Bamberg

Nur der Müller kennt das Fahrradschild

Es war so, wie es bei der Bamberger CSU in den letzten Jahren immer war, und doch irgendwie anders: Auf musikalische Umrahmung verzichteten die Christsozial...
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Wolfgang Reichmann als Abt Wolfram  Foto: pr.
Wolfgang Reichmann als Abt Wolfram Foto: pr.
Es war so, wie es bei der Bamberger CSU in den letzten Jahren immer war, und doch irgendwie anders: Auf musikalische Umrahmung verzichteten die Christsozialen beim Politischen Aschermittwoch in der Brauerei Keesmann in der Wunderburg, und für die Opfer des Zugunglücks in Bad Aibling gab es eine Gedenkminute.
Und doch war der große Saal der Traditionsbrauerei bis auf den letzten Platz gefüllt und der Kabarettist und Sportreporter Wolfgang Reichmann las der CSU als "Abt Wolfram vom Michelsberg" die Leviten. Zum Schluss gab es Standing Ovations für eine launige, kurzweilige und mit Anspielungen auf die Bamberger Kommunalpolitik gewürzte Fastenpredigt.
"Wolfgang Reichmann hat uns zum Nachdenken über uns in der ihm eigenen Art und Weise angeregt. Und mit dieser Fastenpredigt genau das erreicht, was die Fastenzeit ausmacht", zog der CSU-Kreisvorsitzende, Christian Lange, ein positives Fazit der Veranstaltung.
Von der Konversion, die der Stadt Bamberg zwischen den Fingern zerrinnt, über die Fahrradwegführung in der Langen Straße bis zum Hin und Her im Bamberger Stadtrat reichte die Palette der Themen, die Reichmann alias Abt Wolfram abdeckte. Den Vorsitzenden der CSU-Stadtratsfraktion, Helmut Müller, bezeichnete er als eifrigen Fahrradfahrer, der wohl als einziger in der Stadt das Verkehrszeichen in der Langen Straße verstünde, wie Auto- und Fahrradfahrer im Reißverschlussverfahren einander gebührend beachten sollten.
Auf Bald-Stadträtin Anna Niedermaier freue er sich, weil sie mit Jugendlichkeit und Charme frischen Wind in den Stadtrat bringen werde; und Bürgermeister Lange lobte er für seine politische Arbeit, weil es ihm gelungen sei, sich in der kurzen bisherigen Amtszeit mit der Langen Straße ein dauerhaftes Denkmal zu setzen.
Aber auch nachdenkliche Worte fügte Abt Wolfram an. So hielt er den Bamberger Christsozialen vor, dass diese nur als Einheit und Gemeinschaft politischen Erfolg haben könnten; und gerade diese wünschten sich viele Bamberger, weil nur im Verein der großen Fraktionen die Stadt in eine gute Zukunft geführt werden konnte.
"Das war ein bestens aufgelegter Wolfgang Reichmann", bilanzierte CSU-Kreisgeschäftsführer Florian Müller. "Und der große Zuspruch der Zuhörer unterstreicht, dass es richtig war, eine Fastenpredigt zum Politischen Aschermittwoch zu hören." Der große Saal der Brauerei Keesmann ist bereits für das Jahr 2017 reserviert. Und der Festredner? "Schau'n mer mal", meint Müller. red

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