen Stellenwert im Klinikalltag. Dies sind unsere Erfahrungen. Der Leserbrief-Schreiber irrt, wenn er behauptet, es gibt keine Konzepte. Ich möchte Dr. Burghard, Helios-Patientenbeauftragter, zitieren: "Ich war überrascht, wie gut und schnell unsere Konzepte von den neuen Kollegen der ehemaligen Rhön-Kliniken aufgenommen und umgesetzt wurden." Vielleicht liegt hier eine Antwort zum Weggang von Ärzten im Jahre 2014. Warum wurden die Rhön-Kliniken verkauft? Auch dies ist bekannt.
Ein Wort noch zur Geburtshilfestation. Gibt es im Landkreis momentan einen Versorgungsnotstand? Nein. Wenn ja, dann hätte die Möglichkeit bestanden, einen Versorgungsauftrag an Helios zu erteilen. Wer unbedingt "Rakocybrunser" haben möchte, soll auch die Station bezahlen. Übrigens weniger als zwei Prozent der Frauen entscheiden sich für eine Geburt außerhalb der Klinik. Es sind nicht nur die Versicherungssummen für Hebammen, die den Berufstand bedrohen. Es sind auch die Rufbereitschaft rund um die Uhr und lange Fahrstrecken. Hebammen geben auf, weil ihre intensive Arbeit in keinem Verhältnis mit der Entlohnung steht. Fazit: Angstmache ist hier in Bad Kissingen nicht angebracht. Patienten gehen schon wegen persönlicher Bedenken ungern in ein Krankenhaus. Da ist Vertrauen statt Panikmache angebracht. Ein Krankenhaus sollte positiv betreten werden. Dann kommt man schneller gesund heraus.

Dieter Jonas
Bad Kissingen
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