Münnerstadt

Pädagoge mit Leib und Seele

Oberstudiendirektor Harry Koch hat am 15. Februar seinen letzten Tag als Leiter des Münnerstädter Berufsbildungszentrums. Er blickt mit Dankbarkeit auf eine ereignisreiche Pädagogen-Laufbahn zurück.
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Harry Koch war gerne Schulleiter am Berufsbildungszentrum. Jetzt geht er in den Ruhestand. Fotos: Heike Beudert
Harry Koch war gerne Schulleiter am Berufsbildungszentrum. Jetzt geht er in den Ruhestand. Fotos: Heike Beudert
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Noch kann sich Oberstudiendirektor Harry Koch gar nicht so richtig vorstellen, dass er ab Montag Pensionär ist. Auch seine letzte Arbeitswoche war eine (fast) ganz normale. Es gab wieder viel zu tun, auch Besprechungen für die Zukunft. So war er in dieser Woche bei Planungsgesprächen für den BBZ-Neubau dabei. Es ging um die Ausstattung der Schulküche. "Die Mitarbeiter des Landkreises beteiligen uns toll", freut er sich. Heute ist jetzt sein letzter Tag als Schulleiter des Münnerstädter Berufsbildungszentrum.

Harry Koch hat seinen Beruf geliebt, das merkt man, wenn er von seiner Schule, seinen Schülern und seinen Kollegen berichtet. Er geht nicht amtsmüde. "Den Umgang mit jungen Menschen habe ich immer mehr genossen", betont der scheidende Schulleiter. Er geht mit der Gewissheit, dass es erfüllte Jahrzehnte an der Schule waren. "Im Nachhinein hat sich alles wunderbar gefügt", sagt Harry Koch dankbar.

Erfreuliche Entwicklung

Denn natürlich war er im Laufe einer langen beruflichen Laufbahn mit Veränderungen konfrontiert, die nicht immer leicht waren. So war es für ihn, der eigentlich aus dem Bereich der landwirtschaftlichen Berufsschule kam, nicht leicht, dass das BBZ in den 1990er Jahren aufgrund des Schülermangels seine landwirtschaftliche Berufsschule verloren hat.

Doch letztlich habe dies das Berufsbildungszentrum sogar gestärkt, meint Harry Koch. Dadurch habe sich die Einrichtung als Kompetenzzentrum für soziale Berufe mit sehr gutem Ruf entwickeln können. Die Befürchtung zu Beginn seiner Dienstzeit, dass die Schülerzahlen stark sinken, sei ebenfalls nicht eingetreten. "Die Schule hat eine erfreuliche Entwicklung genommen", stellt Harry Koch fest. Und sie ist für den Schulleiter ein gutes Modell für die Durchlässigkeit des bayerischen Schulsystems.

Viele Veränderungen

Ein Veränderungsprozess war auch der Trägerwechsel 2014, als der Landkreis die beiden kommunalen Schulen (Fachakademie für Sozialpädagogik und Berufsfachschule für Altenpflege) in die Trägerschaft der Caritas-Schulen GmbH übergeben hat. Heute sei unter dem neuen Träger auch noch die Fachschule für Heilerziehungspflege hinzugekommen.

Wenn Harry Koch auf seine pädagogische Arbeit zurückblickt, dann sind es auch die gesellschaftlichen Veränderungen, der sich die Schule stellen muss. Lehrer wurden zu Lernenden, in dem sie sich damit befassen mussten und müssen, wie sie mit dem Auflösen der traditionellen Familienstrukturen, dem Rückgang von Sozialkompetenz oder der Überverwöhnung von Kindern umgehen können. Harry Koch betont, dass es natürlich an einer Schule mit sozialer Ausrichtung leichter sei, sich einer solchen Herausforderung zu stellen. Koch findet, Sozialarbeit an Schulen wäre dringend nötig. Er bedauert, dass Bemühungen um eine Etablierung bislang keinen Erfolg hatten.

Respekt erfahren

Mit Eigeninitiativen versuche das BBZ deshalb, Schülern zur Seite zu stehen. So gibt es Fördergespräche, Intensivierungsstunden, Seniorenpartnerschaften, um allen Schülern möglichst gute Bedingungen für ihre Ausbildung zu bieten.

Harry Koch betont, dass er immer gerne am Berufsbildungszentrum gearbeitet hat. Er sei dankbar für die Schulleitungen vor ihm, die ihm Freiräume gewährten und Entwicklungen anstießen, um die Schule zu einem menschenfreundlichen Ort zu machen. Er war gerne an der Schule, weil er ein Kollegium zur Seite hatte, das nicht nur Schul-, sondern Herzensbildung vermitteln will.

Er ist dankbar für die Freundlichkeit und den Respekt, dem ihm die Schülerinnen und Schüler entgegengebrachten. Er habe immer versucht, mit allen seinen Schülern auf Augenhöhe zu stehen. Gerade an einer sozialen Schule müsse der Schulleiter diese Empathie vorleben, betont er. Und Harry Koch ist dankbar, dass mit seinem Nachfolger Georg Gißler das BBZ in gute Hände kommt.

Der langjährige Schulleiter freut sich jetzt darauf, kürzer treten zu können und im Ruhestand Zeit für andere Dinge zu haben, für die Familie, für das ehrenamtliche Engagement in der evangelischen Kirchengemeinde, für Freizeitaktivitäten wie das Radfahren oder Wandern. Und so ganz sagt er ja der Schule ohnehin nicht Ade. Es gibt zu wenig Mathelehrer. Und so wird er noch weiterhin drei Stunden Mathematik in der Woche am Berufsbildungszentrum geben.

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