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Optimal versorgt in Stadt und Landkreis

Erlangen-Höchstadt und Erlangen wollen eine gemeinsame Gesundheitsregion aufbauen. Dabei sollen aber die jeweiligen Strukturunterschiede respektiert und beispielsweise das Kreiskrankenhaus erhalten werden.
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Es ist ein sehr komplexes Thema. In der Praxis scheint das Modellprojekt "Gesundheitsregion Erlangen-Höchstadt und Stadt Erlangen" aber schon recht gut zu funktionieren, seit sich 2015 der Kreistag diesem Projekt und der damit verbundenen Geschäftsstelle verpflichtet hat. Ziel ist der gemeinsame Aufbau einer Gesundheitsregion für die Stadt Erlangen und den Landkreis. Sie sollen auf diesem Gebiet noch mehr zusammengebracht werden, so der Landrat und Schirmherr des Projekts, Alexander Tritthart (CSU). Wobei es jedoch die jeweiligen Strukturunterschiede zu respektieren gelte.
Unter der Projektleitung von Dr. Frank Neumann, dem Chef des Gesundheitsamtes, betreut Sebastian Gmehling die Geschäftsstelle des Landkreises in der Erlanger Schuhstraße. "Wir brauchen mehr Dialog mit der Politik", sagt Gmehling. Ein Arbeitskreis als Bindeglied zwischen der Gesundheitsregion und den politischen Entscheidungsträgern solle gebildet werden. Seine Aufgabe solle es sein, "landkreisspezifische, gesundheitsrelevante Vorhaben" zu diskutieren und für die Entscheidungsgremien aufzubereiten.
Dem Krankenhausausschuss des Kreistags präsentierte Gmehling, was bereits auf den Weg gebracht wurde. Nach Bestands- und Bedarfsanalysen seien Netzwerke geknüpft, Strategien entwickelt und Arbeitsgruppen gegründet worden. Jetzt gehe es an die konkreten Maßnahmen.
Im Oktober starte ein "Demenz-Netzwerk". Für den Aufbau einer Hebammenzentrale habe es bereits Gespräche gegeben. Kooperationen gebe es mit der Friedrich-Alexander-Universität, mit der Integrierten Rettungsleitstelle und der Bayerischen Apothekerkammer. Auch in Höchstadt konnte er Projekte aufzeigen, so den Familienstadtplan oder das Netzwerk für Sport und Gesundheit. "Gesundheit für alle" ist das oberste Ziel. Dieses beinhalte auch die Ausrichtung auf Menschen, die sich in schwierigen Lebenslagen befinden, "die durch das Raster gefallen sind".
"Der Mehrwert für den Landkreis" ist Landrat Alexander Tritthart wichtig. Die Strukturen zwischen der Stadt Erlangen mit Kliniken und Universität und dem Landkreis seien total unterschiedlich und müssten berücksichtigt werden. "Wir haben eine sehr schöne Situation", berichtete stellvertretende Landrätin Gaby Klaußner (CSU), die seit der ersten Stunde dabei ist. Die Krankenkassen würden Gelder für die Prävention zur Verfügung stellen. Durch die Qualitätskriterien komme die Region tatsächlich in den Genuss solcher "Präventionsgelder".
Ob die Handlungsfelder "Gesundheitsförderung und -versorgung" auch den Erhalt der ländlichen Krankenhäuser beinhalten, wollte Günter Schulz (SPD) wissen. "Für mich ist wichtig, dass vor Ort möglichst schnell geholfen werden kann." Das Kreiskrankenhaus sei gut eingebunden, antwortete Albert Prickarz, der kaufmännische Leiter des Höchstadter Krankenhauses.
Was unter dem Stichwort "Visionen" in der Studie für 2026 aufgezeigt ist, stimmte Ute Salzner doch ein wenig skeptisch. "Muttersprachliche Ärzte und Psychotherapeuten für alle Migranten" ist unter anderem da zu lesen. Auch soll es dann gut betreute Wohngemeinschaften statt Pflegeheime für körperlich oder geistig behinderte Menschen geben. Aber auch "zweimal pro Woche Massagen für alle körperlich hart arbeitenden Menschen".

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