Nordhalben
Festival

Nordhalben wird im Sommer zu einem "lebendigen Künstlerdorf"

Dass der Markt Nordhalben in manchen Dingen "a bissla annesch" tickt, ist keine große Überraschung mehr. Aber was den Ort in diesem Sommer erwartet, erreicht wohl noch einmal eine ganz andere Dimensio...
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Sie wollen Nordhalben zwei Wochen lang in einen Ausnahmezustand versetzen (von links): Bürgermeister Michael Pöhnlein, Künstler Volker Ullenboom, das Künstlerehepaar Diana und Kai Deckelmann und das Ehepaar Otmar und Heidi Adler (NohA). Foto: Maria Löffler
Sie wollen Nordhalben zwei Wochen lang in einen Ausnahmezustand versetzen (von links): Bürgermeister Michael Pöhnlein, Künstler Volker Ullenboom, das Künstlerehepaar Diana und Kai Deckelmann und das Ehepaar Otmar und Heidi Adler (NohA). Foto: Maria Löffler

Dass der Markt Nordhalben in manchen Dingen "a bissla annesch" tickt, ist keine große Überraschung mehr. Aber was den Ort in diesem Sommer erwartet, erreicht wohl noch einmal eine ganz andere Dimension: "Nordhalben wird besetzt", lautet der Slogan für den ersten Nordhalbener Kunstsommer vom 27. Juni bis 10. August.

16 Maler, Bildhauer, Grafik- und Lichtkünstler lassen ihre Werke da entstehen, wo jeder sie sehen kann, nämlich in offenen Ateliers. So entwickle sich ein "lebendiges Künstlerdorf", das vielleicht erst den Beginn eines gigantischen Projektes darstellt. Davon jedenfalls träumt das Ehepaar Diana und Kai Deckelmann, selbst Künstler und vor allem Visionäre. Sie möchten den Ort dauerhaft zu einem Künstlerdorf machen, das weit über die Landkreis- und Landesgrenzen hinaus Bekanntheit erlangen soll.

Diese Idee begeistert auch Bürgermeister Michael Pöhnlein: "Nordhalben ringt ums Überleben. Aber wir jammern nicht, wir kämpfen. Und wir gehen neue, vielleicht auch ungewöhnliche Wege. Wir werden zwar nicht durch die Kunst alleine überleben, aber sie ist eines unserer größten Zugpferde, das mit Stärke und Kraft der Verschlafenheit in der Region entgegentritt. Und falls der eine oder andere sich überlegt, hierher zu ziehen, dann wird er merken: Wir denken hier nicht in Kilometern, sondern in Fahrzeit."

Schaffensorte und kleine Galerien für das Künstlerfestival sollen aber nicht nur die offenen Ateliers in den leer stehenden Ladenlokalen sein. Auch im "Maxhaus", in den Außenateliers und den Wandbemalungen werden Kunst und Künstler sich präsentieren und verewigen.

"Nordhalbener Kinosommer"

Parallel dazu läuft der "Nordhalbener Kinosommer" vom 29. Juni bis zum 1. August auf dem "Dreschhallenplatz". Abgerundet werde das Ganze auch mit einer Lesung, mit Musik, mit einer Wanderung am Skulpturenweg und vielen kulinarischen Überraschungen der Gastronomie.

Die Künstlerseite beleuchtete beim Pressetermin auch Volker Ullenboom aus Essen. Der schwärmte in den höchsten Tönen, in welcher Rekordzeit man in Nordhalben das Künstlerhaus auf die Beine gestellt habe: "Das wäre in einer Großstadt unmöglich gewesen. Die Künstler schätzen hier vor allem die Ruhe und den Umstand, dass sie sich voll auf ihre Arbeit konzentrieren können." Ullenboom zeigt sich vom Bürgerengagement begeistert: "Was man hier auf die Beine stellt, ist phänomenal."

Otmar Adler, Triebfeder der Bürgerinitiative "NohA" (Nordhalben aktiv), meint, das Schönste sei, "dass die Bevölkerung Anteil nimmt und die Kunst immer mehr auch als Chance begreift." Er begründet das auch damit, dass 42 Menschen sich ehrenamtlich daran beteiligt hätten, das Künstlerhaus zu erschaffen. ml

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