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Oberbürgermeister Tessmer fordert: Schluss mit der Vereinsmeierei

Die Weiterentwicklung des Sports in der Vestestadt stand bei der Hauptversammlung des Sportverbandes Coburg im Fokus. Oberbürgermeister Norbert Tessmer berichtete in seiner Funktion als Sportreferent ...
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Die Weiterentwicklung des Sports in der Vestestadt stand bei der Hauptversammlung des Sportverbandes Coburg im Fokus. Oberbürgermeister Norbert Tessmer berichtete in seiner Funktion als Sportreferent positiv über den Status quo, sprach aber schonungslos über dunkle Wolken, die sich am Horizont auftürmten. "Unsere Sportlandschaft gibt mit 56 Vereinen und fast 17 000 Mitgliedern sowie einem hohen Jugendanteil Anlass zur Freude. Die Erfolge auf höchster Ebene sind beachtlich. Es mehren sich aber die Diskrepanzen zwischen Vereinen mit Liegenschaften, von denen viele in die Jahre gekommen sind und Sanierungsbedarf aufweisen, sowie Vereinen ohne Liegenschaften. Wir haben Sportklubs, denen das Wasser in finanzieller Hinsicht bis zum Hals steht. Deshalb muss Schluss mit der Vereinsmeierei sein", forderte Tessmer.

Um den Sanierungsbedarf exakt zu ermitteln und nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen, hat das Sportamt unter seinem Leiter Eberhard Fröbel zu Beginn dieses Jahres alle Vereine im Stadtgebiet um eine umfassende Bestandserhebung gebeten. Es sollten Strukturen, Stärken, aber auch Schwächen dargestellt werden. Als wichtige Erkenntnis daraus möchte man unter anderem eine Bündelung von Synergien erreichen.

Jürgen Heeb, der Vorsitzende des Sportverbands, meinte in diesem Zusammenhang: "Wenn der Sport von der Politik mehr Geld für Investitionsmaßnahmen fordert beziehungsweise Anpassungen in der Sportförderung, so muss eine Grundlage vorhanden sein." Konkrete Vorschläge diesbezüglich erhofft er sich durch die Auswertung besagter Analyse.

Kaum noch Kapazitäten frei

Ein wichtiger Part sind die Sportstätten. Laut Norbert Tessmer gibt es im Stadtgebiet ein Überangebot an Sportplätzen, da unter anderem im Zuge des demografischen Wandels die Zahl der Fußballmannschaften rückläufig sei. Anders sehe es bei den Turnhallen aus. In den Nachmittags- und Abendstunden reichten die vorhandenen Kapazitäten aktuell nicht aus. "Eine gewisse Entlastung bahnt sich an, wenn der umgestaltete alte Ziegelbau am Anger voraussichtlich Ende 2019 wieder ans Netz geht", drückte sich Tessmer aus. Vormittags gebe es noch Lücken, die sich für den Senioren- und Gesundheitssport anböten. Die Errichtung zusätzlicher Indoor-Räumlichkeiten sei vorerst nicht geplant, weil die HUK wahrscheinlich vor 2028 für das Gelände, auf dem sich die BGS-Halle befindet, keinen Bedarf anmelde, sagte Tessmer.

In einem guten Zustand befinden sich die beiden städtischen Freisportanlagen am Anger und an der Wiesenstraße. Dort ist ein neues Umkleidehaus im Anschluss an die Tribüne in Modulbauweise in Planung. Der Regenwürmerplage am Rasenspielfeld will man in Kürze durch eine Spezialfirma ein Ende bereiten. Die Laufbahnen sind bereits saniert.

"Der Sportverband versucht intensiv, weitere Fördermaßnahmen zu generieren, Anreize für Sportler und Ehrenamtliche zu schaffen und die Vereine dadurch zu unterstützen. Aber auch Individualförderungen werden ermöglicht, wie bei der Ausnahmeturnerin Mara Dietz vom TV Ketschendorf, die am Bundesleistungszentrum in Chemnitz trainiert und das dortige Internat besucht", berichtete Jürgen Heeb. Dem hohen Bedarf an Trainern und Betreuern sowie Fördermitteln für den Nachwuchsbereich soll zunehmend Rechnung getragen werden. Technische Leiterin Bettina Mittelhäuser beleuchtete die Stadtmeisterschaften in 13 Sportarten, die der Sportverband 2018 veranstaltete, und dankte den ausrichtenden Vereinen für ihr Engagement. Trendsetter sei nach wie vor der Fußball mit Titelkämpfen in acht Altersklassen, sagte Mittelhäuser.

Dank an die Sponsoren

In seinem Bericht würdigte Kassierer Volker Grübel die Stadt Coburg, den BLSV sowie Sponsoren. Dabei erwähnte er die Sparkasse Coburg-Lichtenfels und die SÜC in besonderer Form. Er dankte für die Zusammenarbeit und die Fördermittel. Zweiter Vorsitzender Michael Schulz referierte über das schwierige Steuerrecht im Vereinswesen. Fußball-Funktionär Dieter Hartan ließ die Teilnahme der U15-Mannschaft des FC Coburg an einem internationalen Fußballturnier im belgischen Oudenaarde, einer der vier europäischen Partnerstädte, Revue passieren. Im nächsten Jahr soll diese Partnerschaft mit einem Gegenbesuch vertieft werden, sagte Hartan.

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