Kronach

Noch einmal auf den Chefsessel

Im Landkreis Kronach will sich rund die Hälfte der Amtsinhaber der Wiederwahl im März 2020 stellen.
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Veronika Schadeck Kreis Kronach —  In den 18 Gemeinden des Landkreises Kronach stellt sich nach heutigem Stand etwa die Hälfte der amtierenden Bürgermeister bei den bevorstehenden Kommunalwahlen am 15. März 2020 zur Wiederwahl. Die Gründe sind Freude am Job, angestoßene Projekte weiterzuentwickeln und das Ehrenamt zu stärken. Nur einige wenige haben sich noch nicht dezidiert zu einer erneuten Kandidatur geäußert.

"Mein Amt macht mir Freude und Spaß", so der Wallenfelser Bürgermeister Jens Korn (CSU). Und er schwärmt weiter: "Ich habe noch nie eine Aufgabe als so erfüllend empfunden, wie das, was ich jetzt mache!" Der Bürgermeister begründet dies damit, dass er in seinem Job vieles gestalten und anstoßen könne, das nicht nur positive Auswirkungen für seine Stadt habe, sondern auch sichtbar sei. In diesem Zusammenhang spricht er beispielsweise von der Dorferneuerung Neuengrün, der Gestaltung des Kirchenumfeldes in Wallenfels, dem Bau von Gemeindestraßen und Wasserleitungen etc.

Angestoßene Projekte realisieren

Seinen Chefsessel verteidigen will auch das Stadtoberhaupt aus Ludwigsstadt. Timo Ehrhardt (SPD) wird in 2020 zum dritten Mal seinen Hut in den Ring werfen. "Als Bürgermeister kann man einiges bewegen", so der 42-Jährige. Und: "Ich habe noch Lust auf mehr!" Ehrhardt spricht von angestoßenen Projekten, wie der Wiederbelebung der Jahns-Bräu-Brache in Zusammenarbeit mit der JAB-Immobilien GmbH, der Sanierung des bestehenden Schwimmbads beziehungsweise dem Neubau dieser Freizeiteinrichtung, Brückensanierungen etc. Diese Projekte möchte er alle mit realisieren.

Sie habe lange überlegt, so Karin Ritter (SPD), die seit knapp zwölf Jahren die Gemeinde Reichenbach ehrenamtlich führt. Sie tendiere dazu, trotz ihrer 66 Jahre noch einmal zu kandidieren, sofern es ihre Gesundheit zulasse. Sie sei in Reichenbach geboren und aufgewachsen.

Auch nach zwölf Jahren Amtszeit sei sie nicht amtsmüde. In den letzten Wochen, so erzählt Ritter, seien Bürger auf sie zugekommen und hätten sie zu einer Wiederkandidatur ermuntert. "Das ist ein schönes Gefühl." Wenn sich aber ein anderer Bürger aus Reichenbach finden würde, der für das Amt des Bürgermeisters kandidieren möchte, dann würde sie sich zurückziehen.

Auch Peter Ebertsch (CSU/BfT) aus Tettau stellt sich zur Wiederwahl. Wahlkampf betreibt er aber noch nicht. "Mich nehmen die Tagesgeschäfte zu sehr in Anspruch", meint der 58-Jährige. Seit November 2013 hat Ebertsch das Amt inne. Er ist in der ehemaligen SPD-Hochburg der erste "schwarze" Bürgermeister seit dem Zweiten Weltkrieg. "Man muss einem langen Atem haben", zieht Ebertsch Resümee. Denn Projekte zu realisieren, dauert oft länger als gewünscht. Er spricht aber auch von Herausforderungen, und diese zu bewältigen, mache Spaß.

Netzwerke aufgebaut

Ebertsch erwähnt große angestoßene Projekte, wie die städtebauliche Entwicklung, die beiden leer stehenden alten Porzellanfabriken und von viel Bürokratie. Er spricht auch von Netzwerken, die er in den letzten sechs Jahren sukzessive habe aufbauen können und die für eine positive Weiterentwicklung von Tettau wertvoll seien.

