Kulmbach

NGG gegen längere Arbeitszeiten im Gastgewerbe

13 Stunden täglich arbeiten an bis zu sechs Tagen pro Woche? Wenn es nach dem Willen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) geht, könnte das...
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In der Region Oberfranken-Ost arbeiten 27 000 Menschen im Gastgewerbe regelmäßig sonntags. Symbolfoto: NGG
In der Region Oberfranken-Ost arbeiten 27 000 Menschen im Gastgewerbe regelmäßig sonntags. Symbolfoto: NGG
13 Stunden täglich arbeiten an bis zu sechs Tagen pro Woche? Wenn es nach dem Willen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) geht, könnte das im Landkreis Kulmbach für rund 1500 Beschäftigte der Branche bald Alltag werden.
Davor warnt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Schon heute würden in der Region Oberfranken-Ost rund 27 000 Menschen an Sonntagen arbeiten - 21 000 sogar nachts. Und 53 000 Beschäftigte seien zwischen 18 und 23 Uhr im Job aktiv.
"Die Zahlen zeigen, dass Arbeitszeitgesetz und Tarifverträge den Arbeitnehmern bereits jetzt eine hohe Flexibilität abverlangen. Den Betrieben geben sie die Freiheit, ihre Beschäftigten weitgehend so einzusetzen, wie sie es brauchen", sagt Michael Grundl. Der Geschäftsführer der NGG Oberfranken hält jede Aufweichung dieser Regeln für unnötig.
Insbesondere der Einführung einer wöchentlichen statt einer täglichen Höchstarbeitszeit müsse eine klare Absage erteilt werden, so Grundl. Dies sei ein Angriff auf Tausende Beschäftigte in der Region - besonders im Gastgewerbe.


Immer wieder sonntags

Dort gehörten lange Arbeitszeiten an jedem Tag der Woche schon immer zum Beruf. So gaben bei der Befragung durch den Mikrozensus rund 62 000 Beschäftigte in bayerischen Hotels, Gaststätten und Pensionen an, regelmäßig nach 18 Uhr zu arbeiten. 82 000 arbeiten demnach häufig an Samstagen, 77 000 an Sonntagen.
"Die Behauptung des Dehoga, ein zu strenges Arbeitszeitgesetz belaste die Branche über alle Maßen, ist nicht zu halten. Wenn zum Beispiel eine Hochzeit länger dauert als geplant, dann schieben Küchen-Team und Kellner Überstunden statt einfach nach Hause zu gehen. Und diese Überstunden werden dann noch nicht einmal immer bezahlt", so Grundl.
Harte Arbeitsbedingungen in der Gastronomie und Beherbergung führten schon heute zu großen Problemen, noch Fachkräfte zu finden, betont der Gewerkschafter. In einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage habe auch die Bundesregierung festgestellt: "Die Zahl der Auszubildenden im Hotel- und Gaststättengewerbe hält nicht mit dem Bedarf an Fachkräften Schritt." Danach bilde in Bayern nur noch jeder zehnte Gastro-Betrieb aus. "Die Arbeitgeber sollten wieder auf bessere Ausbildung setzen und einen wirklichen Richtungswechsel hin zu besseren Arbeitsbedingungen einleiten", so Grundl. Dazu zählten deutliche Einkommenszuwächse genauso wie gesunde Arbeitszeiten.
Das Gastgewerbe sei dazu in der Lage, eine "Qualitätsoffensive" zu machen. Am Geld jedenfalls, so die NGG, sollte es nicht hapern. Der Jahresumsatz der Branche ist nach Angaben des Dehoga zum siebten Mal in Folge auf zuletzt bundesweit 81 Milliarden Euro gestiegen. red
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