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Unterpreppach

Ohne Zuschuss stirbt das Projekt

Ob das Dorfgemeinschaftshaus, das in Unterpreppach Feuerwehrhaus und Musikprobenhaus ersetzen soll, gebaut werden kann, hängt von hohen Zuschüssen ab.
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Wenn entsprechende Förderungen fließen, könnte das Feuerwehrhaus und Musikprobenheim (links) abgerissen und etwas weiter nach rechts versetzt als Dorfgemeinschaftshaus neu gebaut werden.  Foto: Helmut Will
Wenn entsprechende Förderungen fließen, könnte das Feuerwehrhaus und Musikprobenheim (links) abgerissen und etwas weiter nach rechts versetzt als Dorfgemeinschaftshaus neu gebaut werden. Foto: Helmut Will

Das von den Unterpreppachern schon lang erwartete Feuerwehrhaus war Hauptthema bei der Bürgerversammlung am Mittwoch im Sportheim der Sportfreunde Unterpreppach. Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) und Planer informierten hierüber ausführlich, wobei Hennemann allzu große Hoffnungen dämpfte, indem er darauf hinwies, dass alles von einem "satten" Zuschuss für die Maßnahme Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrhaus abhänge, ob das Projekt überhaupt angegangen werden könne.

Zahlreich waren die Bürgerinnen und Bürger, aber auch Mitglieder des Stadtrates Ebern in das SF-Sportheim gekommen, um sich aus erster Hand über einen möglichen Neubau eines Dorfgemeinschaftshauses im Bereich des jetzigen Feuerwehrgerätehauses informieren zu lassen. "Wir wollen Sie heute über den Stand der Dinge informieren und eine Vorplanung vorstellen, wie alles einmal aussehen könnte", so der Bürgermeister. Unterpreppach habe am derzeitigen Standort des Feuerwehrgerätehauses und Musikprobenheimes einen herausragenden Spielplatz, lobte Hennemann. Das dortige Feuerwehrhaus entspreche nicht mehr dem erforderlichen Standard und es wären schon Varianten geplant und diskutiert worden, jedoch habe noch keine überzeugen können. "Für das Musikprobenheim besteht im Dach und durch Bauschäden Sanierungsbedarf", sagte das Stadtoberhaupt.

Die Idee sei es nun, mit dem Förderprogramm des Amtes für ländliche Entwicklung (AflE), "Innen statt Außen", Leerstände in den Orten zu beseitigen und neu zu nutzen. Ein Anstoß kam von Stadträtin Karin Kaiser (SPD), informierte der Bürgermeister. Mit dem AflE sei man schon in Kontakt, aber bevor von dort ein Signal auf möglichen Zuschuss komme, müsse eine Eingabeplanung vorliegen.

Der Stadtrat wolle das prüfen und beabsichtige auch ein Dorfgemeinschaftshaus in Unterpreppach zu bauen. "Ein Neubau kann eine neue Dorfmitte für viele Nutzer werden", so Hennemann. Feuerwehr, Jugendblaskapelle und weitere Vereine könnten dort unterkommen und Veranstaltungen abhalten. Auch an einen Schulungs- und Jugendraum sei gedacht.

Innovative Ideen sind: Treffpunkt in der Ortsmitte, Seniorentreffen, Bastelgelegenheit, Lebensmittel, Liefer- und Abholstelle, Bäckereiverkauf, Repair-Café mit gegenseitiger Hilfe und einiges mehr. "Wir wollen Leerstände vermeiden, weshalb ein Dorfgemeinschaftshaus an dieser Stelle entstehen soll", sagte Jürgen Hennemann.

