Bad Kissingen
Jubiläum

150 Jahre Schuhmacherhandwerk Koch

150 Jahre Schuhmachertradition - die Familie Koch arbeitet schon in der fünften Generation in diesem Handwerk.
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Auf dem Foto (von links) Ina Schmitt, Manuela Scheiböck, Andreas Koch, Helen Merz, Ralph Leitsch und Katharina Kirchner.  Fotos: Anja Vorndran
Auf dem Foto (von links) Ina Schmitt, Manuela Scheiböck, Andreas Koch, Helen Merz, Ralph Leitsch und Katharina Kirchner. Fotos: Anja Vorndran
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Mit 17 Jahren stand Adam Koch schon mitten in der Berufswelt. 1866 legte der junge Mann in Unsleben den Grundstein für eine Schuhmacherwerkstatt.
Bis heute pflegen seine Nachfahren die Tradition dieses Handwerks - heute mit einem Geschäft in Bad Kissingen. Damals fertigten Koch und seine Frau Margarete Lederstiefel und Schuhe für die preußischen Truppen die sich zu dieser Zeit in der Region befanden. In der zweiten Generation übernahm sein Sohn Leonhard, der sich ebenfalls durch findige Ideen auszeichnete, die Werkstatt. Seine selbst produzierten Schuhe schnallte er - damals 26 Jahre alt - auf einen Wagen, den er von seinen zwei Bernhardinern ziehen ließ.


Versorgung der Truppen

So trabte das Gespann durch die Rhön direkt auf den Markt nach Burkardroth, um die Schuhe dort zu verkaufen. Mit seiner Frau Lina, die er 1902 heiratete, bekam er fünf Kinder. Eines davon, Ludwig Koch, bot ab 1939 in Unsleben maßgefertigte Schuhe, ein Schuhgeschäft und Reparaturen an. Weil er im zweiten Weltkrieg die Truppen mit Schuhen versorgen musste, wurde nicht zum Kampfeinsatz eingezogen. "Das war unser Glück", erzählte seine Frau Mathilde, die er 1930 geheiratet hatte. Sie ist die Großmutter des heutigen Inhabers, Andreas Koch. Wie es früher üblich war, arbeitete auch sie im Geschäft mit. 1968, mitten in der Zeit der Protestbewegungen, eröffnete Ludwig Koch mit seinen Söhnen Martin und Reinhold Koch ein weiteres Geschäft in der Spörleinstraße in Bad Neustadt.
Die beiden Brüder bauten 1973 das 300 Quadratmeter große Schuhgeschäft mit Ladenfläche und Werkstatt in der Hohnstraße und erweiterten dort die Orthopädiewerkstatt in der Martin Koch als Orthopädieschuhmachermeister seine Tätigkeiten ausführte.


Trennung der Geschäfte

1982 wurden die Geschäfte getrennt: Martin Koch eröffnete mit seiner Frau Marianne ein Schuhgeschäft mit einer kleinen Orthopädieschuhabteilung in der Ludwigstraße in Bad Kissingen, der Umzug in die Geschäftsräume auf dem Marktplatz erfolgte 1996.
Andreas Koch, der jetzige Inhaber vom Schuhatelier A. Koch Orthopädie-Schuh-und Technik. 1987 begann er in Würzburg seine Lehre als Orthopädieschuhmacher, machte 1991 seine Gesellenprüfung und 1998 seine Meisterprüfung in Frankfurt an der Meisterschule. Ab 2000 eröffnete er das Schuhatelier auf dem Marktplatz im ersten Stock, 2003 sein Schuhgeschäft für Spezialschuhe in der Kirchgasse.


Alles rund um den Fuß

2008 wurden beide Geschäfte in der Oberen Markstraße 12 zusammen gelegt. Auf rund 200 Quadratmetern wird alles geboten, was für die Füße wichtig ist: Ein Scanner für Füße und Rücken dient dem genauen Messen. Orthopädische Schuhe gibt es genauso wie Einlagen; Diabetesversorgung, Bandagen und Kompressionsstrümpfe gibt es genauso wie hochwertiges Schuhwerk für jede Art von Füßen.
Und fertigen lassen kann der Kunde natürlich auch. Sechs Mitarbeiter, die zum Teil schon seit 15 Jahren mit Andreas Koch zusammenarbeiten, komplettieren das Team. Ob die Kinder von Michaela und Andreas Koch die Tradition weiter führen, steht noch in den Sternen. Mit 13 und 9 Jahren bleibt auch noch jede Menge Zeit, das zu entscheiden. In der Jubiläumswoche vom 10. bis 16. Oktober locken Jubiläumspreisangebote, offene Werkstatt-Tage und, es wird ein Gewinnspiel geben: Der Sieger erhält ein Paar handgefertigte Schuhe vom Meister.


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