Kleukheim
Artenvielfalt

Nicht nur der Dorngrasmücke gefällt's

Das Thema Artenvielfalt ist nicht zuletzt aufgrund des Volksbegehrens "Rettet die Bienen" in aller Munde. Um ein positives Beispiel zu präsentieren, lud die Ortsgruppe Ebensfeld des Bund Naturschutz (...
Artikel drucken Artikel einbetten
Eine der fünf Libellenarten, die die Teilnehmer bestaunen konnten: eine Westliche Weidenjungfer Foto: Jan Ebert
Eine der fünf Libellenarten, die die Teilnehmer bestaunen konnten: eine Westliche Weidenjungfer Foto: Jan Ebert

Das Thema Artenvielfalt ist nicht zuletzt aufgrund des Volksbegehrens "Rettet die Bienen" in aller Munde. Um ein positives Beispiel zu präsentieren, lud die Ortsgruppe Ebensfeld des Bund Naturschutz (BN) zur Besichtigung eines etwa 1,2 Hektar großen Grundstücks ein, das mitten in der Feldflur zwischen Kleukheim und Schweisdorf liegt.

Streuobstwiese und Steinhaufen

Vor etwa acht Jahren verwandelte der Kleukheimer Johann Schmitt die damalige Ackerfläche in ein Naturschutzgrundstück und legte dabei eine Streuobstwiese, eine Hecke, ein Feuchtbiotop, eine Blühfläche sowie einen großen Steinhaufen an. Außerdem werden auf dem Grundstück Bienen gezüchtet, Holz gelagert und Kartoffeln angebaut.

Unter der Leitung der Naturkundler Michael Bäumler und Jan Ebert erfuhren die etwa 25 Teilnehmer, dass solche naturnahen Grundstücke besonders in landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten wie ein Magnet auf Tiere und Pflanzen wirken, da die vielfältigen Strukturen sowohl Lebensraum als auch Nahrung für zahlreiche Arten bieten.

So konnte dort die auf der Roten Liste stehende Dorngrasmücke entdeckt werden, die auf Hecken und Buschland als Brutplatz angewiesen ist. Auch der Feldhase nutzt regelmäßig das deckungsreiche Gebiet, im Winter hielt sich der vom Aussterben bedrohte Raubwürger über längere Zeit als Gast auf und im Frühjahr wurde das Areal von Rebhühnern aufgesucht.

"Diese Arten zeigen eindrücklich, dass das Grundstück eine hohe naturschutzfachliche Qualität aufweist", so Michael Bäumler. Bei der Begutachtung des etwa 60 Quadratmeter großen Flachtümpels konnten fünf verschiedene Libellenarten festgestellt werden, darunter fünf Exemplare des Plattbauchs, der auf seinem Ansitz von den Teilnehmern auf kurze Entfernung beobachtet werden konnte.

Außerdem zeigten sich die hellblauen Hufeisen-Azurjungfern, welche an fliegende Nadeln erinnern, sowie eine Westliche Weidenjungfer, die sich passenderweise kurz auf dem Hosenbein eines Teilnehmers niederließ und so aus nächster Nähe bestaunt werden konnte.

Ludwig Wendler, Vorsitzender der BN-Ortsgruppe Ebensfeld, bedankte sich bei Johann Schmitt sowie den beiden Exkursionsleitern für ihr Engagement und hob das Anlegen von Naturschutzgrundstücken als nachahmenswertes Beispiel hervor. jeb

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren