Kemmern

Neue Kita wird größer

In Kemmern werden eine Kindertagesstätte und ein Seniorenzentrum entstehen.
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Niemand wird sich über steigende Geburtenzahlen beklagen. Die Kommunen allerdings stellen diese vor große Herausforderungen, der Trend zur Betreuung von Kleinkindern in Krippen tut das Übrige. Daher wird auch in Kemmern seit mehreren Jahren an einer Erweiterung des Angebots gearbeitet. Es entsteht aber mehr als eine reine Kindertagesstätte.
Regelmäßig schreiben die Gemeinden ihre Bedarfsfeststellung in Sachen Kinderbetreuung fort. Aktuell kann Kemmern für Familien zwölf Krippen-, 90 Kindergarten- und 50 Hortplätze anbieten. Die Hortplätze reichen weiterhin, in der Krippe und im Kindergarten sieht es anders aus. "Die Geburtenzahlen haben sich seit 2004 nahezu verdoppelt. Würde jedes Kind einen Platz benötigen, bräuchten wir 173 Plätze", so Bürgermeister Rüdiger Gerst (CSU) in der jüngsten Gemeinderatssitzung.
Er schlug daher vor, die Bedarfsplanung zu aktualisieren und damit den Bedarf von weiteren 24 Krippen- und 50 Kindergartenplätzen festzustellen. Dem stimmte der Gemeinderat einstimmig zu - die Basis für die Beantragung von Fördergeldern für den Bau einer neuen Kita ist damit gelegt.
Wie diese aussehen könnte, war Ende 2016 schon im Gemeinderat gezeigt worden. Damals hatten Architekt Karl-Heinz Rösch und der Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Bamberg, Werner Dippold, ein Mehrgenerationenzentrum mit Kindertagesstätte und betreutem Seniorenwohnen inklusive Tagespflege vorgestellt. Diese Pläne wurden mittlerweile überarbeitet und konkretisiert, so dass der Gemeinderat über das weitere Vorgehen zu entscheiden hatte. Denn aufgrund des erhöhten Betreuungsbedarfs reicht die bisherige Planung mit einer Krippen- und einer Kindergartengruppe nicht mehr aus, vielmehr müssen jeweils zwei Gruppenbereiche entstehen.
Eine solche Erweiterung hatte Rösch bereits 2016 als Option vorgesehen, nun wird sie direkt mit umgesetzt. Rund 2,5 Millionen Euro soll der Bau der Kindertagesstätte kosten. Direkt jeweils zwei Gruppen zu bauen sei auch aus Kostensicht sinnvoll, der Mehrpreis gegenüber der bisher geplanten Lösung mit einer Krippen- und einer Kindergartengruppe betrage lediglich 500 000 Euro. Das komme daher, dass Personalräume, Toiletten, Aufenthaltsbereiche, Aufzug (da zweigeschossig) und ein Büro für die Leitung zusammen genutzt werden könnten.


Verbindungsgebäude

Auf dem Grundstück hinter der bestehenden Kindertagesstätte St. Maria wird somit zunächst die neue von der Awo betriebene Kita errichtet. Im Erdgeschoss sollen die Kindergartenkinder, im Obergeschoss die Krippenkinder großzügige Bereiche erhalten. Ein Mehrgenerationenprojekt wird die Anlage durch ein Verbindungsgebäude, das sowohl von den Kindern als auch von den Senioren genutzt werden kann - fürs Turnen, für Veranstaltungen (auch von Vereinen) und vieles mehr. Direkt daneben wird sich das Seniorenhaus anschließen, mit einer Tagespflege sowie verschiedenen Wohneinheiten für betreutes Wohnen. Einige der Wohnungen können auch erworben werden, Kemmerner Bürger bekämen ein Vorkaufsrecht, so Dippold. Preise nannte er nicht.
Ziel der überarbeiteten Planung sei auch gewesen, so Gerst, der Schule möglichst wenig Platz zu nehmen. Denn die neuen Gebäude werden über dem bisherigen Hartplatz errichtet, für diesen braucht es einen neuen Standort. Baubeginn für die Kindertagesstätte soll im Frühjahr 2019 sein, so dass die Einweihung etwa ein Jahr später erfolgen kann. Das Seniorenhaus benötigt eine längere Bauzeit und könnte Ende 2020 fertig werden. Zunächst, das Verfahren läuft parallel, muss aber ein sogenannter vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden. Der Gemeinderat nahm den von Bürgermeister Gerst vorgetragenen Beschlussvorschlag zum weiteren Vorgehen einstimmig an.
In der Sitzung wurde mehrfach betont, dass die neue Awo-Kita mit der bestehenden Kita St. Maria, Träger ist die katholische Kirchenstiftung, zusammenarbeiten soll. Auch die gemeinsame Nutzung von Außenbereichen ist angedacht. Keinesfalls solle eine Konkurrenzsituation entstehen, so Gerst.


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