Digitalisierunng

Ohne das schnelle Internet sind Arbeitsplätze in Gefahr

Wenn das schnelle Internet fehlt, sind Arbeitsplätze in Gefahr. Darin waren sich die Teilnehmer der Diskussionsrunde bei einer Veranstaltung des Vereins Ber...
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Wenn das schnelle Internet fehlt, sind Arbeitsplätze in Gefahr. Darin waren sich die Teilnehmer der Diskussionsrunde bei einer Veranstaltung des Vereins Beraterkompetenz Oberfranken einig. Besonders in den oberfränkischen Randgebieten fehle die digitale Infrastruktur, sagte Norbert Schug, der bei Lamilux für die Bereiche IT und Organisation zuständig ist. Die fehlende Breitbandversorgung sei ein Problem, viele Unternehmen würden schon heute gewaltig darunter leiden.


Ein Standortnachteil

Schug sprach von einem ganz klaren Standortnachteil. Der Politik fehle der Impuls, dieses Thema noch mehr auf die Tagesordnung zu setzen. Die jetzigen Bandbreiten würden auf jeden Fall für die Zukunft nicht mehr ausreichen. Frank Maenz, Marketingmanager von Microsoft Deutschland, pflichtete dem bei. Fast alle Parteien hätten das Thema in ihren Wahlprogrammen aufgegriffen, jetzt müsse es die Wirtschaft einfordern, und die jeweiligen politischen Akteure müssten vor Ort darauf ansetzen. Das schnelle Internet sei einfach Voraussetzung, so Maenz, andernfalls seien Arbeitsplätze bedroht, und das nicht nur in Oberfranken.


"Handwerkszeug fehlt"

In der von Matthias Will von der Frankenpost moderierten Podiumsdiskussion in den Räumen der Akademie für Neue Medien in Kulmbach erläuterte Stefan Birk, Vorstand des Institutes für Arbeitsdesign und Zukunftstechnologien, dass die meisten Unternehmen in Sachen Digitalisierung technisch gut ausgestattet seien, sie organisatorisch und personell damit aber meist nicht Schritt halten könnten. "Das organisatorische Handwerkszeug fehlt oft", sagte Birk. Auch in Sachen Vertrauensarbeitszeit oder Home Office gebe bei den meisten Chefs zu viel Misstrauen.


Breites Spektrum

Noch immer glaubten einige Verantwortliche in den Unternehmen, E-Mails zu benutzen sei schon Digitalisierung, so Claus Fischer, Leiter des Kompetenzteams IT bei der Junior Beratung Bayreuth. Dort haben sich Studenten zahlreicher Fachrichtungen zusammengetan, um ein breites Beratungsspektrum anzubieten, und das stets mit dem direkten Draht zur Wissenschaft.
Die digitalisierte Arbeit der Zukunft bedeute vielmehr, Prozesse zu optimieren, Prozesse zu verbessern oder komplett neu zu strukturieren. Fischer bemängelte, dass Unternehmen für Beratungsdienstleitungen grundsätzlich nicht besonders offen seien. Auch viele Mitarbeiter seien oft sehr skeptisch.


Der Ton wird rauer

Norbert Schug von Lamilux pflichtete Moderator Matthias Will bei, dass die persönliche Kommunikation als negative Begleiterscheinung der Digitalisierung von vielen verlernt werde. E-Mail-Verläufe würden immer länger, der Ton werde rauer, und das, obwohl der Kommunikationspartner nicht selten auf der anderen Seite des Ganges sitzt. E-Mails nannte Schug deshalb auch Fluch und Segen zugleich, denn alles gehe viel schneller und die Mitarbeiter reagierten immer gehetzter.


"Ein Jobmotor"

Auf die Frage des Moderators, ob die Digitalisierung Jobvernichter oder Jobmotor sei, antwortete Frank Maenz von Microsoft: "Wenn man zu lange wartet, dann werden Jobs vernichtet." Wer dagegen Windmühlen aufbaut, also in die Digitalisierung investiert, für den werde die Digitalisierung ein Jobmotor sein.
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