Münnerstadt
Stadtrat

Neue Satzung regelt die Unterbringung von Obdachlosen

Einstimmig hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung eine Satzung zur Unterbringung von Obdachlosen erlassen. Eine solche hatte die Kommune bisher nicht. Nun hofft Bürgermeister Helmut Blank (CSU) ,...
Artikel drucken Artikel einbetten

Einstimmig hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung eine Satzung zur Unterbringung von Obdachlosen erlassen. Eine solche hatte die Kommune bisher nicht. Nun hofft Bürgermeister Helmut Blank (CSU) , dass die Stadt ein wenig mehr Handhabe hat, wenn es Schwierigkeiten mit den Bewohnern der Unterkunft gibt.

Der Wohncontainer am Münnerstädter Bauhof sei über ein Jahr lang durchgehend belegt gewesen, sagte Marina Härder vom Bürgerservice der Stadt Münnerstadt. Allein ein dreiviertel Jahr lang habe ein junger Mann mit Drogenproblemen dort gewohnt, "der uns auf der Nase herumgetanzt ist". Weil vor einigen Wochen ein zusätzlicher Bedarf aus dem Haus Windsburg angemeldet worden war, richtete die Stadt kurzfristig ein Zimmer im Bahnhof her, der sich im Eigentum der Stadt befindet. Tatsächlich eingezogen sei die Person aber nicht. Mit dem Container sei die Stadt an der Belastungsgrenze, fügte Helmut Blank hinzu, der sich mehr Handhabe durch die Satzung erhofft.

Wenig erfreut zeigte sich Rosina Eckert (Forum aktiv), dass jetzt der Bahnhof als Obdachlosenunterkunft hergenommen wird. Die Stadt habe ja den Container. Ihr Hinweis, dass es auch die Möglichkeit gibt, Obdachlose in Hotels und Pensionen unterzubringen, relativierte der Bürgermeister. Die Münnerstädter Gästebetriebe nehmen keine Obdachlosen der Stadt auf. Bezüglich des Bahnhofs beschwichtigte er, dass dort ja niemand eingezogen sei. Er verwies aber darauf, dass die Stadt gesetzlich verpflichtet sei, Obdachlose unterzubringen. "Man müsse die Tür aber nicht unnötig weit aufhalten", fand Rosina Eckert.

Bezüglich des zuvor angesprochenen Zustands im Wohncontainer forderte Dritter Bürgermeister Axel Knauff (SPD), dass die Zuständigkeit geklärt werden müsse. Leo Pfennig (fraktionslos) hielt es für verzichtbar, dass die Satzung den Wohncontainer und den Bahnhof als Unterkunft aufführt, was das Gremium ebenfalls so sah. Man sollte nicht zu offensiv mit dem Thema umgehen, fand Michael Kastl (CSU). "Jeder, der sich in Obdachlosigkeit begibt, bekommt ein Dach über den Kopf und fließend Wasser", sagte er. "Das war es auch."



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren