Bamberg

Neustart im Gleusdorf-Prozess und zahlreiche Zeugenverhaftungen nach Sandstraßen-Attacke

Auch in diesem Jahr gab es wieder einige spektakuläre Strafprozesse an den Bamberger Gerichten. Für bundesweite Aufmerksamkeit hat der so genannte Sandstraßen-Prozess gesorgt. Ein 24-Jähriger wurde im...
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Mit den Todesfällen in Schloss Gleusdorf muss sich das Landgericht erneut befassen. Foto: R. Rinklef
Mit den Todesfällen in Schloss Gleusdorf muss sich das Landgericht erneut befassen. Foto: R. Rinklef
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Auch in diesem Jahr gab es wieder einige spektakuläre Strafprozesse an den Bamberger Gerichten. Für bundesweite Aufmerksamkeit hat der so genannte Sandstraßen-Prozess gesorgt. Ein 24-Jähriger wurde im Juni vom Landgericht wegen gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.

Er hatte im Sommer 2017 einen 36-Jährigen so zu Fall gebracht, dass dieser schwerste Kopfverletzungen erlitt und in Lebensgefahr schwebte. Die Beweisaufnahme gestaltete sich enorm schwierig, da sich fast alle Zeugen auf Unwissenheit und Gedächtnislücken beriefen. Mit ungewohnter Härte versuchte nun die Staatsanwaltschaft, an wahrheitsgemäße Aussagen zu kommen. Ein Zeuge nach dem anderen wurde noch im Gerichtssaal wegen des Verdachts der uneidlichen Falschaussage verhaftet. Insgesamt wurde in 15 Fällen gegen Zeugen im Sandstraßen-Prozess ermittelt, drei sind mittlerweile verurteilt.

Neuauflage ab Januar

Noch einmal aufgerollt werden muss der Prozess gegen die frühere Altenheim- und Pflegedienstleitung sowie gegen den damaligen Hausarzt der Seniorenresidenz Schloss Gleusdorf. In dem Altenheim waren zwischen 2011 und 2016 mehrere Bewohner unter rätselhaften Umständen gestorben. Den teils hochbetagten Bewohnern wurde nach Überzeugung der Anklage die erforderliche medizinische Behandlung vorenthalten. Während einige ehemalige Mitarbeiterinnen die Vorwürfe bekräftigten, wollten andere nichts davon wissen. Und auch einige Gutachter konnten kein strafrelevantes Fehlverhalten bestätigen. Nachdem der Prozess bereits seit Juli lief, wurde eigentlich ein baldiges Urteil erwartet. Doch nun ist ein Richter länger krank, daher wird ab dem 8. Januar noch einmal komplett neu verhandelt.

Mindestens bis März stehen noch ein 71-jähriger Psychotherapeut, dessen Ex-Frau und der 29-jährige Sohn vor Gericht. Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, in Bamberg kiloweise Marihuana vertrieben zu haben, der Psychotherapeut hat laut Anklage zudem Patientinnen missbraucht.

Ein brutaler Mord in einer Asylbewerberunterkunft in Unterleiterbach musste vor dem Landgericht erneut verhandelt werden. Ein 24-jähriger Verurteilter hatte zwar erfolgreich Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt, die gegen ihn verhängte Strafe musste überprüft werden. Aber auch in der Neuauflage wurde der Mörder zu lebenslanger Haft verurteilt.

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