Kronach

"Ode an die Freude" als Überraschung

In der Klosterkirche fand das Weihnachtliche Singen des Volkschors Kronach statt. Vielfalt und musikalische Qualität prägten das Konzert.
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Der Volkschor Kronach sorgte gemeinsam mit Gästen für zauberhafte Momente in der Klosterkirche. Foto: Michael Wunder
Der Volkschor Kronach sorgte gemeinsam mit Gästen für zauberhafte Momente in der Klosterkirche. Foto: Michael Wunder

Das Weihnachtliche Singen mit dem Volkschor Kronach am zweiten Weihnachtsfeiertag in der Klosterkirche ist seit Jahren eine feste Größe in den weihnachtlich-musikalischen Veranstaltungen der Region. Was gibt es Schöneres, als nach den hektischen ersten Weihnachtstagen seine Gedanken wieder auf den eigentlichen Sinn des Festes zu leiten und den strahlenden Klängen der Sänger und der Instrumente zu lauschen. Alle Mitwirkenden hatten unter der Gesamtleitung von Rosalie Heckel ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles Programm zusammengestellt, um die Gäste für eine gute Stunde musikalisch zu verzaubern.

Rosalie Heckel und deren Mann Burkhart M. Schürmann, Leiter der Berufsfachschule für Musik (BfM), ist es zu verdanken, dass mehrere Studierende der BfM die Veranstaltung mit ihrem Können bereicherten und einige bekannte Weihnachtslieder durch Schürmann neu arrangiert zu hören waren.

Nach einer gelungenen Einstimmung durch das Orgelstück "Toccata in F" von Dietrich Buxtehude durch Fabian Schiefner (BfM) begrüßte Pater Rudolf Welscher OMI, Rektor des Oblatenklosters, die Konzertbesucher. Der erste Teil der Darbietungen des gastgebenden Volkschors unter der engagierten Stabführung von Rosalie Heckel wurde durch den kurzen Choral "Stehn zwei Stern am hohen Himmel" stimmungsvoll eingerahmt. Die beliebte oberschlesische Weise "Wenn ich bei meinen Schafen wacht" wurde in einem rhythmisch wie gesanglich attraktiven Wechsel unter der akzentuierten Klavierbegleitung Burkhard M. Schürmanns dargebracht. Mit "Tausend Sterne sind ein Dom" von Siegfried Köhler setzte der Volkschor ein schönes, klangvolles Glanzlicht zur Weihnachtszeit. Anschließend zauberte die Stubenmusik Rothenkirchen unter der Leitung von Hans Konrad mit ihren "Weihnachtlichen Weisen" auf Zither und Begleitinstrumenten eine wohlig-gemütliche Stimmung in die Klosterkirche und stellte einen willkommenen Kontrast zu den weiteren Beiträgen dar.

Glasklarer Sopran

Anastasia Fendel (BfM) ließ mit ihrer kristallklaren Sopranstimme unter Klavierbegleitung durch Rosalie Heckel und mit Unterstützung von Rebekka Kölsche (BfM) das "Weihnachtslied" von Robert Schumann erstrahlen, bevor erneut Fabian Schiefner mit dem barocken Choralvorspiel "In dulci jubilo" von Buxtehude die Besucher an der Orgel erfreute. Die Stubenmusik Rothenkirchen setzte in ihrem zweiten Teil ihre ausdrucksvollen "Weihnachtlichen Weisen" fort, wobei auch Motive populärer Weihnachtslieder im ungewohnten, aber attraktiven klanglichen Gewand geboten wurden. Mit "Aria de Nativitate Domini" von Georg Joachim Josef Hahn begeisterte erneut die Sopranistin Anastasia Fendel, diesmal neben dem Klavier (Rosalie Heckel) zusätzlich begleitet von Rebekka Kölsche (BfM) auf der Violine.

In seiner Lesung stellte Pater Rudolf Welscher das Bild des Betriebsseelsorgers Schneider und seiner Frau, die Versöhnung von Wolf und Lamm im Weihnachtswunder, in Anlehnung an die Friedensvision des Propheten Jesaja in den Vordergrund. Anschließend ließ der Volkschor Kronach in seinem zweiten Teil das altböhmische, von Burkhard M. Schürmann neu arrangierte Weihnachtslied "Freu dich, Erd- und Sternenzelt" erklingen; ein zauberhafter Dialog zwischen dem präsenten Klavier (Rosalie Heckel) und den harmonisch aufschwingenden Stimmen zum Lobe des Herrn. Mit dem Ende des 18. Jahrhunderts in Salzburg entstandenen Stück "Heiligste Nacht" von Michael Haydn konnte der Chor nochmals sein vielfältiges Stimm-Repertoire präsentieren.

Nach den Dankesworten der Ersten Vorsitzenden des Volkschors Kronach, Christine Kirmes, erklang zum Abschluss der von Schürmann neu gesetzte und am Klavier von ihm begleitete Klassiker "Alle Jahre wieder" von Friedrich Silcher. Schließlich wurde gemeinsam das Weihnachtslied "Oh du fröhliche" gesungen.

Nach einem kräftigen, stehenden Applaus für alle teilnehmenden Künstler in der voll besetzten Klosterkirche überraschten der Volkschor und Rosalie Heckel am Klavier die Gäste mit einer Zugabe, einer ausdrucksvollen Jubiläumsversion der "Ode an die Freude" aus Ludwig van Beethovens 9. Symphonie und dem zeitlos schönen, hochaktuellen Text von Friedrich Schiller.

So erlebten die Besucher in der schönen, weihnachtlich geschmückten Klosterkirche einen Abend von hoher musikalischer Qualität und Vielfalt sowie zauberhaften Momenten des Innehaltens und der Besinnlichkeit.

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