Hemhofen
Bürgerversammlung

Ortssanierung soll am Bahnhofsplatz starten

Die alte Schulturnhalle in Hemhofen war gut besucht. Rund 150 Bürger hatten sich am Donnerstagabend eingefunden, um sich über die Planungen zur Städtebauförderung nach Abschluss der vorbereitenden Unt...
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Die alte Schulturnhalle in Hemhofen war gut besucht. Rund 150 Bürger hatten sich am Donnerstagabend eingefunden, um sich über die Planungen zur Städtebauförderung nach Abschluss der vorbereitenden Untersuchungen zu informieren. Christiane Werthmann vom Büro für Städtebau und Bauleitplanung in Bamberg präsentierte die Ergebnisse des seit 2016 laufenden Verfahrens.

Ausgehend von den Untersuchungen habe man verschiedene Ideen mit unterschiedlichen Prioritätsstufen erarbeitet, erklärte Werthmann. Die höchste Priorität besitzt dabei die Entwicklung zentraler Aufenthaltsbereiche. Dazu zählen der Bahnhofsplatz in Zeckern, das "Plätzla" vor dem Schloss, die Schafscheune mit der angrenzenden Weiher-kette und die Schule mit ihrem Umfeld als mögliches kommunales Zentrum. Außerdem seien Verkehrsmaßnahmen an der Hauptstraße und die Schaffung innerörtlicher Fußwegeverbindungen in diese Kategorie einzuordnen.

Als Projekte mit hoher und mittlerer Priorität wurden die Sanierung der Straßen im Altort, innerörtliche Nachverdichtung, ein kommunales Fassadenprogramm sowie die Planung weiterer Grün- und Freiflächen eingestuft.

Umsetzung wird Jahre dauern

"Um in das Förderprogramm mit einem mittelfristig zu realisierenden Projekt einsteigen zu können, bietet sich der Bahnhofsplatz an", so Planerin Werthmann. Sicherlich seien auch andere Maßnahmen sehr wichtig, aber sowohl an der Hauptstraße als auch bei der Weiherkette müsse man sich auf deutlich mehr Probleme einstellen. Am Bahnhofsplatz soll das bestehende Gebäude saniert und als Räumlichkeit für verschiedene Nutzungen zur Verfügung gestellt werden. Die Freifläche soll einerseits als Festplatz weiter zur Verfügung stehen, aber zusätzlich als Grünanlage mit Aufenthaltsbereichen eine Aufwertung erfahren.

Die Freiflächen zwischen Hauptstraße und Weiherkette könnten als Wohnbauland entwickelt werden. Die Weiherkette selbst bietet als Naherholungsort viele Möglichkeiten. Kleinere Irritationen gab es lediglich bei den Planungen für das "Plätzla".

Hier hatten sich die Bürger im April gegen eine große Umgestaltung inklusive Verlegung der Hauptstraße ausgesprochen. Dennoch habe man diese Variante auf Wunsch der Regierung von Mittelfranken in der Planung belassen, so Werthmann. Der Bürgerwunsch nach einer kleinen Lösung werde aber auf jeden Fall respektiert. Auch Bürgermeister Ludwig Nagel (CSU) betonte, dass dies zunächst einmal nur Vorschläge sind, um das Förderprogramm zu starten. Die konkrete Planung findet dann an den Einzelprojekten statt.

Angesprochen auf einen Zeithorizont gab Werthmann zu Bedenken, dass man hier von zehn bis 15 Jahren in Abhängigkeit von der finanziellen Situation der Gemeinde ausgehen muss. Zunächst haben die Bürger nun bis 9. Dezember noch die Möglichkeit, Stellungnahmen zu den Plänen abzugeben. Ende Februar könnte dann das Sanierungsgebiet und eine entsprechende Satzung beschlossen werden.

Nach den Ausführungen zur Städtebauförderung zog Bürgermeister Nagel eine Bilanz der vergangenen Jahre. Als große Projekte hat die Gemeinde 3,6 Millionen Euro in den Brandschutz und 3,1 Millionen Euro in Kanalisation, Kläranlage und Straßenbau investiert. Besonders zufrieden zeigte sich Nagel, dass es trotz dieser Ausgaben gelungen sei, den Schuldenstand der Gemeinde um etwa 2,5 Millionen Euro zu reduzieren.

Als weiteres Großvorhaben ist die Sanierung der Schule begonnen worden und wird die Gemeinde auch 2020 stark beschäftigen. In diesem Zusammenhang wurde kritisiert, dass die Planungen nicht ausreichend seien und in Zukunft mit höheren Schülerzahlen zu rechnen ist. Nagel erwiderte, dass er nur anhand der aktuellen Zahlen des Schulamtes und nicht spekulativ planen könne. "Wenn wir die Planungen nun wieder stoppen, sind eine Million Euro an Kosten umsonst. Heute da auszusteigen ist deutlich teurer als später zu ergänzen." Insbesondere bei der Mittagsbetreuung müsse man jetzt loslegen, sonst könne man nicht alle Kinder berücksichtigen.

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