Kronach
Konzert

Orgel trifft Trompete in der Christuskirche

Wenn Musikfreunde festliche Klänge hören wollen, steht die Instrumenten-Kombination Trompete und Orgel auf der Wunschliste ganz oben. Kein anderes akustisches Musikinstrument ist größer, vielstimmiger...
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Paul Neebe beim Konzert Foto: hs
Paul Neebe beim Konzert Foto: hs
Wenn Musikfreunde festliche Klänge hören wollen, steht die Instrumenten-Kombination Trompete und Orgel auf der Wunschliste ganz oben. Kein anderes akustisches Musikinstrument ist größer, vielstimmiger und reicher an Klangfarben als die Orgel. Zusammen mit dem unerreichten Hörgenuss einer Trompete ergibt sich ein einzigartiges "Gipfeltreffen" der "Königin der Instrumente" mit der königlichen Trompete.
"Königlich" war auch das Konzert am Sonntag in der Christuskirche - und das in mehrerer Beziehung. Die beiden Vollblut-Musiker Paul Neebe (Chapel Hill, North Carolina) und Dekanatskantor Marius Popp füllten das Gotteshaus mit den schönsten Klängen. Feierlich und strahlend klangen die gemeinsam in inniger Harmonie dargeboten Werke von der Empore herab, ehe sie sanft und getragen im Kirchenraum verhalten. Exzellent und wie aus einem Guss lotete Paul Neebe die ganze Breite der Ausdrucksskala seiner Trompete aus, während Popp mit mannigfaltigen, ausgeklügelten Registrierungen selbst schwierigste Passagen mit traumwandlerischer Sicherheit meisterte.
Da es Popp ein großes Anliegen ist, dem Publikum Musik aus dem Heimatland des jeweiligen Gastsolisten zu präsentieren, kamen die Besucher dieses Mal in den Genuss wunderbarer amerikanischer Musik. Das Kronacher Publikum durfte sich über eine beeindruckende Uraufführung von "Never Enough Singing" des jungen Komponisten Nathan Scalise freuen, inspiriert vom berühmten Zitat Martin Luthers "So lange wir leben, können wir nie genug singen". Der Komponist verbindet dabei den rhythmischen Drive von Rock, den direkten Ausdruck von Folk, die formativen Überlegungen der klassischen Musik und das elastische Gefühl des Gospels zu einer zugänglichen und individuellen kompositorischen Stimme. Das Publikum zeigte sich begeistert.
Neben der Uraufführung waren Werke von Edward Green, Bruno Oscar Klein oder Alan Hovhaness zu hören. Vehement forderten die Zuhörer zum Ende eine Zugabe, die Neebe und Popp mit "Festive Trumpet Tune" gerne gaben. hs
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