Auch der Steinwiesener Bürgermeister Gerhard Wunder (CSU) will es noch mal wissen. Im Falle einer Wiederwahl wäre es für ihn die fünfte Amtszeit. Er spricht von laufenden Prozessen, von Veränderungen im sozialen und Pflegebereich. Er spricht von Projekten, die auf den Weg gebracht worden sind. Das Ziel sei für ihn - sofern ihm der liebe Gott die Gesundheit und die Bürger ihm das Vertrauen schenken -, in sechs Jahren ein ordentlich bestelltes Haus zu übergeben. Er möchte, dass die Bürger auf ihre nicht nur stolz, sondern sich auch verstärkt für ihre Heimat einbringen. Die Bürger sollen das Gefühl haben, dass die Gemeinde sie bei ihren Vorhaben unterstützt, beispielsweise wenn sie bereit sind, in ihr Eigentum oder im touristischen Bereich zu investieren.

Weiter mit eigener Liste

Der Marktrodacher Bürgermeister Norbert Gräbner will - nachdem er im Frühjahr wegen Gerangel um dem Bürgermeisterkandidaten aus der SPD ausgetreten ist - mit einer eigenen Liste seinen Chefsessel im Rathaus verteidigen. Auch er möchte laufende Projekte zu Ende bringen. Norbert Gräbner und Gerhard Wunder sind die dienstältesten Bürgermeister im Landkreis. Beide führen seit dem Jahre 1996 ihre Gemeinden.

Für Knut Morgenroth (SPD) ist der Bürgermeisterjob die beste Therapie. Wie bereits im März berichtet, ist Morgenroth seit seiner Krankheit im Jahre 2016 körperlich behindert. Seit dem Jahre 2008 führt er die Gemeinde als ehrenamtlicher Bürgermeister. Mittlerweile hat er sich zu Hause ein Bürgermeisterbüro eingerichtet. Er kommuniziert oft mit seinen Mandatsträgern per Whatsapp oder E-Mail.

"Wenn mich die Bürger wollen, dann kandidiere ich noch mal!", so der Bürgermeister aus Nordhalben, Michael Pöhnlein (FW). Für ihn befindet sich seine Gemeinde in einem entscheidenden Prozess. "Die nächsten fünf Jahre werden darüber entscheiden, ob Nordhalben zukunftsfähig ist oder nicht!"

Auch Susanne Grebner stellt sich zur Wiederwahl. Für sie wäre es die zweite Amtsperiode.

Noch keine Entscheidung

Wie von Gemeinderat Günter Böhnlein zu erfahren war, werde sich aller Voraussicht nach auch Peter Klinger in Tschirn noch einmal als CSU-Bürgermeisterkandidat zur Verfügung stellen. Eine offizielle Versammlung gab es zu diesem Thema noch nicht.

In Pressig wollte sich der Amtsinhaber Hans Pietz (FW) wegen einer möglichen Wiederkandidatur nicht äußern. Er wolle erst mit seinen Parteikollegen reden.

Alles noch offen

Spannend dürfte es in Weißenbrunn, Kronach und Mitwitz werden. Denn in diesen Gemeinden wird es auf jeden Fall neue Amtsinhaber geben. In den Gemeinden Küps, Stockheim und Steinbach am Wald finden die nächsten Bürgermeisterwahlen erst im Jahre 2023 statt. In Teuschnitz kann die Amtsinhaberin Gabi Weber aus Altersgründen nicht mehr kandidieren, jedoch bestünde die Möglichkeit, die Stadt ehrenamtlich zu führen. Wie ihr Stellvertreter Stefan Neubauer vor kurzem gegenüber unserer Zeitung erklärte, sei alles noch offen.

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