Heroldsbach
Jubiläumskonzert

Neuer Chor bietet Fest für Augen und Ohren

Es ist immer wieder erstaunlich, dass sich Kultur gerne in kleinen Gemeinden entwickelt. So kam vor 30 Jahren die Schulmusikerin Eva-Maria Noé auf die Idee, in Heroldsbach einen gemischten Chor ins Le...
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Der Neue Chor anlässlich seines 30-jährigen Bestehens in der Marienkirche Heroldsbach  Foto: Christof Meier
Der Neue Chor anlässlich seines 30-jährigen Bestehens in der Marienkirche Heroldsbach Foto: Christof Meier

Es ist immer wieder erstaunlich, dass sich Kultur gerne in kleinen Gemeinden entwickelt. So kam vor 30 Jahren die Schulmusikerin Eva-Maria Noé auf die Idee, in Heroldsbach einen gemischten Chor ins Leben zu rufen, der sich traut, in fremden Sprachen und unterschiedlichen musikalischen Genres zu singen.

Aus der kleinen Gruppe ist eine Gemeinschaft von mittlerweile 28 Sängern entstanden, die am Samstag zusammen mit ihrem Partnerchor aus dem Ruhrgebiet ein vielstimmiges, abwechslungsreiches Konzert darbrachten.

Breites Repertoire

Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende des Neuen Chores Heroldsbach, Gundula Carlheim, sowie Kerstin Homberg, die Vizepräsidentin des Fränkischen Sängerbundes, präsentierten sich zunächst die Heroldsbacher. Der Neue Chor war in ausgezeichneter Form und brachte einen breiten Querschnitt durch sein Repertoire, angefangen von Orlando Lassos Landsknechtsständchen, einem Song der "Wise Guys", dem schwedischen Volkslied "Uti var hage" bis zum politischen Lied "Die Gedanken sind frei".

Den meisten Beifall erhielt das bekannte "The Lion sleeps tonight", bei dem die starke Stimme von Karla Goos vor dem Afrika-Sound des Chores ausdrucksvoll zur Geltung kam.

Anschließend stürmte der Chor "Nameless Joy" - der Name ist Programm - mit "Shosholoza" auf die Bühne. Die aus Haltern kennen kein Halten, wenn es ums Singen geht. Ihre Fassung von "Bridge over troubled water" überraschte durch eine harmonisch ungewohnte Einleitung.

Bei "Holy, holy, holy" verbreitete sich eine wunderbar entspannte Atmosphäre. Die Chorleiterin Andrea Kittel ist eine faszinierende Persönlichkeit, die ihre Truppe äußerst temperamentvoll und zielgerichtet zu führen weiß.

Gospelprogramm

Nach einer Sektpause boten die beiden Chöre zusammen ein Gospelprogramm. Nicht allein spannend zu hören, sondern auch zu sehen: Die beiden Dirigentinnen sind Schwestern, die sich in ihrem Dirigierstil deutlich unterscheiden. Das ruhige und einfühlsame Dirigat von Eva-Maria Noé sowie die mitreißende, inspirierende Art von Andrea Kittel entsprachen genau den Stücken, die sie jeweils dirigierten. Hier der wunderschöne Satz von "Wayfann' Stranger", das sehr melodiöse Stück von Alwin Schronen "Gott hat befohlen all seinen Engeln". Daneben das aufrüttelnde "Hail, holy Queen" aus "Sister Act" oder der fantastische Satz nach Beethovens Gesang an die Freude "Joyful, joyful", bei dem das Publikum aufstand und begeistert mitklatschte.

Unerlässlich für diese Stimmung war allerdings die Begleitband, bestehend aus dem genialen Pianisten Mattias Riemenschneider (Hamburg) sowie dem gewieften Schlagzeuger Bernhard Wilhelm (Forchheim).

Nach dem Konzert, das ein beglücktes Publikum hinterließ, wurde - wie es aus Insiderkreisen hieß - bis nachts um 2 Uhr weiter gesungen und gefeiert, wie es sich für ein solches Jubiläum gehört.

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