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Großenseebach

Nun ist noch ein Posten offen

Jürgen Jäkel oder Christian Schmitt? Am 29. März entscheidet sich, wer der Nachfolger von Bernhard Seeberger wird. Die zwei Wochen Wahlkampf werden aber recht ruhig verlaufen, es gibt Wichtigeres laut der Bewerber.
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In Zukunft wird jemand anderes die Geschicke der Gemeinde Großenseebach führen. Bernhard Seeberger ist als Bürgermeister abgewählt.  Foto: Archiv-FT
In Zukunft wird jemand anderes die Geschicke der Gemeinde Großenseebach führen. Bernhard Seeberger ist als Bürgermeister abgewählt. Foto: Archiv-FT

Michael Busch Im Seebachgrund war es wohl die Überraschung schlechthin. Amtsinhaber Bernhard Seeberger wurde abgewählt. Dabei haben die Hoffnungen der Freien Wähler vollständig auf dem 62-jährigen Kandidaten gelegen. Seit 18 Jahren lenkte er die Geschicke der Gemeinde, sollte es auch in den nächsten sechs Jahren tun.

Doch die Ergebnisse am Wahlsonntag überraschten nicht nur die Großenseebacher. In Heßdorf, wo viele auf eine Stichwahl in Heßdorf getippt hatten, blickte man gedanklich sprachlos zur Nachbargemeinde, um zu sehen, dass sich dort der Wind wohl gedreht hat. Nun werden die Wähler zwischen dem CSU-Vertreter Christian Schmitt und dem für die MfG antretenden Jürgen Jäkel wählen müssen.

Der ist im Übrigen auch Stimmkönig. Mit 1728 Stimmen katapultierte er sich bei der Ratswahl auf Platz 1 - mit fast 700 Stimmen mehr gegenüber dem alten Bürgermeister.

Einig beim Wahlkampf

Insgesamt hat die Partei "Miteinander für Großenseebach" gut abgeschnitten. Fünf Sitze erhielt die Gruppe, die eine Neugründung ehemaliger SPD-Räte ist. Jürgen Jäkel ist begeistert:

"Ich sehe das natürlich sehr positiv. Wir sind den Wählern sehr dankbar, dass das Vertrauen da ist und das sie sich in den Ideen und Aussagen für Großenseebach wiederfinden." Jäkel gibt zu, dass in Corona-Zeiten der Wahlkampf sicher nicht einfach sei, aber er meint: "Die Argumente sind ja dargelegt." Nun liege es daran, wie auch die Wähler der Freien Wähler sich dann entscheiden werden.

Aber, und das sei in der momentanen Situation auch zu beachten: "Es gibt auch Wichtigeres zurzeit als den Wahlkampf!"

Mit ebenfalls fünf Sitzen ist die CSU im Gemeinderat. Christian Schmitt freut sich ebenfalls über den Erfolg. "Ich habe ehrlicherweise mit einer Stichwahl gerechnet, zwischen dem Altbürgermeister und einem von uns beiden antretenden Bewerbern." Überrascht sei er, dass nun die beiden Neu-Bewerber sich in der Stichwahl wiederfinden. Insgesamt sei die Wahl schon zufriedenstellend. "Wir haben mit der CSU einen Sitz mehr als vorher - das ist erstmal positiv."

Aber auch in einer anderen Sache stimmt er mit Jäckel überein: "Wir werden erst einmal nicht mehr viel Wahlkampf machen. In der aktuellen Situation ist der Wahlkampf auch nicht das Wichtigste." Die Werbung sei gemacht, die Argumente ausgetauscht.

Die Wahlbeteiligung von 77,88 Prozent gebe den Ansporn, dass die Bürger an der Politik im Ort interessiert seien. Von 1944 Wahlberechtigten sind immerhin 1514 zur Wahl gegangen respektive die Briefwahl genutzt. 26 Stimmen waren ungültig, was einem Anteil von 1,72 Prozent entspricht. Ein weiterer Blick auf die Stimmbezirke: Vier von Sechs Bezirken konnte sich die MfG sichern, in den beiden anderen Bezirken dominierte die CSU.

Spannend wird die Stichwahl auf alle Fälle, denn diese bringt der Partei des Gewinners dann mit dem Bürgermeister eine Stimme mehr bei den dann anstehenden Gemeinderatsentscheidungen.