Lichtenfels

Nicht jede Hürde sofort gemeistert

Die dringend benötigte Quarantänestation für Katzen ist seit sechs Jahren geplant - jetzt soll sich endlich etwas tun.
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Kaninhop, Hindernisspringen für Kaninchen, ist eine noch relativ junge Sportart.  Foto: Gerda Völk
Kaninhop, Hindernisspringen für Kaninchen, ist eine noch relativ junge Sportart. Foto: Gerda Völk

Den Vorwurf aus den Reihen der Bürgermeister, man schaue sich schon seit Jahren dieselben grau verputzten Wände an, widerspricht die Lichtenfelser Stadträtin Elke Werner (SPD). "Es ist schon etwas getan worden." Dem pflichtet auch ihr Stadtratskollege aus Burgkunstadt Joachim Ruß (CSU) bei, der darauf aufmerksam machte, dass sich auch der Landtagsabgeordnete Jürgen Baumgärtner (CSU) schon im Landtag für das Lichtenfelser Tierheim eingesetzt habe.

Quarantänestation für Katzen

Das Problem liegt tiefer. Bereits beim Tag der offenen Tür im Jahr 2013 informierte der damalige Vorsitzende des Tierschutzvereins die Bürgermeister des Landkreises und ihre Vertreter über die Umbaumaßnahme eines ursprünglich als Hundezwinger gedachten Neubaus in eine viel dringender benötigte Quarantänestation für Katzen. In dem 27 Meter langen Bauwerk sollen im Endausbau drei voneinander unabhängige Quarantänebereiche entstehen, in denen Fundkatzen je nach Gesundheitszustand untergebracht werden können.

Seitdem hat sich einiges getan. Das Gebäude erhielt eine neue Dachkonstruktion, es wurden Fenster in die Betonwand geschnitten und in einem weiteren Schritt mehrere Räume mittels Mauerdurchbrüchen miteinander verbunden. Dann stockte der Bau, bis auf die nicht unerheblichen Leistungen der vielen Ehrenamtlichen. Die Gründe für den Baustopp sind vielfältig. Viele Firmen sind heute bis an die Kapazitätsgrenze ausgelastet, dann sind die Preise in die Höhe gegangen. "Bei den hohen Baupreisen kann es sich nicht jeder leisten zu bauen", erklärt Architekt Stefan Moncken.

Doch jetzt soll es weitergehen. "Wir packen es jetzt an", erklärte Tierheimleiterin Sandra Schunk den zahlreich erschienenen Bürgermeistern und Stadt- und Gemeinderäten. Entstehen soll in einem ersten Bauabschnitt ein beheizbares Vermittlungszimmer mit angrenzender Schleuse. Der Vermittlungsraum sei gerade im Winter wichtig, wenn die Jungkatzen die Quarantäne verlassen, um die Zeit zu überbrücken, bis sie in ein neues Zuhause vermittelt werden.

70 000 Euro Kosten

Ein als Schleuse genutzter Raum soll den Mitarbeitern als Arbeitsort dienen, in dem sie ihre Privatkleidung wechseln können, als Raum, in dem sich eine Waschmaschine befindet und alle für den täglichen Bedarf benötigten Utensilien. Die Kosten dafür werden auf rund 70 000 Euro beziffert. Darin enthalten ist der komplette Ausbau mit Heizung, Sanitär, Elektro, Estrich, Fliesen, Verputz und Anstrich. Die zur Vermittlung stehenden Samtpfoten sollen in gemauerten Katzenboxen untergebracht werden. Aktuell sind im Lichtenfelser Tierheim 39 Katzen untergebracht, wovon nur vier zur Vermittlung stehen. Alle anderen Tiere befinden sich in Quarantäne.

Beim Tag der offenen Tür am Wochenende durften sich vor allen die Stubentiger über eine Extraportion Streicheleinheiten freuen. Davon konnte ein roter Kater, ein Pensionsgast, nicht genug bekommen. Bürgermeister Andreas Hügerich und Freundin Romina ließen es sich nicht nehmen, ihm diesen Wunsch zu erfüllen. In den letzten Jahren wurde ein Trainings- und Übungsgelände für Hunde fertiggestellt. Hier berichteten glückliche Hundebesitzer über ihre Erfahrungen mit einem durch das Lichtenfelser Tierheim vermittelten Hund. "Die Leute, die einen Hund suchen, suchen meist sehr lang", sagte Natalie Maurer aus Schney. Eigentlich wollte sie auf keinen Fall einen Welpen, als sie Hund Ella im Tierheim sah, schmolz ihre Ablehnung wie Schnee im Sommer. "Wir haben uns gesucht und gefunden", erklärte Natalie Maurer. Ella stammt ursprünglich aus einem großen Tierheim in Rumänien. Auf dem gleichen Platz zeigten Mitglieder eines Vereins aus Weitramsdorf Kaninhop - Hindernisspringen für Kaninchen, eine junge Sportart. Nach turbulenten Zeiten bewegt sich das Lichtenfelser Tierheim wieder in einem ruhigeren Fahrwasser.

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