Obertheres

Otmar Schmelzer zog allen davon

Der bekannte Humorist aus Oberschwappach gewann das Hobby-Schachturnier in Obertheres.
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Mit seinen sieben Jahren war Lukas Hechtfischer (rechts) der jüngste Teilnehmer. Er trat in der Hobbyklasse an, während Hannes Dütsch (acht Jahre) bereits in der Meisterklasse spielt.  Foto: Christian Licha
Mit seinen sieben Jahren war Lukas Hechtfischer (rechts) der jüngste Teilnehmer. Er trat in der Hobbyklasse an, während Hannes Dütsch (acht Jahre) bereits in der Meisterklasse spielt. Foto: Christian Licha

"Wir veranstalten das einzige Schachturnier weit und breit, bei dem man kein Mitglied eines Vereins sein muss." Dieses Alleinstellungsmerkmal hob Thomas Reis hervor, der mit seinen vielen Helfern vor kurzem den 15. Theres-Cup ausrichtete. 57 Schachspieler im Alter von sieben bis 64 Jahren waren in die Johann-Peter-Wagner-Volksschule Obertheres gekommen, um gemeinsam ihrer Leidenschaft bei dem Turnier nachzugehen.

Um eine Chancengleichheit zu wahren, gab es zwei Gruppen: das Meisterturnier für alle, die regelmäßig in Schachclubs spielen, und für den "Otto-Normal-Spieler" das Hobbyturnier. Jedem Spieler war eine Zahl zugeordnet, die dessen Spielstärke beschreibt. Ähnlich wie beim Golf das Handicap ist die Zahl umso höher, je stärker ein Teilnehmer ist. Dies gewährleistet, dass kein schwacher Spieler gegen einen weitaus Stärkeren antreten muss und das Spiel somit allen Spaß macht. Und das sei das Wichtigste, erklärte Reis. "Wir verlangen keine Startgebühr, die Verpflegung wird zum Selbstkostenpreis angeboten und wir machen keinen Gewinn", so der Hauptorganisator. Die Spielbretter und die Figuren werden von Robert Ullrich, der in Limbach einen Schachversand betreibt, kostenlos für das Event zur Verfügung gestellt.

Nach einem Punktesystem wird die Rangliste erstellt. Spannend war es dieses Jahr beim Hobbyturnier, denn die drei Erstplatzierten hatten allesamt sechs Punkte. In diesem Fall entschied die sogenannte Buchholz-Wertung, die dem Torverhältnis beim Fußball ähnelt. Mit zwei Zählern Vorsprung in der Wertung gelang es dem Humoristen Otmar Schmelzer, den ersten Platz zu ergattern. Der Oberschwappacher zeigte damit, dass er nicht nur als Gaudimacher gute Stimmung auf die Bühne zaubern kann, wie zum Beispiel als "fränkischer Indianer" oder als Hofnarr bei "Fastnacht in Franken" in Veitshöchheim. Nein, der Verfechter und Bewahrer des heimischen Dialekts kann durchaus ernsthaft und konzentriert bei der Sache sein, wie er bei dem rund siebenstündigen Turnier bewies.

Ihm folgten auf den Plätzen zwei und drei Marcus Seeburger und Manuel Wondra. Sieger bei den Vereinsspielern wurde Josef Krauß vor Horst Wiener und Norbert Lukas, die allesamt dem Schachclub Schweinfurt angehören. Daneben waren auch Spieler der Schachvereine aus Zeil, Ebern, Knetzgau, Gerolzhofen, Würzburg sowie Rottendorf und Steinhausen vertreten.

Gleichzeitig wurden erstmals Medaillen des Unterfränkischen Schachverbands verliehen. Der Kreismeister wurde hierbei Armin von der Linden und Jugendkreismeister David Seelmann.

Als beste Dame gekürt wurde Christa Heilmann, während Stefan Lang als "Pechvogel" des Turniers ein Vogelhäuschen überreicht bekam. Einen Ehrenpreis bekam Harald Firsching, der bei allen 15 Turnieren aktiver Mitspieler war.

Dass sich die Schachfreunde keine große Sorgen um den Nachwuchs machen müssen, bewies zum Beispiel Lukas Hechtfischer aus Hainert, der bei den Hobbyspielern antrat. Der Siebenjährige war gleichzeitig der Jüngste und schlug sich tapfer gegen seine Mitstreiter. Beim Meisterturnier war der achtjährige Hannes Dütsch vom Schachclub Schweinfurt vertreten. Erst vor zwei Jahren die Regeln gelernt, kann es der junge Akteur schon jetzt mit erfahreneren Spielern aufnehmen.

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