Neufang

Paare wirbeln über den Plan

Am Wochenende wurde in St. Laurentius Neufang Kirchweih gefeiert. Zum Höhepunkt ging es am Samstag mit dem Plantanz und der berühmt-berüchtigten "Kerwaried" weiter.
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Die Kerwabum holen ihre Kerwamala bei ihren Wohnhäusern ab. Fotos: Heike Schülein
Die Kerwabum holen ihre Kerwamala bei ihren Wohnhäusern ab. Fotos: Heike Schülein
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Neufang — Gleich elf Kerwapaare gaben in ihren Trachten ein schmuckes Bild ab, als sie am Samstag auf dem Dorfplatz in Neufang den Plantanz eröffneten - natürlich nicht, ohne vorher noch einmal lautstark ihren Kirchweih-Schlachtruf "Wer hot Kerwa? Mir hon Kerwa!" zu verkünden. Zuvor hatten die jungen Burschen wieder ihre reizenden Tanzpartnerinnen bei ihren Wohnhäusern abgeholt. Dort wurde schon einmal ein kurzer Walzer gewagt und auch kleiner Umtrunk für die notwendige "Betriebstemperatur" zu sich genommen.

"Standesgemäß" begleitet wurden die Kerwabum dabei durch die Neufanger Blasmusik, die an dem Tag ein gewaltiges musikalisches wie läuferisches Pensum - einmal quer durch das ganze Dorf, von einem Ende zum anderen - zu bewältigen hatte. Zudem spielten die Musikanten natürlich auch beim Plantanz auf, nachdem der Zug immer länger und länger wurde und schließlich mit allen elf Kerwapaaren sowie der neugegründeten Tanzgruppe, den "Dorfkids", zum stimmungsvoll geschmückten Festplatz gezogen war.

Musikalisch begrüßt wurden die vielen Gäste dort durch die junge Musikgruppe, die "Neufanger Brass Kids". Unter Leitung ihres Dirigenten Valerij Efremov gaben die Youngsters Kostproben ihres Repertoires und zeigten, was sie so alles draufhaben - und das ist jede Menge. Gleiches gilt auch für die zauberhaften Mädchen aus der ersten und zweiten Klasse, die sich zur neuen Tanzgruppe "Dorfkids" zusammengeschlossen haben. Selbstbewusst wirbelten die jungen Damen in ihren Dirndln zur Musik von den "Dorfrockern" nur so über den Plan, bevor der Tanz von den elf Kerwapaaren eröffnet wurde.

Auch Petrus zeigte erneut ein Einsehen mit den engagierten Jugendlichen und belohnte diese einmal mehr mit strahlend schönem Sonnenschein. So war es kein Wunder, dass sich der Plantanz erneut als Besuchermagnet erwies. Die vielen Gäste, die von Thomas Föhrweiser seitens der Neufanger Dorfgemeinschaft begrüßt und durch das Programm geleitet wurden, konnten es kaum erwarten, bis der "Plan" auch für sie zum Tanz freigegeben wurde. So nahmen sie gerne die Aufforderung zum Tanz an - sehr zur Freude der Kellner, deren Kasse sich schnell füllte.

Die voller Spannung erwartete "Kerwaried" wurde von den Kerwabum Lorenz, Bastian und Jonas vorgetragen. Einmal mehr in die Kerwaried geschafft hatten es die Musiker, die Fußballer und die Brandlöscher. Während der Neufiche Dirigent seinen Wecker zu spät stellte und den Zapfenstreich an Fronleichnam verpasste und die vergessene Fußballtasche eines Kickers per Moped ins Trainingslager in die Tschechei nachfahren musste, läuft es derzeit für die Feuerwehr rund. Erfreulicherweise wurde der Feuerwehrhausanbau bewilligt. Dass so viele junge Frauen jetzt in Neufich in die Feuerwehr eintreten, dürfte aber wohl eher an den beiden schönen Kommandanten liegen. "Frauen seid ehrlich, wer lässt sich nie gern hier von denna zwa junga, uniformierten Männer rümkommandier?", sinnierte Lorenz.

Auch von den Senioren konnten die Jungs wieder berichten - und wenn es nur nach einem Besuch beim Pfarra in Bayreuth und einer anschließenden ausgiebigen Einkehr das Vertauschen einer Jacke war.

Nicht lange gefackelt hatten die Theaterleut, als sie bei ihrer Talentsuche für ihr neustes Stück den Berme Alex verpflichteten. "A wenn mir Neufiche des nur ungern zugäim wölln, der Alex woa a supe Bereicherung, obwohl er ist ve Berm", musste Jonas anerkennen. Anerkennung verdiente sich auch der Hermesch Eugen, der - vom Naturell her eigentlich immer ein wenig später dran - heuer einmal bei der Singstunde der erste war. Etwas Pech hatte dagegen sein Schwager, als er nach Norwegen fuhr. "Zwa Stundn vorm Ziel hot Durscht ghobt sei Bus, weshalb der Alis tanken musst", erzählte Jonas. Leider kam er zum erwünschten Ziel nicht hin, denn sein Dieselbus verträgt halt kein Benzin.

Der Spielplatzzaun

Auch zur Gemah in Staawiesn, wie solls anesch sei, fiel den Jungs wieder etwas ein. "Am unteren Teich wollten die Neufiche den Spielplatzzaun selbe reparier. Die Gemah sollt nur des passende Holz spendier. Geliefert woan is grüns Holz, ungehobelt und zersprunga. Des aufzebereiten hot viel Zeit in Onspruch genumma", prangerte Bastian an. Dafür werde in Staawiesn selbst seit vier Wochen schwer investiert; durch die Gemeindearbeiter dort der Spielplatz renoviert. Kümmern muss sich der Bauhof in Stawiesn aber auch um Unterwäsch und Strümpf, die den Abfluss von einem WC blockierten.

Etwas übertrieben haben es auch einige junge Leute aus Neufich, die sich nach einem langen Fasching in Staawiesn kurzerhand in einem geschlossenen Hotel einquartierten. Am anderen Tag mieteten sie dann offiziell ein Zimmer an. "A billiche Spaß woa des nie, oue die Drei hons gschafft, und amol a Nocht in Staawiesn im Hotel verbrocht", grinste Bastian.

Im Anschluss an die von vielen Lachern begleitete Rede schlängelten sich die Kerwapärchen und ihre Gäste in einem großen Festzug zum Feststadel. Für die musikalische Umrahmung der Kerwa-Party und ausgelassene Stimmung bis in die frühen Morgenstunden sorgte das Trio "Friends".

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