Coburg

Ohne sie wäre vieles härter

Für Krebskranke werden der Alltag und das Leben zur Herausforderung. Regine Ruckdeschel setzt sich seit Jahrzehnten für Betroffene ein. Dafür dankte ihr jetzt sogar der bayerische Ministerpräsident.
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Regine Ruckdeschel wurde für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement in den Selbsthilfegruppen für Krebsnachsorge mit dem "Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten" ausgezeichnet. Von links: Martin Finzel, Regine Ruckdeschel, Martin Mittag, Thomas Nowak  Foto: Edwin Meißinger
Regine Ruckdeschel wurde für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement in den Selbsthilfegruppen für Krebsnachsorge mit dem "Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten" ausgezeichnet. Von links: Martin Finzel, Regine Ruckdeschel, Martin Mittag, Thomas Nowak Foto: Edwin Meißinger

"Außergewöhnlich, voller Herzlichkeit und sehr beachtlich", mit diesen Worten fasste Coburgs Dritter Bürgermeister Thomas Nowak bei der Ehrung das hohe Engagement von Regine Ruckdeschel zusammen. Wie er hervorhob, habe sich Ruckdeschel in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten sehr um Menschen bemüht, die von der Krankheit Krebs betroffen sind und waren. Ruckdeschel habe Selbsthilfegruppen übernommen und neu gegründet, so zum Beispiel die Krebsnachsorgegruppe Coburg III im Bürgerhaus "Linde" in Ahorn. Regine Ruckdeschel habe sich als selbst Betroffene voller Leidenschaft, Optimismus, Zuversicht und Kampfesbereitschaft den Nöten anderer vom Krebs Betroffener gewidmet. Im Laufe der Zeit habe sie sich ein enormes Fachwissen angeeignet und dieses gerne geteilt. Dadurch habe sie Krebspatienten neue Lebensmotivation und Lebensfreude vermitteln und weitergeben können.

Regine Ruckdeschel wurde am vergangenen Mittwoch in der Regimentsstube des Coburger Rathauses mit dem "Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern" ausgezeichnet.

Wie Ruckdeschel selbst berichtete, habe sie vor gut 20 Jahren eine bestehende Krebsnachsorgegruppe übernommen. In dieser seien vorwiegend ältere Krebskranke gewesen. "Ich war die Jüngste, als ich mit dieser Selbsthilfegruppe anfing", berichtete Ruckdeschel. Im Laufe der Jahre fand sie immer wieder Kontakt zu jüngeren Krebspatienten, deren Lebenswirklichkeit und Fragen sich teilweise in anderen Bereichen als denen der Älteren bewegten. Da waren Mütter mit Kindern und junge Frauen, die sich Gedanken um die berufliche Zukunft machten. Ruckdeschel: "Diese jüngeren Leute hatten keinen adäquaten Ansprechpartner an ihrer Seite." So gab Ruckdeschel nach zehn Jahren ihre erste Selbsthilfegruppe in verantwortungsvolle Hände und gründete im Bürgerhaus Ahorn eine weitere Krebsnachsorgegruppe. Diese besteht nun seit etwa 15 Jahren. Und es ist nicht wenig, worum sie sich kümmert: Psychosoziale Beratung, ein Herz voller Mitgefühl und enormes Fachwissen, Schminktipps, Sport und jährliche Wellnessprogramme, Begleitung bei Bedarf zu Ärzten und Fachkräften, Kontakt zu Case-Managern (Fallmanagern) im Gesundheitswesen, Zusammenarbeit mit Einrichtungen der Stadt und des Landkreises Coburg für Selbsthilfegruppen und dergleichen mehr gehören zu dem, womit sie sich beschäftigt.

In Anwesenheit des Bürgermeisters von Ahorn, ihres Sohns Martin Finzel, des Landtagsabgeordneten Martin Mittag, der Vertreterinnen der Kontaktstelle Selbsthife, Sabine Feuerbach-Heim und Sabine Doerenkamp-Steiner, überreichte Thomas Nowak an Regine Ruckdeschel die hohe Würdigung des bayerischen Ministerpräsidenten.

Ruckdeschel wies darauf hin, dass die Krebsnachsorgegruppe Coburg III sich an jedem vierten Mittwoch im Monat um 19 Uhr im Bürgerhaus in Ahorn treffe. In dieser Gruppe könnten Krebskranke ihren individuellen Krankheitsverlauf besprechen, Informationen und Erfahrungen austauschen, Ängste und Probleme aussprechen und seelische Belastungen abbauen, die eigene Krankheit besser verstehen lernen, Rückhalt finden und wieder Selbstvertrauen aufbauen, Freunde gewinnen und Freizeit gemeinsam gestalten sowie neue Lebensfreude entwickeln. Darüber hinaus fänden ab und zu sogenannte "Frühstückstreffs" statt.

Einige Gruppenmitglieder treffen sich ein- bis zweimal pro Woche zum flotten Spazierengehen und 14-täglich zur Sauna (nur betroffene Frauen). Es sei sinnvoll, sich bei Interesse telefonisch anzumelden. Dies könne über die Rufnummer 09561/25180 erfolgen, sagte Ruckdeschel.

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