Herzogenaurach

Olympia an der Aurach

Von witzig bis abgehoben sind die Vorstellungen von Steffen Moroskow, der Bürgermeister werden will. "Der Boder" geht für "Die Partei" ins Rennen. Eine Stadtratsliste der Satiriker soll folgen.
Artikel drucken Artikel einbetten
"Die Partei" hat Steffen Moroskow als Bürgermeister-Kandidat auserkoren.  Foto: herzolife
"Die Partei" hat Steffen Moroskow als Bürgermeister-Kandidat auserkoren. Foto: herzolife

Bernhard Panzer Den ersten Coup hat der neue Ortsverband der Partei "Die Partei" schon gelandet, ein weiterer soll folgen: Mit Steffen Moroskow wird ein eigener Bürgermeister-Kandidat ins Rennen geschickt. Und eine Stadtratsliste soll folgen.

Freilich hat die Satire-Partei noch viele weitere Coups im Gepäck. Witzig sind sie vielleicht allemal, je nach Betrachtungsweise, aber auch abgehoben - eben so, wie es diese Gruppierung gern hat. Trotzdem erstaunlich: Auch eine Handvoll durchaus ernstzunehmender Vorschläge hat Gabi Bitter ausgearbeitet. Sie belegt den Spitzenplatz auf der Liste und macht auch die Pressearbeit.

Jetzt aber ist erstmal der Bürgermeister-Kandidat an der Reihe: Steffen Moroskow, genannt der "Boder". Der 35-Jährige ist selbstständiger Friseurmeister und Colorist und will "mehr Farbe in die politische Landschaft, mehr Leben in die Innenstadt bringen und eine Unterstützung der Lokalpolitik sein." So heißt es in seiner Beschreibung. Außerdem ist er überzeugt: "Wer kennt die Bürger und deren Sorgen besser als ein Friseur?!"

Seilbahn oder Airbus

Zwischen witzig und abgehoben bewegen sich seine Vorstellungen. Zu den Grundsätzen seines Programms zählt laut Pressemitteilung: "German no? More international!" Das soll erreicht werden, indem Olympia 2040 nach Herzo geholt wird, wo die Hauptausrüster eh schon sind. Und dem Verkehrskollaps will "Die Partei" damit begegnen, dass statt der geplanten Stadt-Umland-Bahn eine regelmäßige Airbus-Anbindung oder alternativ eine Seilbahnverbindung in Vororte wie Erlangen führt. Und nach Nürnberg ein Pendler-Zeppelin, zum dortigen Zeppelinfeld.

Freilich wird im Programm auch auf durchaus Ernstgemeintes hingewiesen. Eine autofreie Fußgängerzone ist gewünscht, ebenso ein kostenloser Stadtbus. Und was die Verbindung nach Erlangen angeht: Hier bevorzugt die "Partei" anstelle der Stadt-Umland-Bahn eine Reaktivierung der Aurachtalbahn. Und es gibt da noch eine entscheidende Aussage, die die augenblickliche Debatte in Herzogenaurach betrifft: Es wird ein Rathaus-Neubau abgelehnt. Stattdessen wäre ein Bürgercafé im Schlossgraben denkbar. Und, damit das Programm nicht doch viel zu ernst wird, dort noch ein Skatepark und ein "Laufhaus" - was immer auch darunter gemeint ist. Eine autofreie Fußgängerzone möchte man übrigens durch einen versenkbaren Turmspringer zur temporären Blockade am Fehnturm schaffen. Noch eine, vielleicht auch witzige, immerhin aber skurrile Idee: "Außerdem soll die Aurachstadt endlich sicherer Hafen werden - mit einer Abzweigung des Main-Donaukanals bis mindestens Schaeffler oder Eichelmühlgasse."

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren