Coburg

Neue Vorschrift betrifft Online-Marktplätze

Seit Jahresbeginn sind Betreiber elektronischer Marktplätze wie Amazon oder Ebay für nicht gezahlte Umsatzsteuer der dort aktiven Einzel- und Großhändler haftbar. Hintergrund ist das am 23. November 2...
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Seit Jahresbeginn sind Betreiber elektronischer Marktplätze wie Amazon oder Ebay für nicht gezahlte Umsatzsteuer der dort aktiven Einzel- und Großhändler haftbar. Hintergrund ist das am 23. November 2018 vom Bundesrat verabschiedete Gesetz zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren im Internet und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften (vormals Jahressteuergesetz 2018). Das teilt die Industrie- und Handelskammer zu Coburg mit.

Die neue Vorschrift des Paragrafen 22f Umsatzsteuergesetz (UStG) verpflichtet solche Plattformbetreiber, Angaben über die Steuerpflicht der Nutzer zu erheben, für deren Umsätze in Deutschland eine Steuerpflicht in Betracht kommt. Dadurch erhält die Finanzverwaltung die Möglichkeit zu prüfen, ob der liefernde Unternehmer oder Nutzer seinen steuerlichen Pflichten nachkommt.

Händler, die auf elektronischen Marktplätzen aktiv sind, sollten bei dem für sie zuständigen Finanzamt einen Antrag auf Erteilung einer Bescheinigung nach Paragraf 22 f Abs. 1 Satz 2 UStG stellen. Für die Antragstellung kann der Vordruck USt 1 TJ verwendet werden. Das Antragsformular gibt es auf der Internetseite des Bundesfinanzministeriums (www.bundesfinanzministertium.de). Der Antrag kann schriftlich per Post oder per E-Mail an das Finanzamt gesendet werden. Die Bescheinigung wird zunächst in Papierform erteilt. Es ist geplant, auch einen Online-Abruf einzurichten.

"Betroffene Händler sollten den Antrag auf die Bescheinigung möglichst rasch stellen, denn das Finanzamt benötigt eine gewisse Zeit für die Bearbeitung der Anträge, andererseits werden die Marktplatzbetreiber relativ zeitnah von den Händlern diese Bescheinigung anfordern", erläutert Frank Jakobs, Leiter des Bereichs Recht und Steuern bei der IHK zu Coburg. Er ist auch Ansprechpartner für betroffene Unternehmen (Telefon 09561/7426-17, E-Mail: jakobs@coburg.ihk.de). red

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