Wünsche einbeziehen

Bei der Planung und Ideenentwicklung werden Vereine mit einbezogen und ein Vorentwurf, bei dem Wünsche künftiger Nutzer einbezogen sind, läge nun vor. Auch das AflE findet diese Ideen gut, konnte aber noch keine Förderzusage geben, weil erst eine Planung vorliegen müsse. "Ich muss deutlich sagen, dass uns Grenzen gesetzt sind, wenn wir nicht eine umfassende Förderung von 80 bis 90 Prozent bekommen, sonst können wir uns das bei unserer gegenwärtigen finanziellen Situation nicht leisten", sagte der Bürgermeister.

Die Kosten für das Feuerwehrhaus nannte er mit 400 000 Euro, wobei ein Zuschuss von 100 000 Euro zu erwarten wäre, die Kosten für ein Dorfgemeinschaftshaus lägen bei etwa 1,2 Millionen, wobei man sich einen Zuschuss von einer Million erwarte. "Wir wollen die Meinung der Bürger hierzu hören und dann kann nach einer Planung mit Kostenschätzungen der Stadtrat weiter entscheiden", so der Bürgermeister.

Vorstellungen, wie ein Dorfgemeinschaftshaus einmal aussehen könne, zeigte Architekt Harald Schmidt und Technischer Planer Mario Walter aus Breitengüßbach auf. Schmidt erklärte detailliert, wie ein Dorfgemeinschaftshaus im Erdgeschoss und Obergeschoss in Verbindung mit dem Feuerwehrhaus und dem Musikprobenheim im Bereich Ruppacher-, Vorbacher- und Haubenweg einmal aussehen könnte.

Nicht alles werde durch das AflE gefördert, sondern nur das Dorfgemeinschaftshaus, erläuterte der Architekt. Er zeigte rundum einen ansprechenden Plan, wie sich alles im Bereich einfügen könne. Gedacht ist zum Beispiel an eine Teil-Fassadenverkleidung mit Lärchenholz und an eine Fläche, auf der man ein Festzelt aufstellen könne. "Das alles könnte wunderbar funktionieren", so Harald Schmidt. Änderungen an dem Grundkonzept wären möglich.

Platz wird verdoppelt

Ein neues Gebäude werde etwa doppelt so viel Platz bieten wie das derzeitige, so der Bürgermeister. Nach den Worten des Architekten betrage die derzeitige Fläche 662 Quadratmeter, für den Neubau sind für das Dorfgemeinschaftshaus 390 und für die Feuerwehr 250 Quadratmeter, sowie 30 Stellplätze für Autos.

"Wenn es zur Verwirklichung kommt, wird das ein Großprojekt der Stadt Ebern sein und woanders würde dann für zwei bis drei Jahre nichts mehr gehen", so Hennemann.

Weiter ging der Bürgermeister auf städtische Projekte wie das "Baugebiet Haube" in Unterpreppach ein, wobei man daran denken müsse, dieses zu erweitern, weil bereits fast alle vorhandenen Bauplätze verkauft seien. "Dann werden wir eine weitere Zufahrt für das Baugebiet brauchen", so Hennemann. Umgestaltet soll auch der Friedhof werden, Urnengräber sind vorgesehen und auch an Barrierefreiheit werde gedacht.

Maria Florschütz, Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins, prangerte den Zustand an der ehemaligen Kläranlage (Biotop) an, wo Ablagerungen hin gebracht wurden. "Diesen Zustand finde ich nicht besonders toll", sagte Florschütz. Angeblich sei die Person bekannt, die dort Aushub oder Baumwurzeln "illegal" entsorge. Da sollte die Stadt tätig werden, forderte Maria Florschütz.

Angesprochen wurde, den "Grünweg" im Baugebiet Haube/Sonnenleite für den Verkehr nutzbar zu machen. Hennemann wies darauf hin, dass in Unterpreppach Lampen, wo möglich, mit LED ausgerüstet wurden und so Strom gespart würde. Er ging auch auf die Breitbandversorgung ein. Mit dem "Höfeprogramm" könnten bisher unterversorgte Anwesen Glasfaseranschlüsse bis ans Haus bekommen.

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