Kulmbach

Ganztagsbereich des CVG eröffnet

Im Caspar-Vischer-Gymnasium in Kulmbach wurde in nur acht Wochen ein neuer Ganztagsbereich geschaffen.
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Die Architekten Tino Heß und Kathleen Gänse überreichten Schulleiterin Ulrike Endres zur Einweihung des neuen Ganztagsbereichs des Caspar-Vischer-Gymnasiums eine Schüssel mit "Studentenfutter".  Fotos: Sonja Adam
Die Architekten Tino Heß und Kathleen Gänse überreichten Schulleiterin Ulrike Endres zur Einweihung des neuen Ganztagsbereichs des Caspar-Vischer-Gymnasiums eine Schüssel mit "Studentenfutter". Fotos: Sonja Adam
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Flexibel, zeitgemäß, hell und freundlich sind sie geworden, die neuen Räume des Ganztagsbereich des Caspar-Vischer-Gymnasiums, die vergangene Woche feierlich eingeweiht wurden. Was ungewöhnlich ist: Am CVG entstand eine kostengünstige Alternative zu einem Neubau; der Bereich ist durch die Umbaumaßnahmen sinnvoll in den Baubestand integriert.
Der Umbau der acht Klassenzimmern zu einem modernen gebundenen Ganztagebereich am CVG wurde seit Oktober 2014 durch das Architekturbüro "juli Architektur I design" aus Kulmbach geplant. Das Büro wird von den beiden Architekten Kathleen Gänse und Tino Heß geführt und steht für ganzheitliche Konzepte im Bereich der Architektur und Innenarchitektur. Beteiligt waren außerdem die Ingenieurbüros Hartnack (Tragwerksplanung), Planungsbüro Münch (Elektroplanung) sowie Hofmann und Heimbucher (Schadstoffuntersuchung). Die Bauarbeiten wurden von heimischen Betrieben ausgeführt.
Eine besondere Herausforderung bestand in der sehr knappen Bauzeit. Innerhalb der Sommerferien sollte der Umbau abgeschlossen sein. Das heißt, für den vollständigen Rückbau bis auf den Rohbau und die Umgestaltung zu neuen modernen Schulräumen, standen nur acht Wochen zur Verfügung. Die Bauzeit konnte dank intensiver Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten und einer guten Vorbereitung durch das Architekturbüro eingehalten werden, obwohl zum Teil sogar tragende Wände und Bodenbeläge teilweise bis auf die Rohdecke abgebrochen werden mussten.
Innerhalb von nur acht Wochen wurden die Klassenzimmer im Obergeschoss zu einer Wohlfühl-Area umgebaut: Aus acht Klassenzimmern wurden sechs Räume, eine Teeküche mit Lounge und Spielezimmer und ein Aufenthaltsraum. Die Räumlichkeiten stehen den über 100 Schülern, die die gebundene Ganztagsschule besuchen zur Verfügung, aber nicht nur diesen. Denn der umgestaltete Bereich ist nicht nur beispielgebend für den Ganztagsschulbetrieb; vielmehr ist das Raumkonzept zukunftsweisend für die ganze Schule, für zeitgemäße und stärker individualisierte Unterrichts- und Lernformen. Auch andere Klassen und Gruppen am CVG können die Möglichkeiten nutzen. So ist etwa auch ein Kursraum der Oberstufe in diesem neuen Bereich untergebracht.
Durch den Einbau von mobilen Trennwandanlagen lassen sich nun zwei Klassenzimmer komplett zur Gemeinschaftszone zu- und abschalten. Die einzelnen Räume können somit flexibel an die wechselnden Nutzungsanforderungen angepasst werden. Großzügige Fensterauschnitte in den massiven und mobilen Trennwänden lassen Blickbeziehungen zwischen den einzelnen Bereichen zu.
Im zentralen nach allen Seiten offenen Treffpunkt in der Mitte wurde eine offene Teeküche eingebaut. Die abgehängte Decke aus Holzfaserplatten wurde vollständig entfernt und durch eine moderne Schallschutzdecke aus Gipskartonplatten ersetzt. Auch die Elektroinstallation wurde komplett erneuert.
Eine große Besonderheit stellen die neuen Tafelflächen dar, die in enger Zusammenarbeit zwischen Architekt und Hersteller nur für dieses Projekt entwickelt, angefertigt und erstmalig verbaut wurden. Damit sind einzelne Wände in kompletter Breite und Höhe beschreibbar, können als Magnethaftflächen verwendet oder auch als Projektionsfläche für Beamer oder Overhead verwendet werden. Der wie früher übliche Kreidestaub und Bedarf an feuchten Schwämmen fällt nicht mehr an. Die Flächen lassen sich nach Benutzung mit einem trockenen Tuch einfach und sauber reinigen. Die Wände wurden teilweise durch Schreinerleistungen überformt.
In den Garderobenbereichen laden Sitznischen mit indirekter LED-Beleuchtung zum Verweilen ein. Raumhohe Einbauregale und Schrankwände sorgen in den offenen Bereichen für Ordnung, und Rollregale dienen als mobile Raumteiler.
Die Schüler und Schulleiterin Ulrike Endres fühlen sich in den neugestalteten Räumen bereits richtig wohl, und auch Landrat Klaus Peter Söllner schwärmte bei der Einweihungsfeier: "Es ist hier wirklich ein fantastisches Raumgefühl entstanden. So macht es richtig Spaß, einen langen Tag in der Schule zu verbringen."


Finanzierung

Der Landkreis als Sachaufwandsträger des CVG hat in seinen Kreisgremien die Maßnahme beschlossen, ins Werk setzen lassen und finanziert. Die Gesamtkosten betrugen zirka 450 000 Euro, die der Landkreis mit 100 % Eigenmittel finanziert hat - es gab keine Förderung.

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