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Forchheim

Neue Brücke bringt keinerlei Fortschritt

Die Stadt Forchheim stimmt der geänderten Planung für die neue Piastenbrücke zu. Allerdings bleiben dabei die Radler auf der Strecke.
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Die Rampen der Piastenbrücke bleiben auch beim Neubau der Brücke auf beiden Seiten erhalten. Nur das Mittelstück wird von der Bahn durch eine Neu-Konstruktion ersetzt.  Foto: Josef Hofbauer
Die Rampen der Piastenbrücke bleiben auch beim Neubau der Brücke auf beiden Seiten erhalten. Nur das Mittelstück wird von der Bahn durch eine Neu-Konstruktion ersetzt. Foto: Josef Hofbauer

JOsef Hofbauer Die Pläne für den Neubau der Piastenbrücke, die auf Grund des Ausbaus der ICE-Strecke notwendig wird, nannte Roland Brütting vom Straßenverkehrsamt der Stadt eine "schlechte Lösung für ein bisher nicht vorhandenes Problem." Er wolle deshalb den Vorschlag, den die Verwaltung den Mitgliedern des Planungs- und Umweltausschusses vorgelegt hatte, wieder zurückziehen. "Wir haben uns in eine falsche Richtung treiben lassen, wir haben nur Teilaspekte gesehen und nicht das Ganze betrachtet", argumentierte Brütting.

Ein Fahrradstreifen mit einer Breite von nur 1,25 Metern sei zu schmal. Das Unfallrisiko sei doppelt so hoch wie bei der Mindestbreite von 1,50 Metern. So werde eine Gefahrensituation geschaffen.

Werde die Fahrbahn verschmälert, um Platz für Radler und Fußgänger zu schaffen, würde hier die Mindestbreite unterschritten und eine Mittellinie sei nicht mehr zulässig. Da die Brummis tendenziell eher breiter als schmäler würden, sei auch dies keine Lösung.

Unter den gegebenen Umständen sei es besser, auf den Fahrrad-Schutzstreifen zu verzichten und einen Mischverkehr von Radlern und Autofahrern auf der Fahrbahn zuzulassen. Ein Fahrradweg auf der Brücke sei auch deshalb problematisch, weil er "im Nirwana" ende. Konsequenterweise müsste er bis zur Adenauer-Allee und in der Gegenrichtung bis zum Kellerwald fortgeführt werden. Aber das sei aus Platzgründen nicht möglich, so Brütting.

Radweg der aufhört, ist sinnlos

Holger Lehnard (CSU) plädierte angesichts der Sachlage dafür, alles so zu lassen, wie es ist. Manfred Hümmer (FW) verwies darauf, dass ein zu schmaler Fahrrad-Schutzstreifen eine Sicherheit suggeriere, die es nicht gebe. "Ein Radweg, der plötzlich aufhört, ist sinnlos", argumentierte Hümmer. Und ein Begegnungsverkehr der Radler würde die Gefahrensituation deutlich verschärfen.

CSU-Fraktionschef Udo Schönfelder bekannte freimütig: "Diese Situation gefällt mir nicht." Ein Schutzstreifen, der mehr Nachteile als Vorteile habe, sei abzulehnen. Schönfelder bat zu prüfen, ob durch die Anlegung eines kombinierten Geh- und Radweges auf der südlichen Seite und eines reinen Radweges auf der nördlichen Seite Platz gespart und die Sicherheit der schwächeren Verkehrsteilnehmer erhöht werden könne. Ein Vorschlag, dem Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) "einen gewissen Charme" attestierte. Dieser ließe sich nach Angaben von Tiefbau-Chef Werner Schaupp aber nur dann realisieren, wenn in die Konstruktion des Brückenbauwerkes eingegriffen werde. Da fürchtete Oberbürgermeister Kirschstein, dass es auf Grund des Abkommens mit der Bahn keinen Verhandlungsspielraum gebe.

Keinerlei Fortschritt

Das Hauptproblem: Die Rampen auf beiden Seiten der Brücke sollen erhalten bleiben. Dies enge aber sowohl die Fahrbahnbreite als auch die Gestaltungsmöglichkeiten deutlich ein. "Die neue Brücke bringt keinerlei Fortschritt" folgerte Stadträtin Sabine Dittrich (FGL).

Joshua Flierl (CSU) brachte daher eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Piastenbrücke ins Gespräch. Ein Vorschlag, der schwer durchsetzbar sein werde, urteilte Roland Brütting. Das ginge nur, wenn es sich um einen Unfallschwerpunkt handeln würde.

Gerhard Meixner (FGL) lehnte die Planung der neuen Piastenbrücke rundweg ab. "Ein Plan ohne Einbindung der Radler ist Quatsch." Die schwächeren Verkehrsteilnehmer müssten geschützt werden. Ihnen sei sogar ein Vorrang einzuräumen. Der Plan für die neue Piastenbrücke dagegen sei nicht "Stand der Technik." Das müsse auch den Vertretern der Bahn klar sein. Gegen die Stimmen von Reiner Büttner (SPD), Gerhard Meixner und Sabine Dittrich (FGL) segneten die Mitglieder des Planungsausschusses den Vorschlag der Bahn ab.

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