Bad Rodach

Niemand trat gegen Ehrlicher an

Die Bad Rodacher Genossen sind sich einig, dass sich Tobias Ehrlicher auf jeden Fall weiter bis 2026 als Bürgermeister um die Geschicke der Stadt kümmern soll.
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Ohne Gegenstimme wurde Tobias Ehrlicher (links) vom SPD-Ortsverein zum Bürgermeisterkandidaten nominiert. Erster Gratulant war Fraktionsvorsitzender Axel Dorscht, der Ehrlicher auch der Versammlung vorgeschlagen hatte.  Foto: Martin Rebhan
Ohne Gegenstimme wurde Tobias Ehrlicher (links) vom SPD-Ortsverein zum Bürgermeisterkandidaten nominiert. Erster Gratulant war Fraktionsvorsitzender Axel Dorscht, der Ehrlicher auch der Versammlung vorgeschlagen hatte. Foto: Martin Rebhan

Seit 2012 steht Tobias Ehrlicher (SPD) als Bürgermeister an der Spitze von Bad Rodach. Wenn es nach den Genossen aus der Kurstadt ginge, würde er das Amt weiter bis 2026 innehaben. Bei der Nominierungsversammlung wurde der 32-jährige Sozialdemokrat und zweifache Familienvater ohne Gegenstimme auf den Kandidatenschild für die kommende Kommunalwahl gehoben.

Eine positive Bilanz konnte der amtierende Bürgermeister im Rückblick auf seine bisherige Amtszeit ziehen. Es sei ihm wichtig gewesen, die Menschen der Kurstadt "mitzunehmen" und nicht Entscheidungen am Bürger vorbei zu treffen. Als Beispiel nannte er hier die Spielplatzoffensive, die er als einen vollen Erfolg bezeichnete. "Wenn jetzt aus anderen Lagern eine Friedhofsoffensive ins Leben gerufen wurde, zeigt dies, dass wir mit unserem Vorgehen völlig richtig lagen", sagte Ehrlicher. In diesem Zusammenhang führte er aus, dass die städtischen Friedhöfe seiner Meinung nach grundsätzlich in keinem schlechten Zustand seien.

Leicht sei der Start ins Bürgermeisteramt nicht gewesen. Vor allem das Thema "Thermalbad" habe ihm zu schaffen gemacht. Dass hier eine Lösung mit einer externen Betriebsführung entwickelt wurde, kommentierte Ehrlicher mit den Worten: "Der Ballast ist weg." Dass der aktuelle Schuldenstand der Stadt gestiegen ist, relativierte er schnell. Stand man nach seinen Worten 2012 mit zwölf Millionen Euro in der Kreide, sind es derzeit 13,7 Millionen Euro. Der Grund sei, dass die Stadt 18 Wohnungen geschaffen und einen Kredit von 4,5 Millionen Euro hierfür aufgenommen habe. "Wir haben dadurch Vermögen geschaffen", betonte Ehrlicher.

Wer glaubte, dass er auf die jüngsten Turbulenzen in der SPD-Fraktion im Stadtrat eingeht, die durch den Austritt von Herbert Müller und Klaus Geuther (SBB-Fraktion) sowie den Übertritt von Matthias Thumser zur ÖDP entstanden sind, sah sich schnell getäuscht. "Das Thema ist für mich abgehakt", meinte Ehrlicher kurz und bündig.

Er sieht eine wichtige Aufgabe der Stadt darin, den Unternehmen Entwicklungsmöglichkeiten zu geben und führte hierbei vor Augen, dass es in Bad Rodach weit über 4000 Arbeitsplätze gebe. Weiter ging er in seiner Rede auf die Themen öffentlicher Personennahverkehr, Tourismus, Familien, Wohnstadt Bad Rodach, Infrastruktur und Tagespflege und Grundsteuer "C" ein, als deren Verfechter er sich sieht (die Grundsteuer C soll Bodenspekulation verhindern und dem Schließen von Baulücken dienen). Abschließend unterstrich der Bürgermeister, dass er für einen fairen Wahlkampf stehe. "Eine Schlammschlacht wird es mit mir nicht geben", so Ehrlicher.

Dass der SPD-Ortsverein sich nicht nur zur Nominierungsversammlung traf, sondern auch seine Hauptversammlung durchführte, ist fast zur Nebensache geworden. Vorsitzender Markus Geflitter nahm die Konstellation zum Anlass, seinen Bericht sehr kurz und knapp zu fassen. Er kam nicht umhin, auf die bewegten Zeiten der Stadtratsfraktion einzugehen. "Es hat uns beschäftigt", meinte Geflitter und fügte unter Applaus der Anwesenden hinzu: "Wir sollten diesem Thema nicht allzu viel Raum geben." Sein Rückblick zeigte deutlich auf, dass es sich bei dem SPD-Ortsverein um eine sehr aktive Gruppierung handelt, die fest in der Kurstadt verwurzelt ist. Besonders lobte der Vorsitzende den "Frauenstammtisch", der sich mit diversen Aktionen in das gesellschaftliche Leben in Bad Rodach einbringe. Als einige Beispiele nannte er das "Insektenhotel" oder die jährlichen Spendenaktion. Die stellvertretende Vorsitzende Katrin Liebermann informierte, dass die diesjährige Aktion schon angelaufen sei. Der Erlös aus dem Engagement werde wieder für soziale Zwecke verwendet.

Markus Geflitter lud zu einer Baumpflanzaktion am 8. Dezember ein. "Wir sind nicht der ökologische Zeigefinger, wir tun einfach was", betonte er abschließend. Gern hätte er Gerhard Witter für 40 Jahre, Hermann Beierweck für 30 Jahre und Franziska Schiller-Kempf für 15 Jahre Parteizugehörigkeit geehrt. Zu seinem Bedauern konnten alle drei Jubilare nicht an der Versammlung teilnehmen.

Die Kandidaten der SPD Bad Rodach: 1.Tobias Ehrlicher, 2. Katrin Liebermann, 3. Axel Dorscht, 4. Gaby Lehmann, 5. Michael Pertsch, 6. Manuela Brettschneider, 7. Hermann Liebermann, 8. Ute Apel, 9. Luca Fallo, 10. Christian Koropecki, 11. Thomas Fitz, 12. Stefan Lehmann, 13. Lena Wagner, 14. Markus Geflitter, 15. Kevin Hutschenreuther, 16. Felix Hanft, 17. Carolin Truckenbrodt, 18. Hartmut Keller, 19. Beate Kastner, 20. Matthias Kempf

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