Kulmbach

Neue Linie 2 ist nicht mehr attraktiv

Zum neuen Stadtverkehr in Kulmbach wird uns geschrieben: Die Busse fahren im 30-Minuten-Takt; ab Dezember gibt es "spürbare Verbesserungen" im Stadtverkehr. So titelte die Bayerische Rundschau ihren u...
Artikel drucken Artikel einbetten

Zum neuen Stadtverkehr in Kulmbach wird uns geschrieben: Die Busse fahren im 30-Minuten-Takt; ab Dezember gibt es "spürbare Verbesserungen" im Stadtverkehr. So titelte die Bayerische Rundschau ihren umfangreichen Bericht am Dienstag 26. November 2019. Mit Veröffentlichung des neuen Fahrplans dann die Ernüchterung für die südlichen Stadtteile Herlas, Forstlahm und Mangersreuth: Hier erfolgt der Verkehr ab 1. Dezember 2019 in die Stadt nur einmal in der Stunde über die Siedlung (früher zusätzlich auf direktem Wege über Weiher). Damit verbunden sind zum Teil wesentlich längere Fahrtzeiten sowie eine schwere Erreichbarkeit bedeutsamer Ziele.

Dazu einige Beispiele bei Einstieg in der Herlas. Ziel Klinikum: über die Siedlung zum Zob, dann Ziegelhütten, Blaich, Klinikum (Fahrtzeit 37 Minuten, früher 22). - Ziel Friedhof: über die Siedlung bis Haltestelle Pestalozzistraße, per Fuß den Friedhofsberg hoch oder Fahrt bis Zob eine halbe Stunde warten, dann Zob, Nikolaikirche, Friedhof. - Ziel Awo-Seniorenheim Brenkstraße: über die Siedlung zum Zob, halbe Stunde warten, dann stadtauswärts bis Weiherer Straße, kurzer Fußweg zur Brenkstraße oder ohne Warten am Zob wieder stadtauswärts über Siedlung, Wickenreuther Allee, Fröbelstraße, Realschule (Umkehr) , wieder stadteinwärts zur Brenkstraße (Fahrtzeit 42 Minuten, früher acht).

Diese neue Taktung oder Routenplanung führte zu Verärgerung und Unverständnis bei den betroffenen Fahrgästen.

Nun schreibt Alexander Hartmann im Burggeflüster am 16. Dezember, dass im Gegensatz zu den benachteiligten Landbewohnern die städtischen Fahrgäste "die Möglichkeit haben, auf den eigenen Wagen zu verzichten und sich mit dem Bus kostengünstig durch Kulmbach chauffieren zu lassen". Starker Tobak, finde ich.

Herrn Hartmann ist wohl nicht bewusst, dass die allermeisten Fahrgäste aufgrund ihrer persönlichen Situation (Ältere, Kranke, Behinderte) auf den Stadtbus angewiesen sind oder kein Auto besitzen.

In seinem Leserbrief vom 21. Dezember schreibt Volker Wack, der Bus müsse so attraktiv gemacht werden, dass die Menschen ihr Auto gerne stehen lassen. Er führt dazu Beispiele an, wie die richtige Anzeige und automatische Ansage der Haltestellen. Unter attraktiv verstehe ich jedoch in erster Linie: Einstieg- und Zielhaltestellen bequem und zeitlich angemessen erreichen, gute Taktung und Fahrtzeit möglichst ohne Umsteigen und Wartezeit. Das ist bei der neuen Verkehrsführung der Linie 2 bei weitem nicht der Fall und trifft insbesondere die Menschen, die keine Alternative zum Bus haben. Die Verantwortlichen werden daher gebeten, so bald als möglich die frühere Anbindung der Stadtteile Herlas, Forstlahm und Mangersreuth wiederherzustellen.

Klaus Erben

Herlas

Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren